Hassloch RHEINPFALZ Plus Artikel Handball: Viele Fragen offen in Dritter Liga

TSG-Kapitän Kevin Seelos will ab 1. Dezember wieder trainieren können, sollte die Saison am 9. Januar weitergehen.
TSG-Kapitän Kevin Seelos will ab 1. Dezember wieder trainieren können, sollte die Saison am 9. Januar weitergehen.

Der Handball-Drittligist TSG Haßloch muss noch länger pausieren. Der Deutsche Handball-Bund (DHB) hat den Spielbetrieb weiterhin ausgesetzt. Erst im kommenden Jahr soll es weitergehen. Aber noch ist unklar, wie der Spielmodus aussehen wird. Das lässt viele Fragen offen.

Die Hängepartie um die Zukunft der Dritten Liga im Handball geht weiter. Zunächst hat der Deutsche Handball-Bund (DHB) die vorgesehenen Partien bis zum 31. Dezember 2020 ausgesetzt und plant derzeit, den Spielbetrieb zum 9./10. Januar 2021 fortzusetzen. Vorausgesetzt, die Corona-Pandemie lässt dies zu.

Noch offen ist dabei, nach welchem Modell die verbleibenden Spiele im kommenden Jahr ausgetragen werden. Diese Ungewissheit beschäftigt auch die Verantwortlichen der TSG Haßloch. Thomas Müller, der Trainer und Sportliche Leiter der Bären, befindet sich derzeit im Dauerstress. Er bemüht sich in vielen Gesprächen mit dem Land Rheinland-Pfalz, dem DHB, den Vereinen in der Staffel Mitte und auch konkret mit seinen pfälzischen Kollegen in Zweibrücken, Dansenberg und Hochdorf, um Lösungen zu finden, den Handball-Spielbetrieb in der dritthöchsten Spielklasse am Leben zu erhalten.

Covid-19-Tests in der Dritten Liga?

Erste Arbeitstreffen hat es in den vergangenen Tagen dazu gegeben. Und die Tatsache, dass neben den Mannschaften in Rheinland-Pfalz derzeit ein Viertel aller 72 Drittligisten wegen der Schließung der Sporthallen vom Trainingsbetrieb ausgeschlossen sind, war auch die Aussetzung aktuell unumgänglich. „Das Problem in Rheinland-Pfalz ist, dass nur Mannschaften der Ersten und Zweiten Liga aller Sportarten sowie die Dritte Liga im Fußball derzeit trainieren dürfen“, sagt Müller. Er plädiert in den Gesprächen mit dem Land dafür, dass die Dritte Liga im Handball ebenso als Profiliga anerkannt wird. Im Gegenzug seien die Vereine auch bereit, Covid-19-Tests durchzuführen. „Unser Ziel ist es, wenn der Spielbetrieb wieder beginnt, mindestens einmal wöchentlich zu testen“, sagt Müller.

„Mit dieser Entscheidung des DHB habe ich eigentlich gerechnet. Alles andere wäre in der aktuellen Situation auch Quatsch gewesen“, sagt TSG-Kapitän Kevin Seelos zu der Tatsache, dass es bis Ende des Jahres keine Partien mehr gibt. „Wir würden alle gerne spielen, aber in der aktuellen Situation der Einschränkungen ergibt es keinen Sinn. Es ist gerade nicht das normale Leben, wie ihr es kennen“, so Seelos. Das am kommenden Samstag 33 Jahre alt werdende Eigengewächs der Bären begründet dies in erster Linie mit der Schließung aller Sportstätten in Rheinland-Pfalz bis zunächst Ende November.

Individuell trainieren

Wieder einmal steht das individuelle Training im Vordergrund der Handballer. Und da sind die Möglichkeiten deutlich begrenzt. „Ich gehe zweimal in der Woche joggen, versuche, ein wenig Kraft zu machen, um mich einigermaßen fit zu halten“, erzählt Seelos. Glücklich ist er darüber nicht. „Es ist eben nicht das Gleiche wie das Mannschaftstraining.“ Dabei macht er deutlich, dass die Gefahr von Verletzungen nach Wochen ohne konkrete Belastung einzelner Körperteile wieder zunehmen wird. „In meinem Alter merke ich das schon, wenn ich zum Beispiel zwei Monate nicht die Abläufe wie das Werfen und Passen erlebt habe“, sagt Seelos. Und ohne Körperkontakt zu trainieren, sei ebenso etwas ganz anderes. Deshalb ist es für Seelos zwingend notwendig, sollte der Wiederstart am 9./10. Januar 2021 erfolgen, dass ab dem 1. Dezember die Trainings- und Sportstätten wieder geöffnet werden müssen.

Welches Modell des Spielbetriebes 2021 zum Tragen kommen wird, bleibt abzuwarten. „Unser Ziel ist es vorrangig, zunächst eine komplette Hinrunde zu spielen“, sagt Müller. Eine Neueinteilung der Staffel auf neun Mannschaften, wie einst von ihm vor der Runde vorgeschlagen, wird es nicht mehr geben. Denkbar ist, nach Abschluss des Hinrunden-Spielbetriebes eine Teilung der Liga in Aufstiegs- und Abstiegsrunde. „Es ist momentan auch sehr schwer zu beurteilen, was möglich ist. Man muss einfach die Pandemie im Auge behalten und dann kurzfristig prüfen, wie es weitergehen kann“, betont Thomas Müller.

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