Hassloch
Handball: TSG Haßloch III besiegt TSV Kandel III
Tormann Michael Krist ist einer der Väter. Er ist gegen Kandel nur ganz kurz im Spiel, hält dabei aber einen Siebenmeter in einer entscheidenden Phase (37.). Denn wie schon zu Spielbeginn müssen die Gastgeber auch nach der Pause zunächst eine kleine Krise durchstehen, schließen sie doch Angriffe überhastet in Sekundenschnelle ab und ermöglichen dem Gegner damit so manches Kontertor, zumindest aber erneuten Ballbesitz. „Das ist manchmal unser kleines Problem“, gesteht André Krumland und führt dies lachend auf „unsere jugendliche Ungeduld“ zurück. Er selbst ist mit 53 Jahren der Älteste im Team. „Unsere Chancenverwertung war katastrophal“, fügt Luca Löhlein hinzu. Sven Piotrowski kann ein Lied davon singen: In der ersten Hälfte scheitert er nicht nur bei einem Siebenmeter. Für seine sechs Fehlwürfe vor der Pause ist die Szene Mitte der ersten Hälfte symptomatisch: Sein Wurf aus dem linken Rückraum bleibt in der Abwehr hängen. Den zurückspringenden Ball fängt er zwar, doch seinen Nachwurf meistert TSV-Keeper Markus Schönthaler (17.).
Vor allem in diesen Phasen hält der überragende Schlussmann Matthias Vogel mit seinen Paraden die Haßlocher im Spiel. „Er war gut“, lobt ihn Kunz. Und schaut zum Ersatzkeeper Michael Krist: „Du aber auch mit Deinem gehaltenen Siebenmeter.“ Zu diesem Zeitpunkt hatte Haßloch gerade zum 18:18 ausgeglichen. Als Piotrowski dann noch einmal mit einem Wurf an Schönthaler scheitert (39.) und der Gast nach einem Treffer von Florian Pausch in Führung geht (20:19), werden die Gastgeber treffsicherer und setzen sich langsam ab dem 24:24 (49.) ab.
Pausenkuss vom Papa
Unter den Zuschauern sind auch Krists Frau Nadine und seine vier Kinder. Handball-Fachsimpelei gibt es zu Hause aber nur zwischen ihm und seiner Tochter Sarah-Marie. „Sie spielt ebenfalls Handball, sie steht auch im Tor“, erzählt der Papa stolz. „Wenn sie spielt, gebe ich meinen Senf dazu.“ Und wenn der Papa spiele, sei es umgekehrt, sagt die Tochter. Der Rest der Familie sei nicht so handballaffin, verrät der TSG-Tormann. Dennoch seien die Haßlocher Spiele eine Art Familienausflug.
Denn Nadine Krist sitzt stets mit den Kindern auf der Tribüne, hält den jüngsten Spross der Familie, den drei Wochen alten Marijan, auf dem Arm. Da der Kleine „relativ ruhig“ sei, habe sie auch Zeit, das Spiel anzuschauen. „Und Chancen haben die Haßlocher nach wie vor“, stellt sie nach einer sehr ausgeglichen verlaufenen ersten Spielhälfte fest.
Viele gründe für eine Kiste Bier
Direkt nach dem Pausenpfiff ist ein „Papa, komm zu mir“ in der Halle zu hören. Markus Will schüttelt beim Gang in die Kabine erst den Kopf, klettert dann aber doch auf die Tribüne und gibt seinem fünfjährigen Sohn Marlon einen Kuss. Sie sei zum ersten Mal in Haßloch dabei, ihr Mann habe zuvor in Iggelheim gespielt, erzählt Wills Frau Sandra. Deshalb brauche auch ihr Sohn „noch ein bisschen Zeit, um warm zu werden“, denn er kenne die anderen Kinder noch nicht.
Für die Haßlocher ist es indes wichtig, „gemütlich Handball zu spielen“, betont Luan Kunz. „Einmal Handball, immer Handball“, ergänzt Krist schmunzelnd. Das Team wolle gewinnen. Doch Geselligkeit und Spaß spielten auch eine große Rolle. Direkt nach dem Schlusspfiff schleppt Markus Will eine Kiste Bier herbei. Er muss sie mitbringen, „weil ich im letzten Spiel zwei Minuten wegen Meckerns bekommen habe“, gesteht er. „Wer das 30. Tor wirft“, müsse zum nächsten Spiel Bier mitbringen, erklärt Kunz die Regeln. „Oder wer sein Duschgel vergisst oder wer auf dem RHEINPFALZ-Foto zu sehen ist.“ Es gebe immer einen Grund, warum einer der Spieler Bier besorgen müsse.