Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Iggelbach: Dorfstraße wieder befahrbar

Gegner des Straßenausbaus machten ihrem Ärger über ein Plakat an einem Geländer Luft. Foto: Mehn
Gegner des Straßenausbaus machten ihrem Ärger über ein Plakat an einem Geländer Luft.

Proteste und Diskussionen hatte es vor Beginn des Ausbaus der Dorfstraße in Iggelbach gegeben. Nun ist die Erneuerung des Straßenabschnitts zwischen Verkehrskreisel und der Kreuzung Schloss- und Wiesengasse fertig. Bei der Freigabe waren die anwesenden Anwohner von der neuen Straße durchaus angetan. Es gab aber auch eine Gegenveranstaltung.

Bei der „Gegenveranstaltung“ blieben der Besitzer der Gaststätte „Pfälzer Hof“ und zwei Vertreter der SPD jedoch unter sich. „Es ist eine schöne Straße geworden“, sagte Elmsteins Ortsbürgermeister Stefan Herter (SWG) angesichts des mit muschelkalkfarbenen Betonsteinen gepflasterten, etwa 420 Meter langen Straßenstücks. In der Mitte der im Durchschnitt etwa sechs Meter breiten Straße ist eine Rinne, die mit Formrinnensteinen in Anthrazit gepflastert ist.

Verständnis für Anwohner

„Ich verstehe, dass die Anwohner sauer sind“, weil sie Ausbaubeiträge zahlen müssen, sagte Herter. Er wisse, dass manche Anwohner finanziell stark belastet würden und Probleme hätten, das Geld aufzubringen. Es sei aber „nicht die Schuld des Gemeinderats“, dass die Anlieger zahlen müssen. In Rheinland-Pfalz sei es gesetzlich vorgeschrieben, Ausbaubeiträge zu fordern. Die 40 Prozent, auf die der Beitrag der Anlieger festgelegt worden sei, sei der niedrigste Satz, der in einer Straße wie der Dorfstraße, möglich sei. Herter erinnerte daran, dass bei der Erneuerung von Straßen in Elmstein die Anlieger 60 beziehungsweise 75 Prozent Ausbaubeiträge zahlen mussten.

Dass die Erneuerung der Dorfstraße billiger gewesen wäre, wenn sie asphaltiert worden wäre, sei „ein Gerücht, das sich hartnäckig hält“, so Herter. Es sei ein Angebot für eine Asphaltierung eingeholt worden. Der Preis habe sich von dem für die Pflasterung der Straße nicht unterschieden.

100.000 Euro günstiger

Zwar liege die Schlussabrechnung noch nicht vor, doch sei bereits klar, dass die Kosten von rund 991.000 Euro um etwa 100.000 Euro unterschritten würden, teilte Herter mit. Das bedeute, dass sich auch der Kostenanteil der Anlieger entsprechend reduziere. Im Juni 2018 war mit den Arbeiten begonnen worden. Die Baufirma Bender aus Mertesheim sei einen Monat schneller fertig geworden als geplant. Und das, obwohl es „keine einfache Baustelle war“, so Herter. Wegen der Enge der Straße, der topographischen Lage, aber auch wegen der teilweise schlechten Umleitungsmöglichkeiten. Zudem habe man versucht, die Einschränkungen für die Anlieger so gering wie möglich zu halten. So habe es, obwohl die Straße sehr schmal ist, kaum Vollsperrungen gegeben.

„Die Baufirma hat alles getan, was möglich ist“, lobte Herter. Sogar bei Schnee sei gearbeitet worden. Er sei auch froh darüber, dass das Verhältnis zwischen den Anliegern und der Baufirma gut gewesen sei. „Ich bin dankbar, dass die Anlieger ihren Ärger an mir und nicht an der Baufirma ausgelassen haben“, sagte der Bürgermeister.

x