Neustadt Hickhack um Bavaria

Placeholder-Image

Wer viel mit Bus und Bahn unterwegs ist, den stählt das Leben. Was aber ist mit jenen unerfahrenen Busreisenden, die während der nun zu Ende gegangenen Mußbacher Kerwe die Haltestelle Richtung Neustadt nicht finden konnten? Irren sie noch immer umher? Kamen sie doch noch nach Hause? Oder gewähren ihnen mitfühlende Mußbacher Asyl? Wir wissen es nicht. Was wir wissen, ist, dass Bahnprofi und Stadtratsmitglied Werner Schreiner (SPD) die Sache mit der Bavaria keineswegs so stehen lassen will, wie es der FWG-Beigeordnete Georg Krist gestern dargestellt hat. Ohne letzte Gewähr geben zu können, verhält es sich in etwa so: Weil derzeit keine Züge zwischen Neustadt und Deidesheim fahren, dienen Busse als Ersatz. Die halten auch in der Mußbacher Straße „An der Bleiche“ aus Richtung Neustadt und fahren „An der Eselshaut“ in Richtung Neustadt ab. Beide Haltestellen heißen Bavaria. Der Einfachheit halber sollen sie hier als Bavaria I (von Neustadt) und Bavaria II (nach Neustadt) bezeichnet werden. Wegen der Kerwe musste Bavaria II weichen – an den Rewemarkt. Das gilt bis einschließlich heute. Schreiner nun musste am Wochenende Schmerzvolles erleben: Kerwegäste, die Wein mögen und deshalb auf den Bus setzten, fanden die Ausweichhaltestelle, nennen wir sie Bavaria IIa nicht – weder vor Ort noch im Internet. Das Ordnungsamt behandele diese Besucher wie ein Nichts, wetterte Schreiner. Zunächst mutmaßte er, dass die Behörde sich um gar nichts gekümmert hatte, musste sich aber von Krist eines Besseren belehren lassen: Mit Bahn und Verkehrsverbund sei rechtzeitig gesprochen worden, diese hätten auch an Bavaria II eine Fahrgastinfo zu Bavaria IIa angebracht. Warum sie das nicht auch im Internet kundtaten? – zu dieser Frage musste Krist passen. Bisher hätte das stets problemlos funktioniert. Doch hat Schreiner gestern nachgelegt: Schon an Bavaria I hätte auf Bavaria IIa verwiesen werden müssen; damit die Busgäste rechtzeitig an der Haltestelle sein konnten. Das ist bestimmt richtig. Andererseits: Bislang drang nur seine Beschwerde ans Ohr des Beigeordneten. Ein Indiz dafür, dass die Busgäste kein so großes Problem hatten? Oder aber sie konnten sich noch nicht beklagen, weil sie immer noch in Mußbach umherirren ...

x