Neustadt
HNO-Praxis verlegt: Der Zufall half bei der Entscheidung
Vor gut einem Jahr hatte Hannah Katharina Teepe die HNO-Praxis ihres Kollegen Wolfhart Boing in der Turmstraße übernommen. Ein Vierteljahr arbeitete Boing noch mit, um einen reibungslosen Praxisübergang zu gewährleisten. Ursprünglich wollte die promovierte Fachärztin dort noch ein paar Jahre bleiben. Doch dann stand eine langjährigen Verlängerung des Mietvertrags an. Und sie begann, Vor- und Nachteile des Standorts gegeneinander abzuwägen.
So lagen die Praxisräume in der oberen Etage eines Gebäudes ohne Aufzug, waren also nicht barrierefrei zugänglich. Hinzu kam die Hertie-Baustelle, Stichwort Betonsanierung. Der Baustellen-Lärm habe manche akustischen Untersuchungen sehr beeinträchtigt, sagt Teepe. Als sie dann noch durch Zufall von den frei werdenden Praxisräumen in der Landauer Straße erfuhr, griff sie nach reiflicher Überlegung zu.
Keine Unterbrechung
Dank der tatkräftigen Mithilfe ihres Mannes und ihrer Familie wurde der Umzug dann „praktisch nahtlos“, also ohne Praxisunterbrechung, gestemmt. Hilfreich dabei war, dass die neue Praxis fast komplett neu ausgestattet wurde. Die neuen Räume sind hell gestaltet und lichtdurchflutet. In zwei der insgesamt drei Behandlungsräume findet sich eine identische medizinisch-technische Ausstattung.
Was heute alles möglich ist – davon ist die 39-Jährige selbst ein wenig fasziniert: „Das Endoskop am Behandlungspult ist verbunden mit einer Kamera, die die Bilder direkt auf einen Bildschirm überträgt, auf dem der Patient dann sofort sieht, wie es im Inneren des untersuchten Organs aussieht.“ Dass damit auch eine Ultraschalluntersuchung – beispielsweise der Nasen-Nebenhöhlen – gemacht werden kann, sei ein klarer Vorteil für den Patienten. Denn auf diese Weise können viele verschiedene Untersuchungen an einem Platz gemacht werden, müsse der Patient nicht den Raum wechseln. Überzeugt ist sie auch von einem weiteren Gerät, mit dem Weichteile, wie Speicheldrüsen und Lymphknoten, per Ultraschall untersucht werden können.
Kollege oder Kollegin gesucht
„Ich würde mich freuen, wenn ich noch einen HNO-Kollegen oder auch eine -Kollegin fände, die mit mir hier zusammenarbeiten möchte, ausreichend Platz hätten wir ja“, sagt Teepe und schmunzelt. Dankbar ist sie dafür, dass die leitende Medizinische Fachangestellte mit aus der ehemaligen Praxis Boing in die neue Praxis wechselte. „Das ist schon eine große Hilfe, auf eine versierte Kraft zählen zu können“, berichtet Teepe, die zusätzlich drei weitere Medizinische Fachangestellte beschäftigt.
Nach Neustadt kam die Fachärztin übrigens der Liebe wegen. „Obwohl meine Eltern Pfälzer sind, bin ich in Schleswig-Holstein geboren und in Niedersachsen aufgewachsen.“ Nach der Facharzt-Ausbildung an der Universitätsklinik Heidelberg praktizierte sie dort auch kurze Zeit, bis sie ihren Mann kennenlernte, mit dem sie heute gemeinsam mit ihrem dreijährigen Sohn in Wachenheim lebt: „Von meiner Familie bekomme ich viel Unterstützung. Sonst wäre es mir gar nicht möglich, die Praxis hier aufzubauen und zu betreiben.“
Alle Altersgruppen
Für den Fachbereich Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde hatte sie sich schon früh entschieden. „Ich bin musikalisch groß geworden und habe mich deshalb schon früh für die Zusammenhänge zwischen den Sinnesorganen und der Stimme interessiert“, erinnert sie sich. „Außerdem behandelt man als HNO-Arzt alle Altersgruppen – von Kindern bis zu Senioren.“ Darüber hinaus habe das Fachgebiet eine riesige Bandbreite, bei dem man auch chirurgisch tätig sein könne.