Neustadt In heikler Mission

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Neustadt. Es ist der Gegenentwurf eines Spitzenspiels – und doch eine Partie, die Spannung verspricht. Wenn der VfL Neustadt II in der A-Klasse Rhein-Mittelhaardt am Sonntag (ab 15 Uhr) auf die SpVgg Edenkoben/St. Martin trifft, steht der drittletzte Tabellenplatz auf dem Spiel. Und dieser könnte am Rundenende Wohl von Wehe unterscheiden.

Ein anderer Tabellenplatz als einer der letzten drei kommt für keinen der beiden Duellanten infrage. Der VfL Neustadt II firmiert mit neun Punkten als Schlusslicht, der Gast aus Edenkoben hat als Vierzehnter einen Zähler mehr erworben. Dazwischen liegt der SV Phönix Schifferstadt II mit ebenfalls zehn Punkten. Der VfL Neuhofen als nächstbesseres Team ist 16 Zähler voraus, ergo: uneinholbar, zumindest in der Praxis. Es ist ein paar Monate her, dass Torsten Conrad das Traineramt beim VfL von Max Saltarello übernommen hat. Man schrieb noch das Jahr 2015. Nach wie vor wartet der ehemalige Regionalliga-Spieler auf den ersten Sieg. „Irgendwo war es klar, dass es eine schwere Mission wird. Dass es so extrem wird, hätte ich nicht gedacht“, sagt Conrad. Jüngst unterlag seine Elf 0:3 beim TSV Königsbach, davor nur 1:2 bei Spitzenreiter FC Lustadt. Die Einstellung sei meist in Ordnung, sagt Conrad, es sei sein Ehrgeiz, endlich mal ein Spiel zu gewinnen und den womöglich bedeutsamen drittletzten Platz zu erklimmen. Ob es gelingt? Selbst wenn, so steht in den Sternen, ob der VfL in der kommenden Spielzeit überhaupt eine Zweite Mannschaft auf die Beine bekommt – und wenn ja, ob Conrad dann noch deren Trainer ist. Es ist schwer vorstellbar, dass sich der einstige Klasse-Verteidiger einer Aufgabe ohne Perspektive widmet. Der Trainer selbst hält sich in dieser Frage bedeckt, man habe darüber „genau noch nicht gesprochen“. Die sportliche Verbindung zwischen der SpVgg Edenkoben und dem TuS St. Martin wird am Ende dieser Saison gelöst, beide Vereine gehen nach nur zwölf Monaten wieder ihre eigenen Wege (wir berichteten). Das hat die Mannschaft schon jetzt Quantität gekostet, nur Manuel Moll und Philipp Christmann sind von den „Zuwanderern“ übrig geblieben. Beiden bescheinigt Spielertrainer Slawomir Stulin „eine Bomben-Einstellung“. Überhaupt scheint es seiner Mannschaft nicht an Willen zu mangeln. Beim Tabellenzweiten TSV Lingenfeld etwa stand nur eine 2:3-Niederlage zu Buche, gegen TuS Mechtersheim II und bei der TSG Deidesheim verlor die SpVgg jeweils 0:2. „Wir werden nicht abgeschossen“, sagt Stulin, „aber es fehlt uns halt einfach die Knipser-Mentalität. Man merkt, wir gehen Richtung B-Klasse.“ Zum eingeschlagenen Weg, auf eigene Jugendliche zu setzen und Kosten zu sparen, gebe es eh keine Alternative. „Das werden wir gnadenlos verfolgen“, sagt Stulin. „Alles andere ist utopisch.“ Im Gegensatz zu einem Sieg in Neustadt. In der Hinrunde allerdings gewann der VfL durch einen Treffer von Alexander Wiebe 1:0. „Es wird spannend“, sagt Stulin. Er dürstet nach Revanche. Die TSG Deidesheim will ihre Aufholjagd fortsetzen. Nach drei Siegen in Serie und mit 42 Punkten belegt die Elf von Trainer Rudi Benkler schon Platz fünf. Beim nur einen Punkt schlechteren Tabellensiebten ASV Harthausen soll am Samstag (ab 17 Uhr) der 14. Saisonsieg erkämpft werden. Eine heikle Angelegenheit. Leichter hat es der Papierform nach der mit Deidesheim zählergleiche TSV Königsbach, der am Sonntag (15 Uhr) den Tabellendreizehnten VfL Neuhofen empfängt. Doch Vorsicht: Der Gast hat zuletzt dem Primus FC Lustadt ein 0:0 abgerungen. (aboe)

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