WAIBLINGEN
Handball: Samira Brand aus Haßloch nun beim VfL Waiblingen
Der Abschied aus Ketsch fiel der aus Haßloch kommenden Handballerin Samira Brand nicht leicht. Aber er war unumgänglich. „Wie mich die Mädels verabschiedet haben, das war sehr emotional, und das werde ich nicht vergessen“, blickt Brand auf die letzten Stunden im Trikot der Kurpfalz-Bären zurück. Mit deren Abstieg in die Zweite Liga endet auch ihre Zeit in Ketsch. „Ich war gerne hiergeblieben. Ich hatte hier sehr schöne Zeiten und konnte mich entwickeln. Aber menschlich war ich in den letzten Wochen der abgelaufenen Saison von den Verantwortlichen mehr als nur enttäuscht“, sagt Brand.
Die Art und Weise, wie Trainer Adrian Fulladjusch, Geschäftsführer Achim Wagner und der Sportliche Leiter Dirk Schatek mit ihr bei den Vertragsgesprächen umgegangen seien, hätten ihr sehr zu denken gegeben. Einige Nachfragen von Brand zu den Vertragsdetails im Zusammenhang mit ihrem Beruf als Lehrerin führten dazu, dass die Kurpfalz-Bären ihr Vertragsangebot zurückgezogen haben. „Das ist sehr schade, ich hätte mir auch vorstellen können zu bleiben.“
Vertrag für zwei Jahre
Jetzt hat Brand das Kapitel beendet. Sie konzentriert sich auf ihre neue Aufgabe beim Ligarivalen VfL Waiblingen. Dort hat sie einen Zweijahresvertrag unterschrieben und will helfen, dass die Schwaben den Sprung in die Erste Liga schaffen. „Ich wurde dort sehr gut aufgenommen. Es ist dort deutlich professioneller als in Ketsch“, erzählt Brand. Seit dem 4. Juli befindet sie sich mit ihrer neuen Mannschaft in der Saisonvorbereitung und hat auch ihre Trainings- und Spielfreude nach den Querelen in Ketsch wieder gefunden. Fast täglich reist sie von ihrem Wohnort in Heidelberg-Handschuhsheim, wo sie gemeinsam mit ihrem Partner und ihrem Hund lebt, in das 130 Kilometer entfernte Waiblingen. „Der Aufwand für das Training und zu den Spielen ist jetzt höher. Aber ich habe das Glück, dass Trainer Thomas Zeitz, der in Zwingenberg wohnt, mich regelmäßig mitnimmt“, berichtet Brand. Zeitz war es auch, der den dortigen Verantwortlichen den Rat zur Verpflichtung von Brand gegeben hatte. Vier bis sechs Einheiten stehen in der Woche auf dem Plan. Dazu kommen noch die Testspiele. „Wir sind mit der neuen Mannschaft individuell stärker, aber auch von den Positionen variabler besetzt“, weiß Brand. „Ich bin dort nicht die Spielmacherin, sondern eine Rückraumspielerin.“
Anstellung als Lehrerin
Ob sie in der Mitte oder im linken oder rechten Rückraum eingesetzt wird, das lässt Zeitz bei ihr wie bei allen Spielerinnen offen. Brand: „Die Philosophie des Trainers, wie wir Handball spielen, ist anders als in Ketsch.“ Sie freut sich auf die neue Saison im neuen Trikot. Auch beruflich hat sie die Weichen gestellt: Als Lehrerin für Sport und Deutsch hat sie eine Festanstellung am Kurpfalz-Gymnasium in Mannheim erhalten. „Ich bin sicher, dass sich in dieser Konstellation der Leistungshandball mit dem Beruf vereinbaren lässt.“
Sie freut sich schon auf den Saisonauftakt am 4. September. Dann gastiert der VfL Waiblingen bei Frisch Auf Göppingen. Und für die Pfälzerin aus Haßloch beginnt ein neues Kapitel in ihrem Handballerinnen-Leben.