Neustadt „Hat das Zeug zum Prestigeobjekt“
Vor 50 Jahren ging in Deutschland das Farbfernsehen an den Start. Mit einer Sonderveranstaltung am Wochenende präsentierte das Deutsche Film- und Fototechnik Museum (DFTM) in Deidesheim dazu die technischen Hintergründe. Rund 80 Besucher kamen in den Bernhardushof . Das Organisationsteam hatte mit größerer Resonanz gerechnet.
Dennoch habe man das Ziel, das Museum nach außen hin weiter bekannt zu machen, erreicht, betont Wolfgang Immel, Vorsitzender des Trägervereins. Schließlich kamen die Besucher aus ganz Deutschland. Zu denen gehörte auch der Geschäftsführer der Fernseh- und Kinotechnischen Gesellschaft (FKTG), Jürgen Burghardt. „Damit konnten wir neue Kontakte zu einem der ältesten Technikverbänden Deutschlands knüpfen“, freut sich Immel. Solche Verbindungen seien für das DFTM wichtig. Die Veranstaltung war jedoch nicht den Technikliebhaber vorbehalten, auch wenn bestimmt viele der Besucher zum Fach zählten. In Filmbeiträgen stand der Entwickler des PAL-Verfahrens, Walter Bruch, im Mittelpunkt. Und die Vortragsreihe war auch durchweg für den Laien gut verständlich. So erzählte Norbert Lemke die Entwicklung der Fernsehtechnik auf amüsante Weise mit vielen Anekdoten. Die Abkürzung PAL stehe für die „Pfälzer Alternativ Lösung“, schließlich stamme Walter Bruch bekanntlich aus Neustadt. Und auch der Moment, in dem Willy Brandt per Knopfdruck den Startschuss für das Farbfernsehen gab, wurde auf der Leinwand wiedergegeben. Die Bedeutung eines Deutschen Museums für Foto, Film und Fernsehen in Rheinland-Pfalz erläuterte Albrecht Häfner. Deutschlandweit gebe es zwar einige Museen, die Teilbereiche davon abdeckten. In Rheinland-Pfalz finde sich jedoch, mit Ausnahme Deidesheim, kein Standort, an dem die Geschichte der technischen Entwicklung von Foto, Film und Fernsehen geschlossen darstellt werde. Ein solches Museum, mit moderner Konzeption, könne eine Marktlücke schließen und zum Prestigeobjekt der Region werden. Im DFTM in Deidesheim seien die räumlichen Kapazitäten allerdings sehr begrenzt. Und es fehle auch an finanzieller Unterstützung, bedauerte Häfner. Dennoch plant die Museumsleitung des DFTM eine Umgestaltung. Im Eingangsbereich sollen die technischen Entwicklungsschritte von Foto, Film und Fernsehen dargestellt werden. Zudem soll eine Vitrine neuen Innovationen vorbehalten sein.