Neustadt Hochzeitsmenü aus Foodtruck
Vor wenigen Tagen hat Alexander Kurz mit seinen Mitarbeitern beim Fachbesuchertag der Weintage der Südlichen Weinstraße neue vegane Produkte ausprobiert, fast zeitgleich das komplette Weinfest in Gleiszellen ausgestattet. Zuvor waren die Gaumenfreunde mit ihrem Foodtruck bei Bürklins Weinzeit in Wachenheim. Mal sind Sushis gefragt, mal geröstete Focaccia. Mal darf es Lachsfilet, gegrillt im Buchenspan sein, mal Chips vom Wildschinken oder ein Flansteak mit rauchiger Tomate. Die Wünsche der Gäste werden immer verrückter. So offerieren die Gaumenfreunde immer öfter Hochzeitsmenüs aus dem Foodtruck. Wo? Wo immer es möglich ist, wo immer das Hochzeitspaar mit seinen Gästen zu feiern beliebt. Wenn dann noch Stromanschluss und Zufahrt einen Lkw- und Kühlwageneinsatz zulassen, sind die Edenkobener Caterer zur Stelle. Viel Logistikarbeit stecke heute in seinen Unternehmungen, erzählt Alexander Kurz, der mit seinen 35 Jahren nicht nur im Hotel Prinzregent das Sagen hat. Auch dem wohl größten Cateringunternehmen in der Region hat er ein Gesicht gegeben. Alleine im vergangenen Jahr hat er gemeinsam mit seinem kreativen Kopf des Catering-Unternehmens, Gesamt-Küchenchef Oliver Weisch, bei 167 Veranstaltungen unzähligen Gästen Gaumenfreude beschert. Mal gilt es im benachbarten Lavendelgarten am Edenkobener Kloster 2000 Gäste zu verköstigen, mal ist es die interne Jubiläumsfeier, bei der ein exklusives Menü gewünscht ist. „Wir machen auch viel im Zellertal“, erzählt Kurz, der sich freute, als er in diesem Jahr auch noch den Zuschlag für den monatlichen Treff im Englischen Garten des Weingutes Bürklin-Wolf in Wachenheim bekam. Übrigens: An den Gaumenfreunden führt auch für das Tagungszentrum in Worms kein Weg vorbei. Um das immer umfangreicher werdende Equipment, die Fahrzeuge und Kühlwagen, die Tische und Stühle, die Sonnenschirme, all das Geschirr und vieles, vieles mehr unterzubringen, haben die Caterer in diesem Jahr auch eine neue Lagerhalle in Edenkoben bezogen. „Eventgastronomie zieht, und wir sind auf diesen Zug aufgesprungen“, bringt es Alexander Kurz auf den Punkt. 2014 hat er seine erste Veranstaltung außer Haus bestückt. Wichtig sei es, ergänzt Weisch, mit immer wieder neuen Ideen auch den sich ändernden Wünschen der Kunden gerecht zu werden. Waren im vergangenen Jahr beispielsweise Grillevents der absolute Renner, stehen dieses Jahr komplette Menüs auf Platz eins der Angebotsliste. Wenn dann noch kleine Workshops angeboten werden, die Gäste die Zubereitung der Speisen live mitverfolgen können, läuft das Geschäft. Seinen Umsatz alleine im vergangenen Jahr beziffert Alexander Kurz mit einer runden Million Euro, Tendenz 2018 steigend. „Wir sind dieses Jahr gewaltig nach oben geschossen“, verrät Weisch. So ist beispielsweise in diesen Wochen und Monaten auch „Back to bread“, zurück zum Brot, viel gebucht. Fünf bis sechs verschiedene Brotsorten werden mit einer Olivencreme oder Kürbis-Tapenade serviert. Je nach Saison werden auch kleine Büffet-Leckereien in großer Vielfalt angeboten. Derzeit ist es der marinierte Spargel oder Crème brulée vom Ziegenkäse, im Herbst dann Rote-Beete-Carpaccio. Kaum noch wegzudenken sei bei Festivitäten der Mitternachtsdöner, der die in die Jahre gekommene Gulaschsuppe längst abgelöst hat. Immer größer wird die Mannschaft der Mitarbeiter, die vor allem an den Wochenenden für die Gaumenfreunde im Einsatz ist. Mitunter sind 50 Mitarbeiter für Kurz unterwegs. Ein Dutzend etwa ist fest angestellt. Das sind vor allem auch die Bürokräfte, die sich um die Abwicklung der Veranstaltungen und die Bearbeitung der Angebote kümmern. Und das immer häufiger auch außerhalb der Pfalz. Nicht selten gilt es dabei, gemeinsam mit Firmen zusammenzuarbeiten, die sich auf Licht- und Bühnentechnik spezialisiert haben. Mittelfristig denken Alexander Kurz und Oliver Weisch über eine noch engere Zusammenarbeit mit Winzern nach, erwägen mehr Aktivitäten im „Popup“-Segment. Mit anderen Worten: Restaurantangebote außerhalb der Restaurants. Auch wenn die Tage und Nächte in diesen Wochen viel zu kurz und deshalb besonders strapaziös sind, ihren Spaß an der Arbeit haben die beiden Profis nicht verloren. Im Gegenteil: Mit ständig neuen, pfiffigen Ideen pflegen sie ihre große Leidenschaft: gut essen.