Neustadt Hofmeister übernimmt Bäckereiläden
Die Großbäckerei Hofmeister, Landau, hat den überwiegenden Teil der Filialen der Bäckerei Hofmann, Lambrecht, übernommen. Geschlossen wurden die Filialen in Maikammer sowie im Discounter Lidl in Edenkoben. Wegen der restlichen Filialen verhandeln Hofmeister und Hofmann derzeit noch. Die Gespräche sollen in diesem Monat abgeschlossen werden.
Wie viele der 18 Filialen, die Hofmann in Neustadt, Haßloch, Landau, Edenkoben, Maikammer, Lambrecht und Gönnheim geführt hat, bisher übergeben wurden, wollen weder Robert Hofmann noch Tim Bauer, Geschäftsführer der Hofmeister Brot GmbH, sagen. Der Übernahmeprozess sei „teilweise noch im Gange“, und es würden noch Verhandlungen geführt, sagt Bauer. „Momentan laufen die letzten Gespräche mit Übernehmer und Vermietern“, teilt Hofmann mit. „Wir sind bestrebt, alle derzeit betriebenen Filialen zu übernehmen“, betont Bauer. Kein Interesse hatte die Hofmeister Brot GmbH offensichtlich an der Filiale in Maikammer. Nach Informationen der RHEINPFALZ soll vor allem in der Maikammerer Filiale der Umsatz sehr gering gewesen sein. Lidl habe in seinem Edenkobener Discounter „keine Bäckerei mehr im Vorkassenraum“ gewollt, so Hofmann. Der 67-jährige Robert Hofmann und seine 65 Jahre alte Frau Hannelore wollen nach 43 Jahren, in denen sie den 1752 gegründeten Familienbetrieb führten, vor allem aus Alters-, aber auch aus Gesundheitsgründen in den Ruhestand gehen. Einen Nachfolger gibt es nicht. Der Versuch, den gesamten Betrieb, einschließlich der Backstube in Lambrecht, zu verkaufen, scheiterte. Alle Mitarbeiterinnen, auch die der geschlossenen Filialen, seien von Hofmeister übernommen worden, so Hofmann. „Wir übernehmen selbstverständlich das Verkaufspersonal der jeweiligen Filialen“, versichert Bauer. Hofmann hatte zuletzt etwa 140 Mitarbeiter, davon 30 in der Backstube in Lambrecht. Wie berichtet, wurde den dortigen Mitarbeitern gekündigt, da die Backstube zum 30. November geschlossen wird. Hofmeister beschäftigt nach Angaben von Bauer knapp 750 Mitarbeiter. 2013 hatte Hofmeister für einiges Aufsehen gesorgt, weil die Großbäckerei den damals 650 Mitarbeitern kurzfristig das Weihnachtsgeld gestrichen hatte. 2014 und 2015 fielen Urlaubs- und Weihnachtsgeld weg. Im Gegenzug erklärte sich Hofmeister bereit, Tariflohn zu zahlen. Hofmann hat nach Informationen der RHEINPFALZ seinen Verkäuferinnen nur Mindestlohn gezahlt. Die Vorderpfalz gehöre zum Kerngebiet der Großbäckerei Hofmeister, deshalb habe man Interesse an den Hofmann-Filialen gehabt, sagt Bauer. Vor der Übernahme der Hofmann-Filialen hatte Hofmeister 56 Geschäfte, darunter auch im Saarland, Baden-Württemberg und Südhessen. „Wir backen einen Großteil unseres Kleingebäcks wie Brötchen und Croissants direkt vor Ort frisch“, nennt Bauer als „großen Unterschied“ zur Bäckerei Hofmann. Die Bäckerei Hofmeister sei vor allem für Brötchen, Brezeln, Knollenbrot und den Butterkranz bekannt. | ann