Neustadt Hoffmanns perfekter erster Versuch

Die Neustadterin Lilli Ulrich siegte im Siebenkampf der Klasse U20.
Die Neustadterin Lilli Ulrich siegte im Siebenkampf der Klasse U20.

«Neustadt.» Starke Leistungen zeigten die Athleten der Region bei den zweitägigen Pfalzmehrkampfmeisterschaften im Stadion an der Sauterstraße. Aber ausgerechnet zum kleinen Jubiläum, der 15. Veranstaltung der Mehrkampfmeisterschaften in Neustadt, blieben die Zehnkämpfer aus der Region zum ersten Mal komplett dem Wettkampf fern.

Neben kleinen Verletzungen und ausgelaugt nach vielen Wettkämpfen der Freiluftsaison verzichteten Marvin Kastl (TV Gimmeldingen) und Raphael Tremmel (LC Haßloch) auf einen weiteren Zehnkampf. Auch Christian Heilmann (LTV Bad Dürkheim), der zehnmal als Zehnkämpfer dabei war und im Vorjahr Rang zwei belegt hatte, musste verzichten. „Es fällt mir richtig schwer, hier nicht mitzumachen. Ich bin fasziniert von der Vielfältigkeit des Zehnkampfs. Aber ich hatte eine Verletzung am linken Fuß. Wäre ich gestartet, wären vielleicht auch noch meine zwei Vereinskameraden Moritz Knöringer und Alexander Kriegel angetreten, damit wir für die Mannschaftswertung punkten können. Aber nächstes Jahr ist ein Start eingeplant“, betonte Heilmann, der als Trainer der Nachwuchsathleten seines Vereins in Neustadt war. Eine der besten Einzelleistungen der beiden Wettkampftage zeigte Speerwerfer Moritz Hoffmann (LG Neustadt). Er ließ in seiner Lieblingsdisziplin Speerwurf mit einem perfekten ersten Versuch auf 65,26 Meter fliegen und siegte im Fünfkampf der Männer. Im Duell mit seinem Teamkollegen Roy Heilmann, der als 400-Meter-Läufer Vorteile in den beiden Laufdisziplinen 200 und 1500 Meter und im Weitsprung hatte, siegte Hoffmann schließlich doch deutlich, zumal er auch im Diskuswurf überzeugte. Das Trio komplettierte Andreas Seeber. Die drei jungen Athleten hatten sichtlich Spaß. „Das ist unser Saisonabschluss. Wir gehen es locker an“, sagte Seeber. Tillman Hofrichter, der früher für die LG Weinstraße gestartet war und in Ruppertsberg wohnt, sucht wieder Anschluss an seine Konkurrenten. Der 23-jährige BWL-Student lebt während des Semesters in St. Gallen und startet mittlerweile für den 1. FC Kaiserslautern. „Das vergangene Jahr fiel komplett weg, nachdem ich einen Bänderriss beim Basketballspielen erlitten hatte“, so Hofrichter. Lilli Ulrich (LG Neustadt) holte gleich zwei Titel. Im Siebenkampf gewann sie souverän die Einzelwertung der Altersklasse (AK) U20, dazu kam der Mannschaftstitel mit Lina Gauweiler und Pauline Moos. Kurios dabei der Hochsprungwettbewerb: Ulrich, eigentlich Hürdenspezialistin, nutzte ihre Größe von 1,76 Metern, um mit einer selten gesehenen Technik die Latte zu überqueren. Sie nahm statt des Fosbury-Flops den Schersprung, um sich der Herausforderung zu stellen. So war dann auch diesmal bei 1,43 Metern Endstation. Aber ihre Konkurrentinnen stiegen trotz der klassischen Floptechnik bereits bei 1,28 Metern wesentlich früher aus. Eine starke Leistung zeigte Lara Kirchberg im Siebenkampf der U18. Sie startete „hoch“, da sie normalerweise noch in die U16 gehört. Sie hatte nur rund 200 Punkte Rückstand auf Siegerin Linda Vejsada (Harthausen). Kurt Büttler, Trainer der TSG Haßloch, war mit vielen jungen Mehrkämpfern am Start. Franziska Sutter belegte Rang zwei im Vierkampf der W15. In der W13 holte die TSG den Mannschaftstitel mit Selina Zimmermann, Kim Vogt, Saskia Brand, Sophie Uhrmeister und Josie Hayna. Mit Paul Leibrock war ein Fünfkämpfer für den LC Haßloch am Start. „Das war ein erster Wettkampf der Saison. Ich war etwas angeschlagen und mache Leichtathletik vor allem auch als Ausgleich zum Studium“, erzählte der 21-jährige BWL-Student. Erfahrung im Hochsprung und Mehrkampf sollte Moritz Märdian sammeln, so die Vorgabe von LCH-Trainer Rainer Sölter. Märdian, Jahrgang 2004, startete in der nächsten Altersklasse M14 hoch. Denn nächstes Wochenende tritt er bei den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften an, um dort einen Dreikampf und als Einzeldisziplin Hochsprung zu absolvieren. „Daher holte er sich heute Wettkampfpraxis im Hochsprung“, sagte Sölter. Mit 1,46 Metern waren auch Trainer und Athlet zufrieden, auch wenn in der Mehrkampfwertung keine vordere Platzierung erreicht wurde.

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