Neustadt
Handball: Haßlochs Trainer Tobias Job will vor Abgang Klassenverbleib sichern
Es ist längst kein Geheimnis mehr. Tobias Job, Trainer des Handball-Drittligisten TSG Haßloch, wird nach der fünften Saison bei den Bären seine Tätigkeit beenden. Der 40-jährige Südpfälzer hat die Vereinsführung früh über seinen Entschluss informiert. Einen Nachfolger will die TSG noch im Dezember vorstellen. Wie es bei Job weitergeht, steht in den Sternen.
HASSLOCH Die Abteilungsleitung hat die Entscheidung des Trainers akzeptiert. Tobias Job ist mit Leib und Seele Trainer. Er kennt deshalb die Höhen und Tiefen des Sports. Denn diese erlebte er nicht nur als Spieler und Trainer im Handball, sondern auch in seiner äußerst erfolgreichen Zeit im Tennis. Noch wichtiger ist es für den äußerst engagierten Übungsleiter aber zu erkennen, wenn sich die von ihm betreute Mannschaft nicht so entwickelt, wie er sich dies wünscht.
Dieser Zeitpunkt war bei der TSG Haßloch in den vergangenen Wochen gekommen, als Job alle Facetten gezogen, aber gespürt hat, dass sein Impuls, den er versuchte zu setzen, nicht den erhofften Effekt gebracht hat. Er setzte sich selbst mit seiner täglichen Arbeit kritisch auseinander, analysierte und traf die Entscheidung, nach der Saison 2019/2020 als Trainer bei der TSG Haßloch aufzuhören.
Kritische Stimmen
Dass von den Zuschauern gelegentlich kritische Stimmen über seine Arbeit während der Niederlagenserie fielen, das ging auch nicht spurlos an ihm vorbei. Es war aber keinesfalls derart, dass Job deswegen sein Tun in Frage stellte. „Mit solchen Situationen muss man im Sport umgehen können. Das lässt sich leider nicht ändern“, weiß der zweifache Familienvater. Dennoch macht er deutlich, dass es eine Phase gegeben habe, als einfach die Mannschaft nicht die Punkte habe einfahren können. „Da bin ich als Trainer auch in der Pflicht“, betont Job. „Schließlich zählen im Sport nicht die einzelnen Personen, sondern das Ergebnis.“
Dabei macht er deutlich, dass er einen schleichenden Prozess in der Mannschaft gespürt habe, den er unbedingt habe stoppen wollen. Spätestens nach der 27:34-Niederlage beim damaligen Tabellenvorletzten TV Plochingen zog der Diplom-Betriebswirt die Reißleine und gab seinen Abschied zum Saisonende bekannt. „Mir ist es wichtig, ein Signal zu senden, um die Mannschaft noch einmal wachzurütteln. Mir ging es auch darum, dass sich einige Spieler mit ihrer eigenen Situation auseinandersetzen“, sagt Job. Er kennt eben die Mechanismen im Sport. „Ich bin lange genug dabei und ich glaube, den Zeitpunkt erkannt zu haben, wann eine Mannschaft eine personelle Veränderung an ihrer Spitze braucht.“
Lange Mannschaftsaussprache
Seine Entscheidung hat kein Erdbeben ausgelöst, aber führte dazu, dass sich die Mannschaft in einer langen Aussprache intensiv mit der Situation auseinandergesetzt hat. Und dies zeigte Wirkung: Die Partien gegen die Rhein-Neckar Löwen II und gegen den TV Willstätt wurden deutlich gewonnen. Die Haßlocher verbannten damit vorerst die Abstiegsgefahr. „Wichtig ist jetzt, dass die Jungs nicht wieder denken, es wird so weiter gehen. Die Liga ist nämlich so stark besetzt, da müssen wir jeden Spieltag alles abrufen, wenn wir am Ende in der Liga bleiben wollen“, weiß Tobias Job.
Sein letzter Tag bei der TSG Haßloch wird am 25. April, dem letzten Spieltag in der Drittliga-Saison 2019/2020 sein, wenn die Haßlocher um 19 Uhr die TGS Pforzheim empfangen. Und da soll der Ligaverbleib bereits gesichert sein. Was kommt für Job danach? „Ich kann mir vorstellen, auch ein Jahr zu pausieren. Ich habe eine tolle Familie, mit der ich meine Freizeit verbringen kann.“ Das scheint eher unwahrscheinlich, denn Tobias Job ist ein gefragter Mann. Erste Anfragen von Vereinen liegen ihm schon vor. „Damit werde ich mich aber erst zwischen den Jahren ernsthaft beschäftigen“, erklärt der Versicherungsbeauftragter bei der Sparkasse Südliche Weinstraße.
Seine Mission in Haßloch ist noch nicht beendet. Und bis dahin will er den Klassenverbleib mit den Haßlocher Handballern gesichert wissen. So wird die Mannschaft bereits am 2. Januar wieder das Training nach einer kurzen Weihnachtspause aufnehmen.