Neustadt Im Klemmhof geht es voran
Die ersten 500 Quadratmeter des „neuen“ Klemmhofs sind fertig. Im Bauabschnitt B unter der Sparkasse ist die wasserundurchlässige Bodenplatte aus Beton eingebracht. Jetzt folgt der wesentlich größere Abschnitt A. Im November 2015 soll alles fertig sein.
Es wirkt alles immer noch sehr gespenstisch im dritten Untergeschoss des Klemmhofs. Das Licht ist diffus, in der Luft hängt jede Menge Staub, der die Sicht vernebelt. Bagger fahren hin und her, umkurven die freigelegten Stützsäulen, auf denen der mächtige Wohn- und Geschäftskomplex ruht. Klein Venedig unter Neustadt – inzwischen allerdings ohne Wasser, da die sechs für die Sanierung angelegten Pumpbrunnen zuverlässig ihre Aufgabe erfüllen und den abgesenkten Grundwasserspiegel etwa 1,30 Meter unter der Bodenplatte halten. Ohne diese in Deutschland derzeit einzigartige Maßnahme wäre die Sanierung des Klemmhofs gar nicht möglich. Mitte des Jahres hatte Generalplaner Achim Romanowski betont, dass er sich zeitlich nicht unter Druck setzen lassen wolle (wir berichteten am 28. Juni). Das gilt auch jetzt noch. Aber nach dem erfolgreichen Einbringen der ersten Bodenplatte auf einer Fläche von 500 Quadratmetern im Baubereich B unter der Sparkasse nennt der Architekt und Diplom-Ingenieur aus Karlsruhe ein Datum für die endgültige Fertigstellung des Drei-Millionen-Euro-Projekts: Im November 2015 könne das dritte Untergeschoss wieder als Parkdeck freigegeben werden. Das sei eine großzügig ausgelegte Prognose, da nun „noch schwierige Detailarbeiten“ anstehen, sagt Romanowski vor allem mit Blick auf die komplizierte Erneuerung des Lüftungskanals unter der nun folgenden Bodenplatte in Abschnitt A. Diese liegt 1,50 Meter tiefer als die jetzt fertiggestellte in Abschnitt B. „Wir müssen da sehr, sehr vorsichtig sein und langsam, mit Bedacht vorgehen“, betont der Fachmann. Abgeschlossen sind die Arbeiten an der Heizzentrale im dritten Untergeschoss. „Das haben wir bis zum 15. September geschafft, zum Beginn der gesetzlichen Heizperiode“, freut sich Romanowski, dass alle Klemmhof-Bewohner wie versprochen warme Heizkörper haben, wenn sie diese andrehen. Die Anlage ist nun auf dem neuesten Stand: „Die Bewohner werden deutlich weniger Energie verbrauchen“, verspricht Romanowski. Die Bodenplatte im Heizzentrum musste um einen Meter angehoben werden, auch hier wurden Drainageleitungen verlegt. Die vorherige Platte hätte auf Dauer zu viel Wasserdruck abgekommen, dafür sei sie aber nicht geeignet gewesen, wie der Chefplaner erläutert. In die alte Platte wurden Löcher gebohrt, durch die das Wasser dann später druckfrei und somit gefahrlos bis unter die neue Bodenplatte ansteigen kann. Um das Wasser auch in Zukunft, also im laufenden Parkbetrieb, immer im Auge behalten zu können, wird es fast 100 Schächte geben. Die jeweiligen Deckel könne man einfach abnehmen und nachsehen, ob alles seine Ordnung habe. „So ist das System auf einfachste Art kontrollierbar“, sagt Romanowski. Im Bauabschnitt A wird jetzt wie gehabt vorgegangen: Kiesschicht, mit Trennvlies umwickelte Drainageleitung, Folienschicht, Metallgitter als Abstandshalter und schließlich die Betonplatte. Schon jetzt seien „wahnsinnig viele Erdmassen“ aus dem Klemmhof transportiert worden, diese Fahrten hinein und hinaus gingen noch eine Weile weiter: „Die Kleinbagger fahren noch monatelang.“ Allein 6000 Kubikmeter Kies werden am Ende durch die Öffnung zwischen Klemmhof und RHEINPFALZ-Gebäude nach unten gekippt worden sein. Für die bald im dritten Untergeschoss benötigten Stahlmatten wird es eine weitere Öffnung am Gebäude geben: In der Badstubengasse, vor den Räumen der städtischen Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft, entsteht eine etwa vier Meter breite Luke, in die ein Kran die Matten nach unten hieven kann. Die Stadt habe das schnell und unkompliziert genehmigt, betont Romanowski. Überhaupt sei die Unterstützung vonseiten der Verwaltung bislang ausgesprochen gut: „Sie hält uns den Rücken frei, da gibt es für uns nur Positives zu berichten.“ Von dem guten Fortschritt abgesehen, sei es „auch ein Erfolg der Baustelle“, dass trotz vieler gefährlicher Arbeiten noch keine Unfälle passiert seien, so Romanowski. (ffg)