Neustadt In Schritten zurück zu alter Schönheit

Der Stadtgarten im Süden von Deidesheim soll wieder attraktiver werden. Das einstige gärtnerische Schmuckstück mit südländischem Flair ist in die Jahre gekommen. „In kleinen Schritten“, so Stadtbürgermeister Manfred Dörr, soll er wieder aufpoliert werden.
Gelitten hat der Garten vor allem durch Abnutzung, aber auch Sachbeschädigungen. Ein erster Schritt wurde bereits im vergangenen Jahr gemacht. Ein Hauptweg, der in schlechtem Zustand und nach Regenfällen kaum noch zu benutzen war, wurde hergerichtet, neu aufgebaut mit wassergebundener Decke. „Er ist wieder sehr gut zu begehen und auch mit dem Rollator zu befahren“, sagt Dörr. Das sei zum Beispiel wichtig für die Senioren im benachbarten Heim der Caritas. Im Frühjahr werde der Umweltausschuss eine Besichtigung machen. Dieser Tage hat eine Besprechung mit dem Gärtnertrupp stattgefunden, um das weitere Vorgehen abzustimmen. Eine größere Aufgabe wird sein, den mediterranen Hügel wieder in Ordnung zu bringen. Lose Steine sollen weggeräumt werden. Auf dem Hügel befindet sich ein Unterstand. Die Bretter sind morsch und kaputt und sollen beseitigt werden. Es ist auch vorgesehen, den Hügel mit neuen Pflanzen zu ergänzen. Die Pflanzen auf dem mediterranen Hügel stammen aus den 80er Jahren. Im Jahr 1983 fand in München eine Internationale Gartenbauausstellung (IGA) statt. Der damalige Deidesheimer Bürgermeister Stefan Gillich hatte nach dieser Ausstellung das Angebot wahrgenommen, die Pflanzen einer Sonderschau nach Deidesheim zu holen. Sie dienten auch als Beweis für das günstige Klima an der Weinstraße. Thorsten Helbig, Vorarbeiter des Gärtnertrupps der Stadt, werde einen Pflanzplan aufstellen, sagt Dörr. Was auch nötig ist: ein Konzept für den Weiher, der am Südende des Stadtgartens liegt. „Er sieht nicht mehr gut aus“, sagt Dörr. In der Tat: Die trübe Brühe lädt nicht zum Verweilen ein. Wahrscheinlich werde man ihn ablassen und ausbaggern müssen, meint der Stadtbürgermeister. Auch die Technik im Weiher wie die Pumpe, die eigentlich für Sauerstoff sorgen soll, sei veraltet. Der Stadtrat wird sich damit beschäftigen müssen, sagt Dörr. Der Deidesheimer Stadtbürgermeister nennt als weitere der kleinen Schritte, auch den Zickzack-Weg entlang des Bahnkörpers zu gestalten. Ruhezonen zum Aufenthalt mit neuen Sitzgruppen sollen entstehen. Eine Sitzgruppe spendet die Bürgermeister-Gillich-Stiftung. Zeitweise war der Stadtgarten beliebter Treff für Jugendliche. Er sah nach deren Treffen nicht immer ordentlich aus. Das seien oft Gruppen von Jugendlichen gewesen, die gar nicht aus Deidesheim waren, sagt Dörr. Er meint, dass der Hügel, wenn er umgestaltet ist, für solche Treffen nicht mehr so anziehend sein wird. Zumal sich für Jugendliche möglicherweise ein attraktiver Jugendtreff an der künftigen „Alla-hopp“-Bewegungsanlage in Nähe der Gesamtschule ergeben könnte. Wenn der Garten wieder gut aussieht, dann könnte dieser auch wieder touristisch genutzt werden. Die Beleuchtung muss erneuert und auch die in die Jahre gekommene Beschilderung ersetzt werden. Dann könne man auch wieder Führungen, wie sie früher üblich waren, dort anbieten, sagt der Stadtbürgermeister. Diese Führungen waren früher das Metier des ehemaligen Gärtnermeisters Josef Dörr, der ein guter Kenner der mediterranen Pflanzenwelt war. Damals fand der Stadtgarten auch Eingang in Gartenführer wie „Parks und Gärten im Rhein-Neckar-Dreieck“ (1996). Den Stadtgarten wieder auf Vordermann zu bringen, „das kriegen wir hin“, ist Dörr überzeugt. Angesichts der schwierigen Finanzlage der Stadt ergänzt er aber: „Man muss uns nur etwas Zeit lassen.“