Hassloch
Handball: Haßlocher Heimniederlage in Abstiegsrunde der Dritten Liga
Es herrschte Ratlosigkeit beim Handball-Drittligisten TSG Haßloch nach der 25:26 (12:10)-Heimniederlage gegen den TuS Volmetal. Während die Westfalen Arm in Arm im Kreis hüpfend den Sieg feierten, saßen die TSG-Akteure mit hängenden Köpfen auf der Bank. Daniel Schlingmann, der überragende Tormann, flüchtete in die Kabine. Bitterer hätte die Niederlage nicht sein können. Erst elf Sekunden vor dem Schlusspfiff traf Julius Blümel aus halbrechter Position mit seinem einzigen Treffer des Abends und brachte die Westfalen erstmals in Führung. Dabei hatte die TSG über die gesamte Partie geführt, gar mit fünf Toren Vorsprung. Einziger Trost: Trotz der Niederlage bleiben die Blau-Weißen weiterhin an der Tabellenspitze der Gruppe sechs. Aber am Wochenende müssen sie zur TSG Blaustein, die nach dem Sieg gegen Volmetal und dem Unentschieden gegen TuSEM Essen II ihnen jetzt im Nacken sitzt.
Damit will sich TSG-Trainer Andreas Reckenthäler direkt nach der Partie nicht beschäftigten. Der 39-Jährige ist bedient: „Es war ein Spiel, das ich in dieser Form sehr selten erlebt habe. Wir haben es trotz zweimaligen Fünf-Tore-Vorsprungs nicht geschafft, den Sack zuzumachen.“
Drei Ausfälle im Spiel
Die Ausfälle von Jan Triebskorn, Florian Kern und Dennis Gregori während der Partie brachten die Mannschaft völlig aus dem Takt. Es lief nicht alles nach Plan, aber die TSG hatte die Partie im Griff, lag nach 20 Minuten mit 10:5 in Front. Die Abwehr um Kreisläufer Lino Messerschmidt harmonierte. Dahinter war auf Daniel Schlingmann Verlass. Die Westfalen kamen erst kurz vor dem Pausentee etwas besser ins Spiel, nutzten einige Nachlässigkeiten der Gastgeber und verkürzten auf 10:12.
Nach der Kabinenpredigt von Reckenthäler war das Haßlocher Tempospiel war nicht zu bremsen: Erst traf Kevin Seelos, dann Dennis Gregori per Gegenstoß zum 14:11. Und der Linkshänder ließ auf dem rechten Flügel per Heber dem gegnerischen Keeper zum 15:12 keine Chance. Als der junge Konstantin Herbert von der ungewohnten Linksaußen-Position zum 17:12 traf, waren die TSG-Fans aus dem Häuschen.
Kern ins Krankenhaus
Allerdings wurde der zuletzt überragende Florian Kern mit zunehmender Dauer vermisst. Der 29-Jährige musste bereits in der 15. Minute nach einem Zusammenprall vom Spielfeld und wurde direkt ins Marienkrankenhaus nach Ludwigshafen gebracht. „Die Knochen sind noch heil, aber habe ich große Schmerzen“, sagte Kern zu seiner lädierten linken Schulter. Am heutigen Montag steht eine Magnetresonanztomographie (MRT) an. Kern rechnet selbst nicht damit, in der kommenden Woche zur Verfügung zu stehen.
Rüdes Foul an Gregori
Unklar ist auch die Situation um Jan Triebskorn, der während der Partie umgeknickt war. Als noch Linkshänder Dennis Gregori (49.,) ebenfalls nach einem rüden Foul von Jan Grzsenski, der dafür die Rote Karte sah, raus musste, schienen „die Felle davon zu schwimmen“. Gregori erlitt einen Pferdekuss. Er wurde in der Schlussphase vermisst. Auch deshalb, weil Elvijs Borodovskis einen rabenschwarzen Abend erlebte. „Der Rückraum kam einfach nicht so ins Spiel, wie wir es uns vorgenommen hatten“, klagte Reckenthäler. So geriet Haßloch in den letzten Minuten ins Strudeln. Nach einem technischen Fehler von Götz traf Jonas Heidemann zum 22:24. Sein Kollege Kai Ferber verkürzte auf 23:24 (56.). Dann war Daniel Schlingmann zur Stelle, der den dritten Siebenmeter des Abends gegen Mats Pfänder parierte. Es half am Ende nichts: Silas Kaufmann traf in Überzahl 44 Sekunden vor Schluss zum 25:25. Für den Nackenschlag sorgte dann Blümel.
So spielten sie
TSG Haßloch: Schlingmann, Bitz (bei einem Siebenmeter), Modzinski (n. e.); Surblys (4), Triebskorn (3), Borodovskis; Kern (1), Gregori (5); Messerschmidt (6); Julius Herbert, Zech, Götz (3/3), Seelos (2), Konstantin Herbert (1), Knöringer (n. e.).
Spielfilm: 3:1 (7.), 6:4 (12.) 9:5 (18.), 11:6 (21.), 12:8 (27.), 12:10 (29, HZ.), 15:12 (34.), 18:13 (40.), 20:16 (42.), 23:20 (51.) 25:23 (57.) 25:25 (60.), 25:26 (60, Ende). - Siebenmeter: 7/3 – 7/4; Zeitstrafen: 6/3; Rote Karte: Grzsenski (49., Foul an Gregori); beste Spieler: Schlingmann, Messerschmidt – Ferber, Kaufmann; Zuschauer: 300; Schiedsrichter: Bley/Tarka (Schlüchtern).