Hassloch RHEINPFALZ Plus Artikel Handball: TSG Haßloch am Samstag gegen Saarlouis

Kevin Seelos (rechts, gegen den Dansenberger Nils Röller) spielt seine 17. Saison bei der TSG Haßloch.
Kevin Seelos (rechts, gegen den Dansenberger Nils Röller) spielt seine 17. Saison bei der TSG Haßloch.

Vor eigenem Publikum hat sich der Handball-Drittligist TSG Haßloch bisher kaum mit Ruhm bekleckert. Wollen die Bären noch die Chance auf den sechsten Platz und damit den Einzug in die Aufstiegsrunde wahren, dann ist ein Sieg gegen die HG Saarlouis absolut Pflicht. Die Gründe für Heimniederlagen liegen nicht am fehlenden Können, sondern im mentalen Bereich. Zumindest sieht dies TSG-Kapitän Kevin Seelos so.

An der jüngsten Niederlage im TSG-Sportzentrum gegen den damaligen Tabellenletzten TV Germania Großsachsen hat auch das TSG-Urgestein mächtig zu knabbern. „Das war noch schlechter als die Partien davor“, nimmt der 34-Jährige kein Blatt vor den Mund. Deshalb soll die Negativ-Spirale sofort gestoppt werden. Keine einfache Aufgabe, immerhin gastiert am Samstag, 19.30 Uhr, die HG Saarlouis im TSG-Sportzentrum.

Auch die Saarländer machen sich Hoffnungen auf die Aufstiegsrunde. Derzeit belegen die Saarländer mit 10:10 Zählern den fünften Platz und haben einen Punkt mehr als die Bären, die den siebten Rang einnehmen. Die Partie hat Brisanz: Mit einem Sieg kann die TSG erstmals die Hürde zu den besten Sechs überspringen und sich zugleich für die 22:28-Niederlage in der Fremde revanchieren. „Egal, gegen wen wir spielen, jetzt zählen nur noch Siege“, betont Seelos. Bislang hat die TSG sowohl gegen den SV 64 Zweibrücken und eben gegen besagten TVG Großsachsen schon vier Punkte in eigener Halle „liegen gelassen“. „Das tut verdammt weh“, räumt der Kapitän ein.

Ratloser Kapitän

Seelos, der aktuell seine 17. Saison im Haßlocher Trikot spielt, wirkt zunächst ratlos. „Wir trainieren die Woche über super, schaffen es aber im Spiel nicht, über 60 Minuten die Plantreue einzuhalten“, erzählt er. Für ihn liegen die Gründe im mentalen Bereich. Ist die Angst zu groß, am Ende um den Abstieg spielen zu müssen? Damit will sich der Rückraumspieler nicht groß beschäftigen. Er schaut nach vorne. „Ich denke, es ist noch alles möglich“, sagt der Haßlocher. Einen weiteren Ausrutscher wollten und müssten sie unbedingt vermeiden. „Es wird Zeit, dass wir endlich dahin kommen, wohin wir auch wollen“, übt Seelos Selbstkritik und versprach schon direkt nach dem jüngsten Heimspiel einen intensiven Austausch innerhalb der Mannschaft.

Es gab gegen Großsachsen auch einen kleinen Lichtblick. „Der Start war diesmal ja nicht schlecht. Aber dass wir dann das Spiel aus den Händen geben, das bleibt ein Rätsel.“ Knackpunkt war nicht nur die schwache Angriffsreihe, sondern in der Defensive fehlte die Abstimmung, die gegenseitige Unterstützung und die nötige Aggressivität. Und der Wille, über 60 Minuten an die Grenzen zu gehen.

Seelos’ Zukunft offen

Genau das wird gegen die Saarländer nötig sein. Seelos: „Uns ist allen klar, dass wir ein ganz anderes Gesicht zeigen wollen. Das sind wir nicht nur unseren treuen Zuschauern, sondern auch uns selbst schuldig. So wie es zuletzt gelaufen ist, kann es nicht weitergehen.“ Haßloch habe die sportliche Qualität, müsse sie einfach nur mal abrufen. Konzentration, Plantreue und Geduld seien gefordert.

Und wie es für ihn sportlich nach dieser Saison weitergehen wird, darüber hat sich Kevin Seelos noch keine Gedanken gemacht. Hängt er noch eine Saison dran? Oder hängt er die Hallenschuhe an den berühmten Nagel? Er muss grinsen. „Ich habe noch viel Spaß am Handball. Ich bin gerne Teil dieser Mannschaft und möchte jetzt meinen Beitrag dazu leisten, dass wir in der Dritten Liga bleiben“, sagt er nur. Mit anderen Worten: Seine sportliche Zukunft ist noch offen.

x