Neustadt „Hansdampf in allen Gassen“

Seit 60 Jahren im Familienunternehmen tätig? Das kann ja gar nicht sein, rechneten gestern einige Bekannte von Hans-Georg Gerst nach. Kann es doch! Und deshalb gab es für den 74-jährigen Maikammerer eine Dankurkunde für 60-jährige Dienstzeit von Arbeitnehmern aus privaten Unternehmen. Überreicht wurde die Auszeichnung von Landrätin Theresia Riedmaier (SPD).
Bereits mit 14 Jahren sei Gerst in das Familienunternehmen Gerst Bau in Edenkoben bei seinem Onkel eingestiegen. „Heutzutage ist so etwas eine Seltenheit“, erklärte Riedmaier. Sie überreichte die Urkunde im Namen des Landes Rheinland-Pfalz und im Auftrag von Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Wir hatten Gerst und sein vielseitiges Wirken am 19. November vorgestellt. Neben seiner Arbeit hätte Gerst auch in seinen zahlreichen nebenberuflichen Tätigkeiten immer wieder „ein offenes Ohr und ein weites Herz“ bewiesen, so Riedmaier. Mit der Auszeichnung hoffe sie nun, Gerst neuen Schwung zu verleihen, „der eigentlich gar nicht nötig ist“. Zu den Gratulanten gehörten neben Familienangehörigen auch langjährige Weggefährten von Hans-Georg Gerst. Da dieser nach eigenen Angaben schon immer so seine Probleme mit der hochdeutschen Sprache gehabt habe, gratulierte Eberhard Frankmann, Beigeordneter der Verbandsgemeinde Edenkoben, dem Maikammerer auf Pfälzisch. Für ihn sei nichts zu viel, immer habe „der Hanne“ Zeit, lobte er dessen Hilfsbereitschaft. Als „Hansdampf in allen Gassen“ bezeichnete Klaus Humm (CDU), erster Ortsbeigeordneter von Maikammer, den 74-jährigen und erzählte auch gleich noch einige Anekdoten: „Um ins Büro von den Chefs zu kommen, besticht er die Vorzimmerdamen immer mit Süßkram“, berichtete Humm zum Beispiel schmunzelnd. Hans-Georg Gerst gab ein Gedicht des Pfälzer Mundartdichters Helmut Metzger zum Besten. Das Thema: der erste Straßenbauer, den Gott erschuf – und der kam natürlich aus der Pfalz, stellte er abschließend klar. (soma)