Neustadt
Hassloch: Musikschule feiert 50. Geburtstag
Mit viel Musik ist am Samstagabend das 50-jährige Bestehen der Musikschule Haßloch in der Mensa des Hanna-Arendt-Gymnasiums gefeiert worden. Lob gab es vor allem für die Qualität des Unterrichts. Es wurden aber auch Wünsche laut.
Mit viel Schwung empfingen die Bläser Raymond Meisters und Stefan Weis die Gäste schon am Eingang. Außergewöhnliche Klänge eröffneten auch den offiziellen Teil des Abends: Verena Kauf, Schülerin von Achim Reichel, spielte das Klavierkonzert Nr. 3 des russischen Komponisten Dimitri Kabalevsky, begleitet vom Akkordeonorchester unter der Leitung von Alexander Dietrich.
Dann führte Bürgermeister Lothar Lorch die Gäste zurück zu den Anfängen der Schule und erinnerte daran, dass die Einrichtung zunächst vor allem ein Angebot für Kinder und Jugendliche war, inzwischen aber „lebenslange Freude an der Musik“ begleite und fördere. Die Schule schaffe auch die Voraussetzungen für das Musizieren in den örtlichen Chören, Ensembles und Orchestern. Sie arbeite mit den Kindertagesstätten, den Schulen und dem WwP-Theater zusammen und begleite Städtepartnerschaften, so Lorch. Ohne die Unterstützung vor allem durch den Förderkreis, aber auch durch die Sponsoren, sei das nicht möglich. Für die Gemeinde zähle die monetäre Unterstützung der Musikschule als freiwillige Leistung, betonte Lorch. „Aber die Kommune bekommt dafür auch viel zurück.“
Lehrkräfte großenteils fest angestellt
Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld unterstrich, dass die Qualität der Haßlocher Musikschule auch damit zusammenhänge, dass die meisten Lehrkräfte fest angestellt seien, und so die Kontinuität gewährleistet sei. Da sei Haßloch „eine Ausnahme“. Für Christoph Utz vom Landesverband der Musikschulen Rheinland-Pfalz ist die Haßlocher Einrichtung unter den rheinland-pfälzischen Musikschulen damit sogar „ein Leuchtturm“.
Giorgina Kazungu-Haß, selbst Musikerin und als Mitglied des Landtags Mitglied des Ausschusses für Bildung sowie des Ausschusses für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, zitierte dazu den Rechnungshof. Der habe nicht nur festgestellt, dass Musikschulen mit festangestellten Lehrkräften besser fahren, sondern auch, dass Musikschulen am effizientesten von den Gemeinden geführt würden. Das große Engagement Haßlochs für seine Musikschule sei tatsächlich „etwas ganz Besonderes“.
Große Unterstützung vom Förderkreis
Wobei die Musikschule auch die Gemeinde präge. Und darüber hinaus Menschen einen anderen Zugang zur Welt ermögliche. „Das ist ein ganz großes Geschenk für das ganze Leben.“ Das hohe Niveau haben die Musikpädagogen mitgeprägt, vor allem aber auch Kurt Siebein als langjähriger Leiter und seine Nachfolgerin Tatjana Geiger. Daran erinnerte Rainer Eckelmann vom Förderkreis der Musikschule. Dieser ist mit über 900 Mitgliedern einer der größten landesweit und leistet viel finanzielle Hilfe. Auch der Schulbeirat ist maßgeblich daran beteiligt, diesen „lebendigen Organismus“, wie sein Vorsitzender Jörg Zintl es beschrieb, mit Engagement und Mut zu Neuem zu erhalten. Finanziell dazu beitragen werde weiterhin auch der Lions Club, versprach Tobias Meyer als dessen Vertreter.
Leiterin Tatjana Geiger sagte, sie habe 2015 von Kurt Siebein „eine hervorragend geführte Musikschule“ übernommen. Jetzt sei sie „die Frontfrau“, die die Schule in die Zukunft führe. „Wir haben einen Bildungsauftrag für alle“, bekräftigte sie. „Wir vermitteln Traditionen auch anderer Kulturen und Neues.“ Die Musikschule fördere das Selbstbewusstsein, aber auch gegenseitigen Respekt und nicht zuletzt Generationen übergreifendes Miteinander. Sie soll auch in Zukunft Ort der Begegnung, der Empathie und der gegenseitigen Hilfe sein.
Haßloch als Vorbild
Mehrere Redner äußerten den Wunsch, dass die „freiwilligen Leistungen“ der Gemeinden für ihre Musikschulen Pflicht werden, und dass Lehrkräfte an Musikschulen nach Haßlocher Vorbild im ganzen Land fest angestellt werden.
Zur musikalischen Gestaltung trugen Andreas Reichel (Klavier), die Gitarristen Michael Gaß, Heiko Seiberth und Peter Franke sowie Claudia Krämer-Simonis (Violine), Rebecca Ferrell-Henrich (Violoncello), Itsuko Shiota-Reichert (Klavier) und das Vokalensemble der Musikschule, geleitet von Jutta Zech-Kuruc, bei.