Hassloch
Handball: Wie drei junge Fans die TSG Haßloch II unterstützen
Da tritt der ungeschlagene Spitzenreiter der Handball-Verbandsliga im Sportzentrum der TSG Haßloch an. Und die meisten Zuschauer verlassen die Halle. Bevor die Männer der TSG Haßloch II gegen den TSV Speyer spielen, haben die TSG-Frauen, verlustpunktfreier Tabellenführer der Pfalzliga, nach Startschwierigkeiten den Tabellenzehnten FSG Hauenstein/Rodalben mit 35:18 nach Hause geschickt. „Erfolg macht auch sexy, die Haßlocherinnen sind dominierend“, nahm es Gerald Schalter, Trainer der TSG Haßloch II, gelassen hin. „Eine Zweite Mannschaft ist nicht unbedingt das Aushängeschild.“ Die TSG II wurde nicht nur, was die Tore anbelangt, von den Speyerern besiegt. Schalter: „Als Heimmannschaft waren wir von den Zuschauerzahlen her deutlich unterlegen.“
So plätscherte das Spiel in den ersten 30 Minuten dahin: Der Gast legte immer vor, aber Haßloch blieb dran. Trotzdem kam keine Stimmung auf.
Trommeln aus dem Nebenraum
Dann gaben sich drei junge Haßlocherinnen aus der TSG-C- und D-Jugend in der Pause einen Ruck. Aus einem Nebenraum holten sie Trommeln, die regelmäßig bei Spielen der Frauen und Drittliga-Männer im Einsatz sind. „Wir haben vorher schon bei den Frauen zugeschaut“, verriet Luise. „Und haben gedacht, wir dürfen hier nicht trommeln“, ergänzte Stella. Mit Sarah-Marie gehören sie dem Fanclub der TSG-Frauen an und wissen genau, wie sie mit Trommeln für gute Stimmung auf den Rängen und dem Spielfeld sorgen können. „Das hat gepusht“, sagte später Albert Aurel, treffsicherer TSG-Rechtsaußen, zur lautstarken Unterstützung. „Es wäre toll, wenn die wieder kämen.“ Auch Gerald Schalter war von der Anfeuerung angetan: „Ich habe mich extra bei den Mädels bedankt.“
Zwar war seine Mannschaft dem TSV Speyer mit 26:34 (13:16) unterlegen. Aber die jungen Haßlocher haben sich gegen den gewichtigen Gegner mehr als achtbar aus der Affäre gezogen. „Wir sind eine extrem junge Mannschaft, wir müssen noch zulegen“, sagte Albert Aurel, der gerade seinen 20. Geburtstag gefeiert hat. „Speyer ist extrem routiniert. “ Schalter wies darauf hin, dass seine Spieler den Speyerern auch körperlich unterlegen seien. Der Gegner brachte deutlich mehr Gewicht auf die Waage und nutzte die extra Kilos bei seinem bevorzugten Spiel an den Kreis aus: Janek Messerschmitt traf sechsmal, Fabian Markert gar zwölfmal.
Aushelfen im Drittliga-Team
„Ich bin mit meiner Rumpftruppe aber alles andere als unzufrieden“, sagte Schalter zur Partie der nie aufgebenden TSG II. Fünf Leistungsträger hätten gefehlt: verletzt, krank, wegen Schule oder Urlaub. Zu Saisonbeginn habe er noch einen so großen Kader gehabt, dass nicht jeder habe spielen können. Linkshänder Aurel war gegen Speyer mit acht Treffern neben Dominik Thiemann (9) bester Haßlocher Schütze. „Die beiden und unser ursprünglicher Torwart Loic Modzinski haben schon im Drittliga-Team aushelfen müssen“, betonte der Coach. Und verbesserte sich gleich: „Nein, dürfen.“ Der Tormann stehe ihm nicht mehr zur Verfügung. Er habe sich inzwischen in der TSG I festgespielt. „Aber obwohl wir 34 Tore gekriegt haben, haben unsere Torleute ein gutes Spiel gemacht“, lobte er Maximilian Zenneck und Tim Kehrer.
Am Dienstag Nachholspiel
Jetzt sei er froh, so der Trainer, wenn die Saison bald zu Ende sei. Wegen der Corona-Pandemie ziehe sich die Runde hin. Schon am Dienstag tritt der Tabellensiebte zum Nachholspiel in Neuhofen an (20.30 Uhr) an, bevor es am Samstag zur Partie bei der HSG Eckbachtal II geht (18 Uhr). Insgesamt hat Haßloch II noch sieben Spiele vor sich. „Für uns geht nichts mehr nach unten oder nach oben, aber Handball macht trotzdem Spaß“, betonte Albert Aurel. „Ich habe Freunde im Verein – das ist das Wichtigste.“