Neustadt Ihlenfeld: „Maximal vierzügig“

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Neustadts Schuldezernentin Waltraud Blarr und Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld haben vereinbart, dass sich beide Kommunen künftig einmal im Jahr über die Schulpolitik austauschen. Das ist das Ergebnis eines Treffens am Donnerstag in Bad Dürkheim.

Wie berichtet, hatte der Landrat bei Oberbürgermeister Hans Georg Löffler protestiert, weil Neustadt ohne Abstimmung mit dem Landkreis seinen Schulentwicklungsplan verabschiedete, der die Umwandlung der Realschule plus in eine Integrierte Gesamtschule (IGS) vorsieht. Das könnte die Realschule plus in Lambrecht gefährden. „Wir werden uns stets im dritten Quartal eines Jahres austauschen, wenn die Anmeldezahlen der Schulen verbindlich sind“, sagte Ihlenfeld. Neustadt sei optimistisch, dass die Lambrechter Realschule plus von der IGS profitiere, weil Eltern, die diese Schulform ablehnten, ihre Kinder an die Realschulen plus in Lambrecht und Maikammer/Hambach schicken würden, so Ihlenfeld. Vor diesem Hintergrund erwarte er von der Stadt, dass die mögliche IGS nicht überfrachtet wird und maximal vierzügig ausgelegt ist. „Aber wichtig ist mir auch, dass sich die Neustadter Gymnasien auf ihre Kernaufgaben konzentrieren und nur Schüler aufnehmen, die auch ans Gymnasium gehören“, machte Ihlenfeld weiter deutlich. Er sei daher froh über die Zusicherung Blarrs, dass die Stadt ihre Gymnasien nicht baulich erweitern wolle. Das Neustadter Schulverwaltungsamt plane mit zurückgehenden Schülerzahlen an allen drei allgemeinbildenden Gymnasien. Ihlenfeld ist sich bewusst, „dass eine IGS Strahlkraft über die Grenzen von Neustadt hinaus hätte“. Das würden auch die Erfahrungen der Gesamtschulen des Kreises in Grünstadt und Deidesheim/Wachenheim zeigen. „Wir erkennen und akzeptieren diesen Elternwillen, wollen aber gleichzeitig einen für alle Beteiligte ruinösen Schulwettbewerb verhindern“, so der Landrat. Der Landkreis werde an der Realschule plus in Lambrecht auf jeden Fall festhalten. Es sei vereinbart worden, dass künftig beide Kommunen bei Veranstaltungen zur Schulwahl auf die jeweiligen Angebote des Nachbarn hinweisen. Ziel müsse ein gemeinsames Auftreten und Bewerben des Angebots sein. Waltraud Blarr bezeichnete das eineinhalbstündige Gespräch als sehr konstruktiv. Der IGS-Antrag habe beim Land nur dann eine Chance, wenn man deutlich mache, dass Neustadter Schüler, die eine Realschule besuchen wollten, künftig nach Lambrecht oder Maikammer/Deidesheim ausweichen. So gesehen sei eine enge Abstimmung mit dem Landkreis unabdingbare Voraussetzung für die Umsetzung der Pläne. Blarr begründete die späte Einbindung des Landkreises erneut damit, dass der Stadtrat bislang keinen Beschluss gefasst hatte: „Ich brauchte doch erst das eigene Votum, ehe ich mit der Nachbarkommune in Kontakt trete.“ Mit Tanja Walter nahm auch die Schulleiterin der Realschule plus in Lambrecht an dem Gespräch teil. Sie erklärte, den Neustadter Weg zu respektieren: „Das ist aus Sicht des Standorts absolut verständlich.“ Ob die Prognose der Gutachter eintrete, müsse sich zeigen: „Letztendlich stärkt sich eine Schule mitunter aus eigener Kraft, durch die Arbeit eines engagierten Kollegiums, einer interessierten Elternschaft und Schülern, die sich als wertvollen Teil der Schulgemeinschaft wahrnehmen.“ Die Lambrechter Realschule plus konzentriere sich auf die Profilierung durch Fitness- und iPad-Klassen, Berufsorientierung und Praxistage. |wkr

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