Neustadt Italienischer Beton und mangelnder Torinstinkt

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Neustadt/St. Martin. Zwei Tage nach dem Erfolgserlebnis von Edenkoben haben die A-Klasse-Fußballer des VfL Neustadt II die Kehrseite der Medaille gesehen – und zum achten Mal in dieser Saison verloren. In einem Nachholspiel triumphierte der FC Lustadt an der Haidmühle mit 2:0 und schoss sich auf den Thron der Liga.

Knapp 70 Minuten hielt das Neustadter Bollwerk den Lustadter Angriffen am Dienstagabend stand, dann fiel das 0:1. Der VfL agierte in diesem Augenblick bereits in Unterzahl: Alexander Wiebe, beim Erfolg in Edenkoben noch Torschütze und Held, hatte die Gelb-Rote Karte gesehen. In der fünften Minute der Nachspielzeit band der Gast mit dem 2:0 den Sack zu. VfL-Trainer Max Saltarello war trotz der Niederlage nicht unzufrieden: „Läuferisch und kämpferisch war das eine gute Leistung. Wir haben, wie in meiner Heimat, italienischen Beton angerührt.“ Mit personellen Handicaps gastiert der Tabellendrittletzte am Samstag (15 Uhr) beim ASV Harthausen. Der Neustadter Gastgeber belegt mit 15 Punkten Rang neun. Dass es nicht mehr sind, verhinderte jüngst die TSG Deidesheim, die den ASV 3:2 bezwang. Nach drei sieglosen Partien mit nur einem Zähler ein Glücksmoment für die Elf von Spielertrainer Rudi Benkler, der sich in dieser Partie jedoch an der Wade verletzte und im Gastspiel am Sonntag (12.30 Uhr) beim FC Speyer 09 II nicht mitwirken kann. Dafür kehrt Nicolas Deimel als Stabilisator für die Abwehr in die Mannschaft zurück. Als Elfter fehlen der TSG sieben Punkte zum Spitzenreiter. Ausgeglichener könnte die Liga kaum sein. „Den einen oder anderen Platz wollen wir bis zum Winter noch hochrutschen“, sagt Benkler. Da Gastgeber Speyer (20 Punkte, Platz drei) eine fußballerisch starke Mannschaft besitze, ist er guter Dinge, dass seine Schützlinge hellwach sind. „Unser Augenmerk liegt erst einmal darauf, kein Tor zu bekommen.“ Remis hat die SpVgg Edenkoben/St. Martin in dieser Saison erst einmal gespielt (beim 2:2 gegen Deidesheim), „zu null“ noch gar nicht. Zudem mangelt es am Instinkt vor des Gegners Tor – siehe das 0:1 gegen Neustadt. Die logische Folge: vorletzter Rang. Das Scheitern beim Torabschluss führt Spielertrainer Slawomir Stulin auf die lausige Trainingsbeteiligung zurück. Nur durch stetes Üben ließe sich die Quote verbessern. „Wir spielen bis in den Strafraum eigentlich einen guten Fußball“, sagt Stulin, „dann aber machen wir immer die gleichen Fehler. Und manche spielen in Stresssituationen immer noch ihren eigenen Fußball.“ Am Sonntag, 15 Uhr, empfängt Stulins Elf den VfL Neuhofen. Der Tabellenachte hat zuletzt zweimal deutlich verloren. Zum Beispiel gegen den TSV Königsbach, der in Neuhofen einen 3:1-Sieg feierte und nur mehr einen Zähler hinter Primus FC Lustadt auf Platz vier positioniert ist. Wie fühlt sich die Situation an, Sven Hörnschemeyer? „Gut natürlich“, sagt der Spielertrainer, „alles ist entspannt, wir sind happy.“ In einigen Partien habe man das Glück auf seiner Seite gehabt, ergänzt er. Generell sei die Liga derart ausgeglichen, dass Tagesform und Kaderausstattung am Spieltag meist über Wohl und Wehe entschieden. Vor dem Heimduell mit dem SV Gommersheim am Samstag, 17 Uhr, hat Hörnschemeyer ein Problem: Stammtorwart Timo Hof fällt ebenso aus wie Ersatz Steffen Schöfer. Feiert Florian Wüst gegen seinen Ex-Klub ein Comeback? „Wir werden ihn nach seinem Kreuzbandriss nicht drängen“, sagt Hörnschemeyer. (aboe)

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