Hassloch
Handball: Haßlocher Heimniederlage gegen das Schlusslicht
Da war auch Trainer Tobias Job bedient. Kaum war der Abpfiff erfolgt, zog er seine Mund-Nasen-Maske über das Gesicht und suchte den direkten Weg über das Spielfeld in die Kabine. Während Handball-Drittligist TSG Haßloch in den jüngsten beiden Spielen gegen die TSB Heilbronn-Horkheim und bei der mHSG Friesenheim/Hochdorf trotz schwacher Leistung noch „mit einem blauen Auge“ davongekommen war, wurde er nun vor eigener Kulisse für seinen Auftritt böse bestraft. Es war bereits die zweite Niederlage im vierten Heimspiel in der laufenden Saison. Während Haßloch noch gegen die SG Pforzheim-Eutringen (28:27) eine halbwegs vernünftige Leistung geboten hatte, hatte die TSG sich gegen den Rivalen von der TGS Pforzheim (36:36) nicht gerade mit Ruhm bekleckert und noch einen schmeichelhaften Zähler ergattert.
Dabei erwischten die Hausherren diesmal den besseren Start, lagen nach zehn Minuten mit 6:2 in Front. Auch deshalb, weil Marco Bitz zu diesem Zeitpunkt vier Bälle der Gäste abgewehrt und einen Siebenmeter gegen Patrick Buschsieper entschärft hatte. Dann kamen die Handballer von der Bergstraße besser ins Spiel. Ihr Trainer Stefan Pohl setzte im Rückraum auf die „jungen Wilden“, Maximilian Hartz, Mika Schüler und Hannes Weindl. Dazu ließ er mit dem wieder aktivierten „Oldie“ Simon Reisig an der Spitze äußerst offensiv decken. Damit tat sich Haßloch im Angriffsspiel schwer. Auch das Spiel zum Kreis erlahmte zusehends. Die Gäste waren auf die Räume von Lino Messerschmidt bestens eingestellt, so dass die TSG häufig nur durch das Überkreuzspiel zum Torwurf kam.
Hartz nicht zu bremsen
Das war zu wenig. Deutlich besser machte es im Gegenzug Maximilian Hartz, der 24 Jahre alte Sohn von Ex-Nationalspieler Jürgen Hartz, dessen Vater Rudi auch jahrelang als Manager den TV Niederwürzbach bis in die europäische Spitze des Handballs geführt hatte. Er war in keiner Phase zu bremsen. Maximilian Hartz spielte mit Haßloch fast Katz’ und Maus. Dies trieb Torhüter Marco Bitz die Zornesröte ins Gesicht. Er kam sich hinter der lückenhaften TSG-Abwehr wie in einer Schießbude vor und verließt das Tor noch vor dem Halbzeitpfiff.
Die Gäste wirkten wacher, leidenschaftlicher, engagierter, aber auch hochkonzentriert und kamen mit zunehmender Dauer immer besser ins Spiel. „Es ist mir ein Rätsel, dass sich die Jungs gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte das Leben so schwer machen. Ich erwarte jetzt eine Reaktion nächste Woche gegen die HG Saarlouis“, sagte Tobias Job.
TSG-Keeper halten Strafwürfe
Zwar hielt Haßloch dagegen, wirkte aber in den Abschlüssen viel zu behäbig. So blieb die Partie bis zur 42. Minute offen. Dann riss der Faden. Erst scheiterte Florian Kern an Torwart Fabian Lieb, danach „flog“ Julius Herbert für zwei Minuten vom Spielfeld. Tobias Job setzte auf den sechsten Feldspieler. Mit dem Risiko des leeren Tores. Diese Chance nutzte Lieb gleich zweimal, als er den Ball jeweils für die Gäste ins gegnerische Netz warf. So setzten sich die Gäste ab, aber Haßloch kam dank dreier Paraden von Daniel Schlingmann zurück. Theo Surblys donnerte den Ball zum 23:23 (56.) in den Winkel. Dann entschied Hartz die Partie zu Gunsten der Gäste. Beide von ihm geworfenen Siebenmeter parierten zwar Schlingmann und Bitz, aber die Abpraller nutzte der gebürtige Saarländer zum Torerfolg. Deshalb ist die Niederlage für Haßloch umso bitterer.
So spielten sie
TSG Haßloch: Bitz (1.-28.), Schlingmann (ab 29.) – Surblys (5), Götz (1), Borodovskis (9/5), - Kern (3), Gregori (2) – Messerschmidt (2) – Hannes, Seelos (1), Triebskorn (1), Julius Herbert, Zech, Konstantin Herbert, Djozic.
TVG Großsachsen: Mangold (bei zwei Siebenmetern) , Lieb (2) (1.-60.); Hartz (14/3), Straub (1), Jörres – Seganfreddo, Buschsieper – Reisig (4) – Schüler (2), Weindl (1), Burkhard (2), Kehlenbach (1), König, Kadel, Bestrich.
Spielfilm: 5:1 (9.), 7:5 (15.), 8:7 (19.), 10:10 (23.), 13:12 (26.) 13:13 (28.), 15:16 (37.), 17:17 (42.), 21:22 (50.), 23:23 (56.), 24:26 (58.), 24:27 (60.). Siebenmeter: 5/5 – 4/3; Zeitstrafen: 8/8; Rote Karte: Burkhard (50., dritte Zeitstrafe); Beste Spieler: Borodovskis – Hartz, Reisig; Zuschauer: 200; Schiedsrichter: Janz/Sug. (Köln).