Neustadt Held: Zweimal in der Woche zu trainieren, reicht nicht

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Neustadt. Nach fast zwei Monaten Winterpause spielen die Wasserballer des SC Neustadt wieder am Samstag um 18 Uhr im Neustadter Stadionbad in der B-Gruppe der Bundesliga: Im achten Match der Saison erwarten sie den Tabellenzweiten Wedding Berlin. Die Berliner haben 10:4 Punkte auf ihrem Konto. Die Pfälzer liegen mit 6:8 Punkten auf dem fünften Platz der B-Gruppe.

Für den SCN geht es nach der 4:11-Vorrunden-Niederlage gegen Wedding um mehr als nur eine Revanche. Soll das von Manager Michael Heinz ausgerufene Teilziel von mindestens Rang vier nach Abschluss der Hauptrunde noch erreicht werden, dürfen sich die Spieler von SCN-Coach Davorin Golubic keine Ausrutscher mehr erlauben. Ein Platz unter den besten Vier bedeutet den Einzug in die Zwischenrunde und damit Relegationsspiele um den „Aufstieg“ in die wirkliche Eliteklasse der höchsten Liga, in die A-Gruppe. Selbst wenn dies nicht gelingt, gilt in der folgenden Abstiegsrunde der Vorteil der besseren Platzierung. Das deutlich verlorene Hinspiel der Pfälzer in Berlin war das zweite Pflichtspiel der Saison (nach der Auftaktniederlage im Pokal gegen Aufsteiger SV Duisburg). Die junge Truppe des SCN war noch nicht so gut aufeinander abgestimmt und musste zahlreiche Abgänge verkraften sowie viele neue Spieler integrieren. Im Saisonverlauf haben sich die SCN-Spieler gesteigert, wenn auch die wirklich starken Gegner noch nicht im heimischen Stadionbad zu Gast waren. So war Aufsteiger SC Fulda beim vorerst letzten Heimsieg (20:8) in Neustadt nur ein Trainingspartner für den SCN. Kleine Information am Rande: Der Tabellenletzte Wasserfreunde Fulda hat vor einigen Tagen Janusz Gogola als neuen Trainer verpflichtet. Gogola ist den Neustadtern als langjähriger erfolgreicher SCN-Coach bestens bekannt. Allerdings gibt es erst beim Auswärtsspiel im März in Fulda ein Wiedersehen mit ihm. Beim SCN allerdings scheint es erneut einen Bruch durch die lange Winterpause zu geben. Kapitän Matthias Held und Trainer Davorin Golubic berichten beide von einem schleppenden Trainingsbesuch während der vergangenen Wochen. Wobei Golubic durchaus Verständnis dafür hat: „Viele Jungs hatten Abiturprüfungen, andere schrieben Klausuren in der Universität. Das geht vielen Wasserball-Clubs so, deren Spieler nicht auf Profi-Basis arbeiten.“ Und Spielführer Held sagt: „Teilweise waren nur fünf Spieler im Wasser. Auch ich habe mit Studium und Beruf nicht immer trainieren können. Aber bei den jungen Spielern, die ihre Abi-Klausuren geschrieben haben, ist es nicht nachvollziehbar, dass sie nicht den Ausgleich durch das Training gesucht haben. Das war bei uns früher anders.“ Held betonte, für eine Bundesliga-Mannschaft reiche es nicht, nur zweimal in der Woche zu trainieren. Für den Erfolg müsse hart gearbeitet werden. Man müsse sein Leben entsprechend organisieren und Zeitfresser abschaffen. Die einzige komplette Einheit war laut Held ein Trainingsspiel am vergangenen Freitag gegen den SV Cannstatt. Held fordert: „Vor den Weihnachtsferien hat alles gepasst. Da müssen wir wieder hin.“ Coach Golubic indes bleibt Optimist. „Wir haben ein Heimspiel, da können wir uns gut motivieren.“ Verzichten muss er allerdings auf Tim Hornuf, er weilt für ein Auslandssemester in Mexiko. Hinter dem Einsatz von Kevin Oliveira steht nach einer Weisheitszahn-Operation ebenso ein Fragezeichen wie hinter dem von Laurence Tummings (Grippe). Ganz anders dagegen der Gast Wedding Berlin: Laut Pressesprecher Sven Marschalek reisen die Ostdeutschen komplett an. Zudem sei in der Winterpause sehr gut trainiert worden. Er sagt: „Alle Spieler sind fit. Wir wollen Neustadt nicht unterschätzen. Dort zu spielen, ist immer eine Herausforderung. Aber wir rechnen uns gute Chancen aus.“ So spielen sie SC Neustadt: Sucic, Ulrich – Glaser, Martin Görge, Oliver Görge, Kolar, Mongrell, Oliveira(?), Tummings (?), Erak, Mosashvili, Roth (?), Held. (kle)

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