Neustadt Im Hintergrund einiges abgearbeitet

Marcel Schwill mit dem Neustadter Klimaschutzkonzept.
Marcel Schwill mit dem Neustadter Klimaschutzkonzept.

Seit April vergangenen Jahres ist der erste Klimaschutzmanager der Stadt Neustadt im Amt. Eine solche Position zu schaffen, war ein zentraler Punkt im Anfang 2017 vom Stadtrat verabschiedeten Klimaschutzkonzept. Nun hat Marcel Schwill die ersten neun Monate hinter sich und bereits einige Projekte auf den Weg gebracht.

Ein Klimaschutzmanager nimmt eine zentrale strategische Rolle bei der Umsetzung kommunaler Klimaschutzziele ein. Wie berichtet, lautet das übergeordnete Ziel in Neustadt, den CO2-Ausstoß von derzeit 7,2 Tonnen pro Einwohner und Jahr bis 2035 auf vier Tonnen und bis 2050 auf zwei Tonnen zu reduzieren. Dafür wurde in einem etwa zweijährigen Prozess ein Klimaschutzkonzept mit einem umfangreichen Maßnahmenkatalog entwickelt. Dieses Werk fand Marcel Schwill auch gleich auf seinem Schreibtisch, als er im vergangenen Jahr seinen Dienst antrat. Zu Beginn habe er sich zunächst in das Konzept mit seinen 25 Maßnahmen eingearbeitet, berichtet der 36-Jährige aus Lüneburg – mittlerweile kennt er es natürlich in- und auswendig. Zum Thema Klima- und Umweltschutz ist Schwill über Umwege gekommen. Zunächst hatte er eine Ausbildung zum Industriekaufmann absolviert, anschließend den Bachelor in Betriebswirtschaftslehre und den Master in Nachhaltigkeitswissenschaft gemacht. Dabei sei ihm klar geworden, dass er in Sachen Nachhaltigkeit weitermachen wolle. Da kam die Stellenausschreibung in Neustadt gerade recht, zumal Schwill zu der Zeit in Frankenthal lebte. Inzwischen wohnt er in Mannheim und pendelt jeden Tag. Ihm sei es wichtig zu vermitteln, dass das Thema Klimaschutz kein reines Ökothema sei, sondern jeden betreffe, erläutert Schwill. Es reiche aber auch nicht zu sagen, der Klimaschutz sei ganz wichtig und werde immer wichtiger – man müsse handeln. Klimaschutz müsse nicht immer gleich viel Geld kosten, sondern könne schon im Kleinen angegangen werden. Aber auch wenn man investiere, zum Beispiel in eine umweltfreundlichere Heizung, zahle sich das meist schnell aus, und auf Dauer spare man, glaubt Schwill. Publikumswirksame Aktionen mit dem Neustadter Klimaschutzmanager hat es bislang nicht gegeben, auch wenn die Öffentlichkeitsarbeit zu seinem Arbeitsfeld gehört. Darauf habe man bewusst verzichtet, um Schwill die Möglichkeit zu geben, sich erst einmal an die Abläufe innerhalb der Verwaltung zu gewöhnen und sich in die Themen einzuarbeiten, sagt Umweltdezernentin Waltraud Blarr, an deren Dezernat der Klimaschutzmanager angegliedert ist. „Intern ist aber einiges passiert, und das werden wir jetzt in den nächsten Monaten ausrollen“, verspricht Schwill. Zum Beispiel einen eigenen Internetauftritt zum Thema Klimaschutz in Neustadt. Im Frühjahr soll die Webseite online gehen. Darauf wird dann auch der Slogan für die städtischen Bemühungen auf diesem Gebiet präsentiert. Schulen und Vereine waren aufgerufen, Vorschläge zu machen: „Die Resonanz war sehr gut, wir haben 68 Vorschläge bekommen“, berichtet Schwill. Der Sieger ist schon gekürt und ein Logo entworfen – das soll aber nicht vor dem Start der neuen Webseite verraten werden. Des Weiteren hat Schwill unter anderem Kriterien für den städtischen Umweltpreis entwickelt, erarbeitet ein Dachbegrünungskonzept und kümmert sich um die Erstellung des Solar- und Gründachpotenzial-Katasters, das die Bürger voraussichtlich ab Mai abrufen können. „Die Maßnahmen aus dem Klimaschutzkonzept müssen wir nach und nach abarbeiten“, sagt Blarr mit Blick auf die weiteren Aufgaben für Schwill. Die Stelle wird aus Bundesmitteln finanziell gefördert – zunächst für drei Jahre, danach ist eine zweijährige Verlängerung möglich. Blarr hofft, dass die Stadt auch über diesen Zeitraum hinaus mindestens einen Klimaschutzmanager beschäftigen wird. Apropos: Zunächst für die ersten drei Jahren hatte der Stadtrat zwei Stellen genehmigt, die auch besetzt worden waren. Allerdings musste Schwills Kollege Christopher Blauth, der einen Monat nach Schwill gekommen war, seine Mitarbeit Ende Dezember aus privaten Gründen schon wieder beendet. Laut Blarr laufen kommende Woche Vorstellungsgespräche, um die Stelle erneut zu besetzen.

x