Hassloch
Handball: Röller wechselt von TSG Haßloch nach Dansenberg
Lange hat er gezögert, jetzt gab er seine Entscheidung bekannt. Nur wenige Tage vor seinem mündlichen Abitur am Paul von Denis-Gymnasium in Schifferstadt sorgte Nils Röller für Klarheit bezüglich seiner sportlichen Zukunft. Der 18 Jahre alte Kreisläufer, der derzeit auch im Aufgebot der U20-Nationalmannschaft von Bundestrainer Martin Heuberger (Schutterwald) steht, wird ab 1. Juli das Trikot des TuS Dansenberg tragen. In der Westpfalz unterschrieb er einen Zwei-Jahres-Vertrag. Zugleich lehnte er eine Vertragsverlängerung bei der TSG Haßloch ab.
Das hatte einen besonderen Grund: Röller will mit den Westpfälzern in der kommenden Spielzeit in die Zweite Liga aufsteigen. „Der Verein hat das Ziel, und ich habe den Eindruck, dass diese Mannschaft auch hochmotiviert ist, dieses Ziel zu erreichen“, sagt Röller. Er will damit den nächsten Schritt in seinem ersten offiziellen Aktivenjahr machen.
Eulen-Entscheidung steht noch aus
Dabei geht Röller aktuell davon aus, dass er weiterhin ein Zweitspielrecht beim aktuellen Bundesligisten Eulen Ludwigshafen erhalten wird. Eine endgültige Entscheidung sei noch nicht gefallen. „Die Gespräche laufen noch, und ich hoffe, dass ich da auch bald Klarheit habe“, sagt Röller. In Kaiserslautern-Dansenberg habe er bisher positive Gespräche mit Teammanager Alexander Schmitt und auch mit Trainer Steffen Ecker geführt und sofort gespürt, dass sehr großes Interesse an seiner Verpflichtung bestehe. Röller soll gemeinsam mit Sebastian Bösing, ebenfalls ein ehemaliger Haßlocher, das Kreisläuferduo bilden. Denn der 36-jährige Theodoros Megalooikonomou wird nach dieser Saison seine Drittliga-Karriere in Dansenberg beenden. „Wir haben uns sehr intensiv um Nils bemüht, da er unser absoluter Wunschspieler war. Er hat in Haßloch bereits seine Drittligaklasse unter Beweis gestellt, ist aber mit seinen 18 Jahren noch lange nicht am Ende seiner Entwicklung“, sagt TuS-Teammanager Alexander Schmitt. Dabei macht der 115 Kilogramm schwere und 1,96 Meter große Kreisläufer kein Geheimnis daraus, dass auch einige andere Anfragen aus der Zweiten und Dritten Liga bei seinen Beratern bei der EMC-Kanzlei eingegangen seien. „Für mich steht die Weiterentwicklung im Vordergrund, denn ich möchte schon gerne bald in der Zweiten Liga spielen“, erzählt Röller. Diese Möglichkeit sieht er bei der TSG Haßloch derzeit nicht. Röller: „Dort ist ja noch nicht die Trainerfrage geklärt.“
In Mutterstadt wohnen
Mit dem Wechsel nach Dansenberg wird Röller keinesfalls in die Westpfalz umziehen. „Ich bleibe weiterhin in Mutterstadt, da ich davon ausgehe, dass ich in Mannheim oder Heidelberg studieren werde“, ergänzt Röller. Sein Wunsch sei ein Studium der Fachrichtung Sportmanagement. Ob er bereits im Sommer direkt in die Vorbereitung der Westpfälzer einsteigen wird, ist derzeit ebenfalls noch ungewiss, da auch die U20-Europameisterschaft in Südtirol und in Österreich auf dem Programm steht. „Nach dem jüngsten Lehrgang in Warendorf bin ich weiterhin im U20-Kader. Aber man muss einfach die aktuelle Situation abwarten. Es werden sicherlich jetzt auch einige Lehrgänge wegen des Coronavirus ausfallen. Und es ist auch nicht sicher, ob dann die EM noch stattfinden wird“, meint Nils Röller.
Thomas Müller, Sportlicher Leiter der TSG Haßloch, hat der Wechsel ein wenig überrascht. „Die Vorteile sprechen nur für Haßloch“, sagt er und verweist auf die kurzen Wege für Röller, der in Mutterstadt wohnt, in Haßloch und in Ludwigshafen hätte trainieren und spielen können.
Drei Spieler für den Innenblock
Das Loch, das Röller in der TSG-Abwehr hinterlässt, weiß Müller aber schon zu stopfen. „Wir haben Julius Herbert von der HSG Worms verpflichtet, der im Innenblock deckt, und Jan Triebskorn aus Großsachsen, der auch in den Innenblock kann.“ Neuzugang Theo Surblys von der SG Nußloch ist laut Müller ebenfalls für diesen Abwehrteil vorgesehen. Und als Kreisläufer stünden nach wie vor Stefan Job und Lars Hannes zur Verfügung. Linksaußen Florian Kern sei zudem ein gelernter Kreisläufer. „Ich könnte mir auch einen der Neuzugänge als Kreisläufer vorstellen“, überlegt Thomas Müller.