Neustadt „Integration gelingt, wenn alle mitarbeiten“

Zehn Flüchtlinge und neun Helfer waren beim letzten Saison-Heimspiel des 1. FC Kaiserslautern.
Zehn Flüchtlinge und neun Helfer waren beim letzten Saison-Heimspiel des 1. FC Kaiserslautern.

Der Verein Freunde für Flüchtlinge (FFF) schaut auf zwei erfolgreiche Jahre der Integrationshilfe für Asylsuchende in der Verbandsgemeinde Deidesheim zurück. „Dies war jedoch nur über die rege Anteilnahme aus der Bevölkerung möglich“, betont Bernhard Bücker vom FFF.

Schon vor der Vereinsgründung vor zwei Jahren haben sich viele Helfer 2015 für die zahlreich eintreffenden Flüchtlinge eingesetzt. Weitere Freunde und Bekannte der Helfer kamen hinzu, so dass viele Aktivitäten in den Ortsgemeinden ermöglicht wurden. Die Nachbarschaftshilfe funktioniert in der Verbandsgemeinde Deidesheim. Neben vielen Spenden wie Fahrräder, Möbel und Bekleidung werden die Geflüchteten bei Arztbesuchen und Behördengängen begleitet. Zudem kommen Geldspenden von örtlichen und überregionalen Spendern. Vor allem die kleinen persönlichen Begegnungen im Supermarkt, im Sportverein und auf den Spielplätzen trügen dazu bei, dass sich die Flüchtlinge hier wohlfühlten, sagt Bernhard Bücker vom FFF. Die wesentliche Voraussetzung zur Integration sei das Erlernen der deutschen Sprache. „Hier konnten sehr schnell Erfolge erzielt werden“, sagt der engagierte Helfer. Zu den Integrationskursen gäben Ehrenamtliche an mehreren Tagen in der Woche zusätzlichen Deutschunterricht. Besonders für jugendliche Neuankömmlinge sei es wichtig, schnell das Sprachniveau zu erreichen, um dem Schulunterricht folgen zu können. „Unsere Neubürger aus den verschiedenen Krisengebieten zeigen einen bemerkenswerten Integrationswillen“, versichert Bücker. Ein Pate betreut jeweils einen Flüchtling. Von den rund 150 Flüchtlingen haben laut Bücker bereits 17 eine Festanstellung. Sie arbeiten als Elektriker, Landmaschinenbauer oder Maler und sind angestellt bei Winzer, im Kindergarten ober bei der Bahn. Weiter konnten zehn Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine Ausbildung vermittelt und einem jungen Mann ein Studium ermöglicht werden. Auch die übrigen Asylbewerber würden am liebsten sofort arbeiten und seien dabei, Abschlüsse der Integrationskurse zu erwerben. Es sei erfreulich, dass von den örtlichen Arbeitgebern eine hohe Bereitschaft bestehe, den jungen Leuten eine Chance zu geben, sagt Bücker. Doch dazu benötigten diese zunächst Zertifikate. Bücker lobt auch die Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeindeverwaltung. Das erleichtere die Tätigkeit der Ehramtlichen erheblich. Auch die offene Haltung der Sportvereine und Kirchen sei erfreulich. „Es gab bereits mehrere Treffen, Diskussionsrunden und Feiern, die allen Beteiligten viel Freude bereitet haben“, betont er. Kürzlich war eine Gruppe von fünfzehn Flüchtlingen und neun Helfern beim letzten Saison-Heimspiel des 1. FC Kaiserslautern in der „VIP-Lounge“. Die positive Bilanz des Vereins FFF lautet: Integration gelingt, wenn alle Beteiligten mitarbeiten. Sorgen bereite jedoch die Wohnsituation. Es sei leider immer noch schwierig, Wohnungen für anerkannte Flüchtlinge in ihrer mittlerweile vertrauten Umgebung zu finden. Bislang seien zwanzig Wohnungen privat vermittelt worden, sagt Bücker. Das sei schon mal ein Anfang. Doch werde in der Verbandsgemeinde noch dringend weiterer Wohnraum gesucht. Geplant ist demnächst ein runder Tisch, bei dem sich Ehrenamtliche des FFF mit der Verwaltung und Vermietern austauschen können. Ansprechpartner Verbandsbürgermeister Peter Lubenau, Telefon 06326/977113, oder Holger Ganzert, Telefon 06326-977120, E-Mail: holger.ganzert@vg-deidesheim.rlp.de.

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