VG Lambrecht
Heizung: Holzpellets oder Wärmepumpe?
Die in den 1950er-Jahren erbaute Schule in Neidenfels steht unter Denkmalschutz, unter anderem deshalb, weil sie aus einem Hauptgebäude und vier Pavillons besteht. Die Pavillons sind in einem schlechten Zustand und energetisch unwirtschaftlich. Nun sollen sie saniert werden. Bei dem gemeinsam mit der Kindertagesstätte genutzten Hauptgebäude ist eine Renovierung nicht erforderlich. Dass alle Schulen in der Verbandsgemeinde in Schuss gebracht werden sollen, hat der Verbandsgemeinderat bereits vor einigen Jahren beschlossen und dabei auch eine Reihenfolge festgelegt. Nach Lindenberg steht nun Neidenfels auf dem Programm.
Das Neustadter Architekturbüro Radius hat einen Vorschlag für eine energetische Sanierung der Pavillons vorgelegt, wonach Kosten von etwa 1,2 Millionen Euro anfallen. Der Haupt- und Finanzausschuss der Verbandsgemeinde sieht zwar die Notwendigkeit der Sanierung, ist aber dennoch nicht zufrieden mit dem Vorschlag des Büros. „Das ist das unwirtschaftlichste Gebäude, das die Verbandsgemeinde besitzt, doch wegen des Denkmalschutzes dürfen wir es nicht abreißen, das kann doch nicht sein“, ärgerte sich Stefan Herter (SWG).
Fenster undicht
Laut der Untersuchung des Architektur- und Ingenieurbüros müssen die Heizung, die Fenster und der Boden erneuert werden. Das Dach sei vor mehreren Jahren saniert worden. An der Außenfassade dürfe wegen des Denkmalschutzes nichts gemacht werden. Derzeit wird jeder Pavillon mit einer eigenen Gastherme beheizt. Da die Fenster undicht und die Gasthermen veraltet seien, werde es in den Gebäuden nicht richtig warm. Die großflächigen Holzfenster will das Büro durch zweifach verglaste Holzfenster ersetzen. Reiner Koch (FWG) und Volker Kaul (CDU) wandten ein, dass Holzfenster regelmäßig gestrichen werden müssten. Sie regten an, stattdessen mit Aluminium verstärkte Holzfenster einzubauen.
Hauptpunkt der Kritik war jedoch der Vorschlag des Architektur- und Ingenieurbüros zur Erneuerung der Heizung. Die vier Gasthermen sollen durch eine zentrale Holzpelletheizung ersetzt werden, so Horst Gralle, Inhaber des Büros. Eine zentrale Heizung ja, aber auf keinen Fall eine Holzpelletheizung, so der einhellige Tenor im Ausschuss.
Die FWG hatte sich bei der Sanierung der Lindenberger Schule für eine Holzhackschnitzelheizung ausgesprochen, hatte damit aber keinen Erfolg. Philipp Fuchs (FWG) kommentierte nun ironisch, er freue sich, dass in Neidenfels eine Beheizung mit Holz möglich sein solle, doch auch er plädierte letztendlich für eine Wärmepumpe.
PV-Anlage erweitern
Nach Angaben von Verbandsbürgermeister Gernot Kuhn (CDU) ist bisher noch nicht klar, ob es Fördermöglichkeiten für die Sanierung der Neidenfelser Grundschule gibt. Man kam überein, dass die Schule 2025 saniert, und die Planung dazu im kommenden Jahr erstellt werden soll. Geheizt werden sollen die Pavillons zukünftig zentral mit einer Wärmepumpe.
Die auf Teilen des Daches vorhandene Photovoltaikanlage soll erweitert werden. Möglich sei all dies wahrscheinlich aber nur, wenn die Verbandsgemeinde finanzielle Förderung erhält. Die Verwaltung soll Zuschussmöglichkeiten prüfen sowie die Ingenieurleistungen ausschreiben und vergeben.
Über diese Empfehlungen der Ausschussmitglieder wird nun der Verbandsgemeinderat am 18. Dezember entscheiden.