Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Heimniederlage Mutmacher für die TSG Haßloch

Jakob Chrust steuerte fünf Haßlocher Tore bei.
Jakob Chrust steuerte fünf Haßlocher Tore bei.

Der Auftritt macht Mut. Trotzdem reichte es (noch) nicht zum Ende der Niederlagenserie. Nach dem Wechsel auf dem Trainer-Posten von Kevin Seelos auf Philipp Rogawski und dem Abgang von Co-Kapitän Patrick Buschsieper musste sich Handball-Drittligist TSG Haßloch gegen den Longericher SC mit 23:31 (12:15) geschlagen geben.

Es war die fünfte Niederlage in Folge. Damit rutschten die „Bären“ auch auf den vorletzten Tabellenplatz.

„Es war ein verdienter Sieg der Gäste, aber das haben wir uns ganz klar selbst zuzuschreiben“, sagte der neue Mann an der Seitenlinie. Der Blick auf die Statistik: 16 technische Fehler, davon zwei Drittel in der zweiten Spielhälfte. „Das ist schlichtweg zu viel, das müssen wir kritisch aufarbeiten, dazu hatten wir auch zu viel Fehlwürfe“, so Philipp Rogawski, der nach drei Einheiten mit seiner Mannschaft, eine andere Körpersprache bei seinen Jungs als zuletzt sah: „Es waren auch gute Dinge dabei, die Abwehr und der Rückzug waren deutlich besser, daran müssen wir festhalten, aber noch weiter optimieren.“

Mit 11:10 in Führung

Rogawski zeigte sich keinesfalls von dem Auftritt enttäuscht. „Ich wusste, was mich in Haßloch erwartet, und wir haben noch sehr viel Arbeit vor uns“, sagte der 30-jährige. Er hat einen klaren Plan und blickt immer wieder auf seine Statistik. Seine Botschaft scheint die Mannschaft zu verinnerlichen. Nach den turbulenten Wochen beim Personal scheint jetzt Ruhe einzukehren. Rogawski, der die B-Trainerlizenz besitzt, hat seine Mission klar verdeutlicht. Die Einstellung jedes einzelnen muss stets stimmen, dazu müssen die Fehler im Spiel deutlich minimiert werden. „Die nächsten zwei Wochen bis zum Derby in Hochdorf werden wir weiter nutzen“, verspricht Rogawski.

Die „Bären“ hielten die Partie bis zur 22. Minute offen, führten zeitweilig, gerieten aber mit zunehmender Spieldauer durch eigene Unzulänglichkeiten ins Hintertreffen. Nach dem 11:10 (22.) durch Niklas Klein zogen die Rheinländer mit drei Toren davon. „Da hätten wir konzentrierter sein müssen“, meinte Jakob Chrust, der immer wieder im Duell eins gegen eins die Lücken suchte. Der 20 Jahre alte Spielmacher rückte immer wieder auf die verwaiste Position im linken Rückraum und zeigte auch viel Mut im Zug im gegnerischen Tor. „Wichtig war, dass diesmal die Einstellung gestimmt hat und wir nicht die Köpfe hängen ließen, als wir in Rückstand gerieten.“

Kein Wurfglück

Es scheint oftmals auch eine Frage des Kopfes zu sein. Die „Bären“ kamen zu Beginn der zweiten Hälfte nicht mehr in ihren Flow. Nach dem 13:17 durch Kreisläufer Sebastian Bösing zog der Gegner bis zum 13:20 (39.) davon. Er profitierte davon, dass Kapitän Florian Kern mit seinem Tempogegenstoß und Sebastian Bösing am Torwart scheiterten. Dazu vergab Kern noch vom Siebenmeter-Strich und Bösing traf beim Wurf ins vermeintlich leere Tor nur den Pfosten. Dazu kamen noch zwei haarsträubenden Fehlpässe von Niklas Klein.

Haßloch geriet aus dem Takt und lag nach 45 Minuten mit 16:23 zurück. Es wurde nicht besser, Kern traf ebenfalls nur den Pfosten beim Wurf aufs leere Tor. Es fehlte das Wurfglück. Dagegen brillierte Florian Pfaffmann zwischen im Tor der Haßlocher und bewahrte seine Vorderleute vor einem höheren Rückstand.

„Schritt nach vorn“

„Vieles haben wir gut gemacht, daran müssen wir festhalten, aber wir müssen einfach nur auf uns schauen und weiter hart arbeiten“, sagte Kern. Die Mannschaft scheint auch dafür zu brennen. „Es macht immer mehr Spaß, wenn man noch gewinnt“, so Kern. „Es ist ein Reifeprozess, gerade für die Spieler, die bisher noch keine Dritte Liga gespielt haben.“ Florian Pfaffmann erinnert an den personellen Umbruch zu Beginn der Saison: „Dass da manches Zahnrädchen noch nicht richtig sitzt, da mit musste man rechnen. Aber heute war es ein Schritt nach vorne.“ Er blickt schon auf das Derby beim HLZ Friesenheim-Hochdorf in zwei Wochen. Wie Jakob Chrust; „Der Glaube, dass wir es besser machen können, ist da. Umso mehr freuen wir uns auf das nächste Spiel. Im Derby ist alles möglich.“

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