Neustadt Highlander und „Trumps vun de Palz“

Es kann nur einen geben: Die Fantasy-Film-Figur des unsterblichen Highlanders Connor MacLeod hat auf seiner Irrfahrt durch die Jahrhunderte reichlich zu tun, um die anderen, fiesen, mithin überzähligen Unsterblichen auf die (laut Drehbuch) einzig mögliche Weise zur Strecke zu bringen: Indem er mit einem gezielten Schottenschwerthieb den Kopf des jeweiligen Widerlings von dessen Restkörper trennt. Was das mit Donald Trump zu tun hat? MacLeod – dem Clan gleichen Namens entstammte seine Mutter Mary Anne (1912 bis 2000). Im selbstbewussten Vollgefühl seiner Einzigartigkeit, im markigen Auftritt, im keltisch-gelbblonden Erscheinungsbild versammelt der neugewählte US-Präsident idealtypische Charaktereigenschaften des fiktiven Haudraufs wie auch seiner realen Vorfahren aus der schottischen Linie der Mama. Und doch schaut, ungeachtet dieser fantasieanregenden „Verwandtschaft“ des zur Rüpelhaftigkeit neigenden Immobilien-Tycoons aus New York, fast alle Welt mit größerer Neugierde auf dessen Ahnenreihe auf der Vaterseite. Die reicht, wie mittlerweile von Alabama bis Zweibrücken bekannt, über nur zwei Generationen zurück nach Kallstadt in „old Europe“. Aus dem pfälzischen Winzerdorf war Donalds Großvater Friedrich Trump (1869 bis 1918) mangels „lohnender Beschäftigung“ im Jahr 1885, im Alter von 16 Jahren, in die Vereinigten Staaten ausgewandert; übrigens ohne die allerdurchlauchtigste Genehmigung aus der Residenz in München, weshalb ihm die wegen dieser Eigenmächtigkeit nachhaltig vergrätzte bayrische Regierung bei seiner zeitweiligen Rückkehr in die Pfälzer Heimat mit Abschiebung drohte. Damals, in den Jahren 1904/05, bemühte sich der zu Wohlstand gekommene einstige Wirtschaftsflüchtling um Wiedereinbürgerung, weil es seiner ebenfalls aus Kallstadt stammenden Ehefrau Elisabeth Christ (1880 bis 1966) – Donalds Großmutter – in Amerika nicht behagte. Doch die Münchner Obrigkeit verzieh Trump nicht, dass er sich als Teenager dem Militärdienst entzogen hatte, ohne eine Kaution zu hinterlegen. So reiste er im Juli 1905 mit seiner schwangeren Gattin und dem 1904 in den USA geborenen Baby Elisabeth nach New York zurück. Und so ist es der Hartleibigkeit der bayrischen Bürokratie zu verdanken, dass der in der Pfalz gezeugte Frederick C. Trump (der 1946 Donalds Vater werden sollte) drei Monate später, im Oktober 1905, auf amerikanischem Boden in der South Bronx zur Welt kam – und nicht in Kallstadt. Die Trumpsche Ahnenreihe lässt sich nicht nur in Kallstadt zurückverfolgen. Sie verzweigt sich vielmehr in mehreren Gemeinden entlang der Haardt, unter anderem auch nach Wachenheim. Die Mutter des Auswanderers, Katharina Barbara Trump (1836 bis 1922), war eine geborene Kober. Die Familie war erst seit der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert in Wachenheim ansässig, der Vorfahr Philipp Jakob Kober wurde 1774 im rheinhessischen Oberdiebach geboren. Sein aus Wachenheim gebürtiger Sohn Johann Jakob (1802 bis 1871) heiratete die Winzertochter Maria Elisabetha Peter (1814 bis 1895) – sie sind also die Ur-Urgroßeltern des gewählten US-Präsidenten. Der Dürkheimer Hobby-Genealoge Michael Wolf hat die Ahnenreihe Donald Trumps aus der Wachenheimer Linie noch weiter zurückverfolgt. Bei der Reise durch die Jahrhunderte tauchen auch am Ort noch heute geläufige Namen auf. Die Mutter der Maria Elisabetha Peter war zum Beispiel die mit Johann Conrad Peter (1785 bis 1854) verheiratete Maria Barbara Euler (1790 bis 1864). In den Abstammungsurkunden der Familie Peter sind auch die Namen Bohl, Zimmermann und Reuter zu lesen. Am (vorläufigen?) Ende dieser noch plausibel rekonstruierbaren Menschenkette ist Michael Wolf schließlich bei einem Dr. jur. Gallus Tuschelin (1526/1531 bis 1601) gelandet. Der schwäbische „Doctor beider Rechte“ war Geheimer Rat und Vizekanzler des Herzogtums Zweibrücken, sein Sohn Wolfgang Werner (1576 bis 1626) Leiningischer Rat und Kammerdirektor in Dürkheim. Es erstaunt nicht, dass sich laut Wolfs Recherchen die genealogischen Wege der Vorfahren der Familie Trump und der Familie Heinz – der zweiten bedeutenden Auswandererdynastie aus Kallstadt („Heinz Ketchup“) - im 18. Jahrhundert kreuzen. Der neue US-Präsident wäre demnach also über ein paar Ecken auf dem alten Kontinent mit den Tomatensaucen-Milliardären verwandt. (www.gedbas.genealogy.net) Die Wachenheimer Weingutsbesitzer Peter sind Nachfahren des laut Ratsprotokoll aus der Schweiz eingewanderten Samuel Peter (1667 bis 1726). Der „Wingertsmann“ kam 1699 aus Libensberg im Bezirk Winterthur in die von den Franzosen im Pfälzischen Erbfolgekrieg (1689) eingeäscherte, nahezu entvölkerte Stadt. In erster Ehe war er mit Anna Maria Klingler verheiratet, seine zweite Frau war Anna Maria Acker (Wachenheimer Geschichtsblätter, Heft 8, 1959). Das traditionsreiche Weingut führt heute Mathias Peter. Sein 1966 geborener Cousin Heinrich Peter Braun, Steuerberater mit Kanzlei in Mannheim, hat errechnet, dass sie beide Cousins 4. Grades von Donald Trump seien: „Wir haben einen gemeinsamen Ur-Ur-Ur-Großvater. Für eine Einladung ins Weiße Haus wird das wohl nicht ausreichen.“