Neustadt
Handball: Frauen des SV Meckenheim unterliegen der wSG Assenheim/Dannstadt/Hochdorf
„Von denen, die heute gespielt haben, war nur die Hälfte im Training“, sagt Michael Meyer, Trainer des Frauen-Handball-Verbandsligisten SV Meckenheim. „Und wer nicht trainiert, kann auch keine Spiele gewinnen.“ Seine Schützlinge unterlagen in einer spannenden Partie im Derby der wSG Assenheim/Dannstadt/Hochdorf mit 13:16 (7:7:). Ein Meckenheimer freute sich am Ende dennoch.
Es war vor allem die schwache Leistung im Angriff, die zur Niederlage der Gastgeberinnen führte. „Seit ich die Mannschaft habe, hat sie schon immer Defizite im Angriff“, verrät Meyer. In eineinhalb Jahren sei es ihm noch nicht gelungen, dies zu ändern. Aber der Coach kennt noch weitere Defizite: „Unser Hauptproblem sind die vielen Ballverluste, ohne dass wir den Ball aufs Tor werfen.“ So waren es auch jetzt Schrittfehler, Fehlpässe oder Fangfehler, die zu einfachen Kontertoren der Spielgemeinschaft geführt haben. Und eben die zu zaghafte Spielweise vorne.
„Im Training sieht es immer anders aus“, erzählt Rückraumspielerin Daniela Böhl, dass in den Übungsstunden vor allem in der Offensive vieles funktioniert. Im Rückraum seien sie gegen die Spielgemeinschaft aber nur zu viert gewesen, hätten deswegen kaum durchwechseln können.
Der SV Meckenheim ist nach nun zwölf Niederlagen in 15. Saisonspielen auf den vorletzten Tabellenplatz abgerutscht. Spaß am Handball haben die Frauen und ihr Trainer trotzdem. „Bei uns sind einige, die spielen Handball von klein auf“, erzählt Kreisläuferin Kimberly Angeletti. Sie selbst könne sich auch nicht vorstellen, einen anderen Sport als Handball zu betreiben. „Mannschaftssport ist etwas anderes, als sich alleine im Fitnessstudio zu quälen“, findet sie. Es sei ein gewisser Druck da, ins Training zu gehen, weil die anderen auch dort seien.
Und Trainer Michael Meyer sagt, dass er Handball liebe. „Ich bin eher zu arg motiviert als zu wenig“, gesteht er schmunzelnd. Bei der jüngsten 25:28-Auswärtsniederlage in Mutterstadt habe der Angriff funktioniert, aber nicht die Abwehr. Nun sei der Angriff schlecht gewesen. „Irgendwie kriegen wir nie alles hin.“ Dennoch packt Meyer voller Eifer seiner Sachen zusammen. Er hat noch eine weitere Partie an diesem Tag anstehen. „In drei Stunden spiele ich in Waldsee für Heiligenstein II in der B-Klasse“, erzählt der Handball-Fan.
Trotz der Niederlage der Meckenheimerinnen gab’s auch einen Grund zur Freude. Am Ausschank hatte Abteilungsleiter Timo Erlenwein gut zu tun, verkaufte jede Menge Bier, Wein, Kaffee, Sprudel oder Saftschorle sowie Kuchen. „Vom Andrang her war es gut – bei einem Derby ist es immer viel“, berichtet er zufrieden. Bei jedem Heimspiel sei immer jemand anderes für den Ausschank zuständig. Bei einem Männerspiel versorgten die Frauen, bei einem Frauenspiel die Männer die Zuschauer. „Der Kuchen wird aber immer von den Frauen gebacken“, gesteht er schmunzelnd.
So spielten sie
SV Meckenheim: Strauch - Leibrock (1), Mansky (5) - Wieske, Storck (2) - Böhl (4) - Angeletti - Groth, Deutsch, Muminovic, Hoos (1).
Spielfilm: 4:1 (10.), 6:2 (15.), 6:6 (27.), 7:7 (30.), 7:12 (41.), 8:12 (42.), 10:12 (47.), 12:15 (57.), 13:16 (60.). Beste Spielerinnen: Strauch - Langenberg, Lübge. Zeitstrafen: 3/3. Siebenmeter: 5/3 - 7/3. Schiedsrichter: Janssen (Lingenfeld/Schwegenheim). Zuschauer: 40.