Neustadt In den entscheidenden Momenten schlauer
«Mannheim.» Mit einem 6:2 (1:0, 1:2, 4:0)-Sieg über die Kölner Junghaie sicherten sich die Jungadler Mannheim die deutsche U20-Meisterschaft in der Deutschen Eishockey-Nachwuchsliga (DNL). Es war bereits der 16. Titel, der achte in Serie.
Manch große Karriere beginnt mit einem Fehlschuss. Auch Frank Mauer, gebürtiger Heidelberger, olympischer Silbermedaillengewinner mit der deutschen Nationalmannschaft und deutscher Meister mit den Adlern sowie zuletzt dreimal in Serie mit Red Bull München, hat mal klein angefangen. Er war bei den Jungadlern in der DNL aktiv und durfte 2004 als Penaltyschütze im Finale, ebenfalls gegen Köln, zum direkten Duell mit dem Torhüter antreten. Er setzte die Scheibe an den Pfosten. Am 7:0 der Mannheimer von damals änderte das nichts. Es war der dritte Titel für das Mannheimer Nachwuchsprojekt, das seither zum Maß aller Dinge wurde. Und auch 2019 jubelten am Ende blondgefärbte Jungadler. Vor 1100 Zuschauern rangen sie die Junghaie nieder. Und vielleicht heißen die kommenden „Mauers“ ja Tim Stützle oder Louis Brune. Stützle mit zwei und Brune mit drei Toren hatten entscheidenden Anteil am 6:2-Sieg. „Jede Meisterschaft belohnt für das ganze Jahr“, jubelte der gebürtige Münchner Brune, der seinen zweiten Erfolg im Mannheimer Trikot feierte. Brune stand dabei sinnbildlich für die Stärke des gesamten Teams. Schließlich fehlte er bei zwölf Spielen der Hauptrunde (weil er bei den „großen“ Adlern aushalf), war nicht der einzige Leistungsträger, der teilweise über mehrere Wochen ersetzt werden musste. „Dafür sind die Spieler aus der zweiten Reihe herausgetreten und haben Verantwortung übernommen. Das hat die Mannschaft in diesem Jahr ausgezeichnet“, lobte Meistertrainer Frank Fischöder. Spiel zwei der Serie war enger, als es das Endergebnis glauben machen wollte. So hatten die Junghaie zunächst Vorteile, belagerten das Tor von Tom Schickedanz. „Wir waren etwas zu abwartend“, bilanzierte Fischöder den ersten Durchgang, der trotzdem mit einer Führung der Gastgeber endete. Sebastian Hon hatte in Überzahl bei Stützles Schuss nachgestochert (18.). Und Louis Brune schien kurz nach dem Seitenwechsel die Weichen auf Sieg zu stellen, traf aus spitzem Winkel gegen Kölns Nils Kapteinat (33.). Aber Köln schlug, begünstigt von Mannheimer Unaufmerksamkeiten, zurück. Julian Chrobot (35.) und Erik Betzold per Penalty (37.) trafen zum 2:2. „Das waren drei brutale individuelle Fehler“, haderte Fischöder mit seiner Mannschaft. Er schien in der Kabine aber die richtigen Worte gefunden zu haben, denn der Schlussabschnitt gehörte den Mannheimern: „Wir waren schlauer.“ So leistete sich Köln gleich drei dumme Strafzeiten in Folge – und Stützle in doppelter Überzahl (45.) sowie Brune mit immerhin noch einem Mann mehr auf dem Eis (49.) nahmen die Einladungen dankend an. Übrigens: Die U17 der Jungadler wurde beim Finalturnier in Bad Tölz ebenfalls Meister – mit einem 5:1-Erfolg über die Eisbären Juniors.