Neustadt Hilfe von anderen Betroffenen

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Die Neustadter Lebenshilfe will Eltern behinderter Kinder eine weitere Unterstützung anbieten. Mit „Jule“, eine Abkürzung für „jungen Lebenshilfe“, wollen drei betroffene Elternteile ehrenamtlich anderen Betroffenen in ähnlichen Situationen helfen, ihren Alltag zu meistern.

Stefanie Schönstein, Anelie Buchholzer-Gross und Nicole Sowa haben sich durch ihre Kinder über den Lebenshilfe-Kindergarten kennen gelernt, sich an Elternstammtischen ausgetauscht und als Betroffene beschlossen, ihre Kenntnisse weiter zu geben. „Wir wollen alltagstaugliche Beratung von Eltern für Eltern anbieten“, erklärt Sowa und Schönstein ergänzt, dass sie alle ohne lange Erklärungen wüssten, „wie sich das anfühlt“, wenn man dringend Lösungen „bei Problemen mit unseren besonderen Kindern“ suche. Angesprochen werden sollen Eltern aus Neustadt und Umgebung. Rechtsanwältin Buchholzer-Gross betont: „Wir machen keine Rechtsberatungen, wollen aber die Angebote von Behörden und Koordinierungsstellen des Landes ergänzen.“ Man sei dabei nicht an Bürozeiten gebunden und könne unbürokratisch zur Seite stehen. So hänge beispielsweise der Erfolg eines Antrags auf einen Krankenkassenzuschuss zu einem Hilfsmittel oftmals davon ab, wie man ein Formular ausfülle. Behinderungen seien so unterschiedlich wie die Lebensbedingungen und die dadurch benötigten Hilfestellungen, was sie bei ihrer Beratung berücksichtigen würden. Das Angebot der drei Mütter beinhaltet Erstinformationen, Infos zu den Leistungen, die betroffenen Familien zustehen, Unterstützung bei Anträgen und nicht zuletzt den zwischenmenschlichen Erfahrungsaustausch. Jede der Frauen hat mit Fragen zu solchen Themen bereits Erfahrung. Die Behördengänge und die vielen, unterschiedlichen Anlaufstellen überforderten junge Eltern oftmals. Das Motto des Angebots „Wenn manches anders kommt…“ mache deutlich, dass viele Eltern unvorbereitet seien, wenn sie ein Kind mit einer Behinderung bekommen. Grundsätzlich entstehe solcher Bedarf nicht nur durch Kinder mit geistigen oder mehrfachen Behinderungen, sondern auch bei Entwicklungsverzögerungen oder sonstigen Beeinträchtigungen. „Wir hatten schon lange den Gedanken, ein solches Angebot auf die Beine zu stellen, mussten es aber bisher zurückstellen, weil zu viele andere Themen bewältigt werden mussten“, sagte Heinz Busch, erster Vorsitzender der Ortsvereinigung Neustadt der Lebenshilfe. Es sei wichtig, sich ein Netzwerk zu schaffen. Auch wenn die Kinder groß werden, brauche man das, denn im Vergleich zu anderen Eltern, die dann wieder mehr Freizeit haben, bleibe man viel stärker gebunden. Info www.lebenshilfe-nw.de. |aew

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