Neustadt In Halle erst mal Bestandsaufnahme
Wird die Schulturnhalle in Kirrweiler saniert, oder wird mehr daraus, etwa eine Mehrzweckhalle? Hoffnungen hatte die damals mit Maikammer fusionierte Verbandsgemeinde Edenkoben den Kirrweilerern gemacht, statt der Sanierung eine Mehrzweckhalle zu bekommen. Nach Ende der Fusion bietet die Verbandsgemeinde Maikammer ihre Hilfe an, wenn Kirrweiler eine Mehrzweckhalle haben will. Das ist aber von der finanziellen Belastung der Ortsgemeinde her ein deutlicher Unterschied.
Die Turnhalle in Kirrweiler gehört der Verbandsgemeinde, die für die Grundschule und damit auch für den Schulsport zuständig ist. Ein Sanierungsbedarf, darüber besteht Einigkeit, ist vorhanden: beim Dach und außerdem bei den sanitären Anlagen, WC und Duschen. Das sei die Aufgabe der Verbandsgemeinde, sagt Bürgermeister Karl Schäfer (CDU). Nicht aber der Bau einer Mehrzweckhalle. Und die könne nach Auskunft des zuständigen Ministeriums auch keine Landeszuschüsse dafür bekommen. Schäfer: „Da kann nur die Ortsgemeinde der Antragsteller sein.“ Und so kommt Schäfer zu dem Vorschlag, dass die Ortsgemeinde Kirrweiler sich grundsätzlich mit der Frage befassen solle, ob sie eine Mehrzweckhalle wolle oder nicht. Wenn, könne die Verbandsgemeinde ihr, wie in anderen Fällen vorher auch, behilflich sein, so Schäfer. Auf jeden Fall sei zuerst der Bedarf nachzuweisen, und dann könne man Anträge auf Zuschüsse aus dem Investitionsstock des Landes stellen. Die Verbandsgemeinde könnte der Ortsgemeinde die Schulturnhalle übereignen, schlägt Schäfer vor. Und das Geld, das für die Sanierung der Schulturnhalle aufzubringen wäre, könnte die Verbandsgemeinde in das Projekt einbringen. Für den Kirrweiler Ortsbürgermeister Rolf Metzger (Bürgerliste) ist es die Frage, „wie man das Pferd aufzäumt“. Die Verbandsgemeinde Edenkoben habe die Möglichkeit eines Neubaus angeboten. Dabei hätte die Ortsgemeinde nur die Mehrkosten zu tragen gehabt, die für die Mehrzweckhalle aufzubringen seien. Das sei ein deutlich niedrigerer Betrag, als wenn sie selbst bauen müsste. Die Kosten einer Mehrzweckhalle dürften nach übereinstimmender Einschätzung von Schäfer und Metzger über 1,5 Millionen Euro liegen. Genaue Zahlen über die Sanierungskosten und den Aufwand für eine Mehrzweckhalle gibt es aber derzeit noch nicht. Die Verbandsgemeinde Edenkoben hatte im Haushalt bereits Summen im Investitionsplan vorgesehen, 100.000 im Jahr 2016 für die Planung, und eine Million im Jahr 2017, berichtet Metzger. Nach Abwicklung der Fusion gilt das nicht mehr. Was bei den Haushaltsberatungen für den neu aufgestellten Haushaltsplan der Verbandsgemeinde Maikammer dazu geführt hatte, dass die Bürgerliste (BL) zusammen mit der Freien Wählergruppe den Haushalt abgelehnt hat. Man stehe zur Sanierung des Kalmitbads, so die BL, aber das dürfe nicht zu Lasten der Bildung und der Ortsgemeinden gehen. Gemeint war die Schulturnhalle Kirrweiler. Metzger sagt, er möchte vor den Wahlen kein Öl ins Feuer gießen und die Diskussion nicht anheizen. Man sei sich mit der Verbandsgemeinde einig, dass nun zuerst einmal eine Bestandsaufnahme gemacht werden solle. Also festzustellen, wie der Zustand der Halle ist und welche Sanierungskosten überhaupt entstehen könnten. Das ist nach seiner Auffassung eine „solide Basis für weitere Gespräche“. Man brauche das nicht zu übereilen, und von daher sieht Metzger in nächster Zeit auch keinen Bedarf für einen Grundsatzbeschluss des Ortsgemeinderats. Ein Fachbüro soll also klären, was überhaupt nötig ist. Schäfer verweist darauf, dass erst vor etwa zehn Jahre einiges in die Schulturnhalle investiert worden sei: „Es wurden die Prellwände erneuert, die Decke gedämmt, eine neue Beleuchtung installiert, eine Notausgangstür geschaffen.“ Ein Neubau ist aus seiner Sicht nicht nötig. Metzger geht seinerseits davon aus, dass die Sanierung im Sinne der Energieeinsparverordnung erforderlich sei, da „sind wir schon lange hintendran“. Aber auch bauliche Mängel an der Halle seien möglicherweise vorhanden. Ein Architekt, der zu Gast in der Schulturnhalle war, habe auf Risse in einer Wand hingewiesen. Eine Mehrzweckhalle wäre geeignet auch für größere Veranstaltungen mit 200 Besuchern, etwa Theateraufführungen, für die der Saal im Edelhof zu klein ist. So etwa zehnmal im Jahr wäre ein Bedarf da, schätzt Metzger. Kosten und Nutzen müssten in einem vertretbaren Verhältnis zueinander stehen. Die große Verbandsgemeinde Edenkoben hätte die Kosten leichter schultern können, meint er. Die Ortsgemeinde als Bauherr – das wäre für diese eine viel schwerere Belastung. Schäfer hingegen sagt, dass auch von der Verbandsgemeinde Edenkoben damals keine konkreten Zahlen zu erhalten gewesen seien über mögliche Kosten. Er habe zweimal bei der Bauabteilung in Edenkoben nachgefragt: Man habe ihm keine Zahlen liefern können. (ff)