Neustadt Hoheitlich. Bodenständig. Kirchlich.

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Ganz klassisch feiert die Pfälzische Weinprinzessin Laura Julier Weihnachten: Im Kreise der Familie wird an Heiligabend in Hambach zu Abend gegessen, nach der Bescherung geht’s in die Christmette nach Deidesheim. Bereits gestern hat sich Julier mit ihrer Schwester Anna dem Christbaumschmuck gewidmet: „Wir machen das seit vielen Jahren zusammen, das macht Spaß“, sagt die Weinhoheit. Es ist sozusagen ein „geschichtsträchtiger“ Baum – mit Kugeln, die teilweise noch von der Uroma stammen. „Klar, als Kind hat man das alles noch viel geheimnisvoller erlebt. Heute wissen wir, dass die Geschenke nicht vom Christkind kommen, aber es ist immer noch schön, die Feiertage zusammen zu verbringen“, sagt die 23-Jährige. Als Weinprinzessin mischt sie natürlich bei der Getränkeauswahl mit, obwohl die Planung noch nicht ganz steht. Klar sei, dass es nach der Bescherung einen Sekt zum Anstoßen gibt, und irgendwie werde es sicher auch einen Riesling geben. Um das Weihnachtsessen selbst kümmern sich die Eltern Martina und Peter Julier: Er ist Mitglied im Hambacher Kochclub St. Jacques und hat im Vorfeld bereits Fisch und Ente geräuchert, die mit Feldsalat als Vorspeise auf den Julier’schen Festtagstisch kommen. Darauf folgt eine Rinderlende. „Dazu könnte ich mir einen schönen Spätburgunder vorstellen“, meint Laura Julier. Aber: „Vielleicht hat der Papa noch was Schönes im Keller, das er aufmachen möchte, wenn die ganze Familie beisammen ist ...“ Für die Weihnachtsfeiertage stehen dann Familienbesuche auf dem Programm. (hox) Am vergangenen Mittwoch war Matthias Frey, Direktor des Amtsgerichts und Fraktionsvorsitzender der FDP im Stadtrat, in Meckenheim, um wie alle Jahr wieder beim selben Landwirt die Nordmann-Tanne für Weihnachten zu kaufen. Was getan ist, ist getan. Die Tage vor Weihnachten sind stressig genug. Aber die Arbeitsteilung im Hause Frey in Gimmeldingen funktioniert. Matthias Frey und Ehefrau Uschi teilen sich das Kaufen der Geschenke für die vier Kinder – Johann (5), Karl Christoph (10), Burkhard (13) und Dorothee (15) – gerecht auf. Und am Vorabend zu Heiligabend, also gestern, wurde dann auch noch gemeinsam geschmückt – nachdem Matthias Frey den Baum im Wohnzimmer aufgebaut hatte: „Die Axt im Haus ersetzt den Zimmermann, ich denke, ich bin handwerklich etwas begabt.“ Frey ist bekannterweise auch Hobby-Imker. Da versteht es sich von selbst, dass am Weihnachtsbaum Bienenwachskerzen die Beleuchtung übernehmen. Die Vorfreude auf das Christkind wird im Hause Frey noch richtig zelebriert, vor allem für den fünfjährigen Johann. Seine große Schwester Dorothee bringt sich aber auch ein, hat zum Beispiel mit ihren Freundinnen Plätzchen gebacken. Karl Christoph, der im Posaunenchor Trompete spielt, macht sich heute Nachmittag mit seinem Papa auf zum Konzert in Mußbach. Um 17 Uhr sind Vater und Sohn dann wieder zurück, um gemeinsam mit der Familie sowie den Eltern seiner Frau und der Großmutter den protestantischen Gottesdienst zu besuchen. Danach wird noch nicht beschert: Zu seinem Leidwesen muss sich vor allem Johann noch gedulden. Erst spielt der Vater am Klavier und liest aus der Familienbibel vor, danach nimmt Karl Christoph noch mal die Trompete zur Hand. Rituale, die Matthias und Uschi Frey wichtig sind, weil sie sie selbst im eigenen Elternhaus erlebt haben. Auf dem Speiseplan fürs Festmahl steht Roastbeef, auch eine Familientradition. „Das geht schnell und ist praktisch, man muss es nur noch aus dem Backofen holen“, sagt Frey. (wkr) Für Pfarrer ist das Weihnachtsfest anders als für die meisten Menschen: Sie müssen arbeiten. Oder sie dürfen arbeiten – so empfindet es jedenfalls Frank Schuster, Pfarrer der protestantischen Martin-Luther-Kirchengemeinde. „Es ist schon was Besonderes, ohne das würde mir was fehlen“, sagt der 50-Jährige. Daran kann auch die Tatsache, dass die Weihnachtszeit für einen Pfarrer die stressigste Phase im Jahr ist, nichts ändern. Da falle schon mal der Begriff „Bethlehem-Action“, verrät Schuster. Die ganzen Vorbereitungen, die Adventsgottesdienste, viele Weihnachtsfeiern innerhalb der Gemeinde: „Ab dem ersten Advent brummt’s.“ Heute wird der 50-Jährige um 18 Uhr den klassischen Heiligabend-Gottesdienst halten und den nächsten dann morgen um 9.30 Uhr. Ansonsten hat er frei – eine ganz neue Erfahrung für Schuster, der vor seinem Wechsel nach Winzingen 24 Jahre lang als Einzelkämpfer-Pfarrer in Kaiserslautern wirkte. In Neustadt bildet Schuster mit seinem Kollegen Jürgen Leonhard ein Gespann. Somit bleibt mehr Zeit für die Familie. Heiligabend verbringt Schuster mit seiner Frau Monika und seiner Mutter, die in Ludwigshafen lebt, in den heimischen vier Wänden. „Wir machen es uns gemütlich und essen ein bisschen was, aber nix Spektakuläres“, so Schuster. Geschenke gibt es auch, allerdings keine sündhaft teuren Konsumgüter, sondern eher „eine nette Aufmerksamkeit“. Etwas größer fallen die Präsente für „die kleinen Großneffen“ aus, die Monika und Frank Schuster dann am zweiten Weihnachtsfeiertag besuchen. Musik wird an Weihnachten auch gehört: mit der Mutter eher was Klassisches, mit der Frau zusammen auch mal was Jazziges, zum Beispiel Miles Davis. Für Schuster ist es ein besonderes Weihnachtsfest: Da er aus Lachen-Speyerdorf stammt, aber mehr als 20 Jahre in Kaiserslautern gelebt hat, ist es das erste seit langer Zeit in seiner Heimat. Im August 2014 hat er seine Stelle in der Martin-Luther-Gemeinde angetreten. Ein ungeahntes Problem tauchte auf, als es um den Weihnachtsbaum ging: „Wo holen wir ihn denn“, haben er und seine Frau sich gefragt. In Kaiserslautern hatten sich seit Jahren die selbe Anlaufstelle, in Neustadt mussten sie sich erst umschauen. Natürlich haben sie einen gefunden, und dann war alles wie immer: Ausgesucht und geschmückt hat ihn Monika Schuster, ihr Mann war lediglich für den Transport und das Aufstellen zuständig. „Schleppen, reinstellen, fertig“ – so umschreibt Frank Schuster sein Aufgabengebiet. Neben dem obligatorischen Christbaum und einem Adventskranz – wobei es aus praktischen Gründen kein Kranz, sondern ein Rechteck ist – gibt es im Schuster’schen Haus eine weitere festliche Dekoration: eine Krippe aus Olivenholz, gefertigt in Bethlehem. „Handimportiert aus dem heiligen Land“, sagt Schuster lachend über das während einer Reise gekaufte Kunstwerk. Apropos Auslandsaufenthalt: Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren werden die Schusters ihre Weihnachtsdekoration diesmal früher abbauen, da sie Anfang Januar zu einer einmonatigen Reise nach Vietnam aufbrechen, wo sie auch ihre beiden Geburtstage feiern werden. (ffg)

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