Wasserball
Hin und Her um das Pokalviertelfinale SC Neustadt gegen Spandau
Schräg, schräger, am schrägsten. So gestaltete sich die Planung für das Viertelfinale um den Deutschen Wasserball-Pokal zwischen dem SC Neustadt und Rekordmeister Spandau 04 Berlin im Stadionbad. Denn zunächst stand auf der Kippe, ob der Gegner überhaupt Spandau wird. Es gab einen Protest gegen die Auslosung des Viertelfinales von Duisburg. Doch auch danach ging hinter den Kulissen das Tauziehen munter weiter, um den richtigen Spieltermin zu finden.
Man hat förmlich gehört, wie die Wasserball-Verantwortlichen des SC Neustadts die Luft anhielten. Einige Tage lang schwebte das Damoklesschwert einer erneuten Viertelfinal-Auslosung über den Neustadtern.
In dieer Runde trifft die Zweitliga-Mannschaft des SCN im auf Rekordmeister Spandau Berlin und hat als Zweitligist Heimrecht gegen den Hochkaräter.
Auslosung wiederholt
Gejubelt hatten die Neustadter bereits einige Woche zuvor, denn da war zunächst Spandau als Gegner im Achtelfinale ausgelost worden. Doch daraus wurde nichts, die Auslosung musste wiederholt werden, weil ein Verein nicht im Lostopf war. So wurde dann der B-Gruppen-Bundesligist Plauen zugelost. Ein schwerer, aber nicht unschlagbarer Gegner. Und tatsächlich wuchsen die Mannen von SCN-Coach Thorsten Preuß über sich hinaus, Plauen hatte den Zweitligisten offensichtlich unterschätzt. Der SCN zog mit einem 11:7-Heimsieg überraschend ins Viertelfinale ein. Und tatsächlich meinte es Glücksgöttin Fortuna erneut gut mit den Neustadtern und spuckte nun als Gegner doch Spandau aus. Aber man sollte sich nie zu früh freuen.
Duisburger Protest
Denn der ASC Duisburg legte gegen die Auslosung Protest ein mit der Begründung, sie sei nicht öffentlich erfolgt. Die Westdeutschen, die laut dem Los als Gast bei Waspo Hannover antreten müssen, stehen nur auf Rang drei der Tabelle, Hannover ist mit Spandau punktgleich Erster. Vielleicht sah Duisburg seine Felle davonschwimmen, wenn es zu dem Duell mit den Niedersachsen kommt. Denn Duisburg steht als Ausrichter des Finalturniers mit vier Mannschaften bereits fest, unabhängig davon, ob das Team die Finalrunde erreicht. Der DSV hat das Turnier nach Duisburg vergeben, dort werden auch die Frauen den Pokalsieger zeitgleich ermitteln. Das Frauenteam der Duisburger ist immerhin in dieser Endrunde im heimischen Becken dabei.
Dennoch wäre eine erneute Auslosung mit einem vermeintlich leichteren Gegner, wie etwa Zweitligist Neustadt oder B-Gruppen-Ligist Esslingen für Ausrichter Duisburg doch einen Tick einfacher gewesen, um sich für die Finalspiele zu qualifizieren.
Technische Probleme
Jetzt aber bestätigt Holger Sonnenfeld, Verantwortlicher im Deutschen Schwimmverband (DSV) für die Pokalrunde, dass es bei der ursprünglichen Auslosung bleibt: „Die Abteilung Wettkampfsport Wasserball möchte den Pokalwettbewerb weiter entwickeln. Dazu gehört neben der bisher öffentlichen Auslosung nun auch seit letztem Sommer eine Liveübertragung auf Instagram. Leider kam es bei der Auslosung zum Viertelfinale zu technischen Problemen. Diese wurden jedoch erst nach Beendigung der Auslosung festgestellt. Die Auslosung erfolgte unter Zeugen, der Protest des ASC Duisburg wurde abgewiesen.“
Nun unternimmt der SCN alles, um das Viertelfinale mit Spandau im Stadionbad zu einem Knüller zu machen. So hoffte man auf eine Verlegung des vom DSV fixierten Termins 9. März. Denn an diesem Tag hat Zweitligist SC Neustadt eigentlich ein Auswärtsspiel in Frankfurt. Für den SCN wäre eine Verschiebung durchaus willkommen gewesen, sind doch am 9. März weder Kapitän Matthias Held noch Stürmer Xaver Schädler im Lande. Während die anderen Viertelfinalspiele Waspo Hannover gegen Duisburg, Esslingen gegen White Sharks Hannover, Uerdingen gegen Krefeld alle für den 9. März terminiert sind, verhandelte man also mit den Berlinern wegen einer Verlegung.
Suche nach Termin
Doch nach langem Hin- und Her mit Spandau bleibt es jetzt beim 9. März. Die Suche nach einem Ausweichtermin zog sich sehr lange hin. Doch SCN-Pressewart Luis Ananias verrät: „Wir wären nie wirklich vollständig gewesen. So bleibt jetzt alles beim 9. März.“
Ungewohnt ist die Anstoßzeit. Diesmal beginnt das Spiel um 18.30 Uhr, nicht wie üblich um 18 Uhr. Gründe sind laut Ananias, dass das Becken erst um 17 Uhr zur Verfügung stehe, außerdem habe sich die „NADA“, die Nationale Anti-Doping-Agentur Deutschland, für das Spiel angekündigt. Der späte Termin am Samstag sei auch für die Berliner schwierig, die danach noch zurückfahren müssten. Ein anderer Termin mit den Berlinern sei wegen deren vielen Verpflichtungen – sie spielen auch noch im europäischen Wettbewerb – nicht möglich gewesen.