Meckenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Handball: Frauen des SV Meckenheim ohne Chancen gegen TV Kirrweiler

Michael Fritzinger aus Kirrweiler kauft sich einen Kaffee bei Jessica Deutsch (Mitte) und Katja Schopp.
Michael Fritzinger aus Kirrweiler kauft sich einen Kaffee bei Jessica Deutsch (Mitte) und Katja Schopp.

Sport macht hungrig und durstig. Zuschauen auch. Doch beim Derby zwischen dem SV Meckenheim und dem TV Kirrweiler in der Frauen-Handball-Verbandsliga gab es am Sonntagnachmittag kein Kuchenbuffet, sondern nur Getränke. Bei der 18:32-Heimniederlage der Meckenheimerinnen fehlten schlicht die Männer.

„Kuchen zu backen, lohnt sich nur, wenn unsere Herrenmannschaft am gleichen Tag auch ein Heimspiel absolviert“, erzählt Jessica Deutsch. Die 42-jährige Meckenheimerin pausiert verletzt und hat daher mit Patrick Angeletti den Ausschank übernommen.

Die Männermannschaft agiert indes in einer Spielgemeinschaft mit Böhl-Iggelheim und ist daher selten in der Meckenheimer Halle präsent. Deutsch: „Wir Frauen kümmern uns immer um den Getränkeeinkauf und backen die Kuchen. Das soll aber nicht heißen, dass unsere männlichen Spieler faul sind. Sie helfen nämlich immer in Iggelheim.“

Kaffee schmeckt auch ohne Kuchen

Die Ausgabe der Getränke erfolgt auf Spendenbasis. Favorit bei den rund 20 Zuschauern ist zur Kaffeestunde natürlich Kaffee, auch wenn der Kuchen fehlt.

Deutsch blickt skeptisch auf die Tabelle. „Der Klassenverbleib ist gefährdet. Wir stehen jetzt auf dem vorletzten Platz.“ Dass diesmal gegen die starken Gäste aus Kirrweiler nicht mehr drin war, verwundert sie nicht. „Es fehlten vier wichtige Rückraumspielerinnen. Verletzt, erkrankt oder in Urlaub“, verdeutlicht sie die Meckenheimer Personalmisere.

Das Team spielt ohne Spielführerin. Deutsch: „Das schaffen wir auch so, ohnehin hat der Trainer das letzte Wort.“ Coach Michael Meyer war mit der hohen Niederlage nicht einverstanden. Aber es sei eben deutlich geworden, dass viele Spielerinnen nicht dabei waren. „Uns hat die Kraft gefehlt, es gab zu viele Kontertore“, sagt er. Beste Spielerin war bei Meckenheim erneut Torfrau Manuela Strauch, sie war schon bei der 17:31-Hinspielniederlage in Kirrweiler beste Akteurin ihres Teams. Aber auch Tessy Storck überzeugte mit sechs Toren und hohem kämpferischen Einsatz. Wenige Minuten vor Schluss ging sie völlig ausgepumpt vom Feld.

Kirrweilerer Konterchancen

Kirrweiler hatte viele Konterchancen, die aber von Strauch entschärft wurden. So scheiterte mehrmals Michelle Fritzinger, war aber mit zehn Treffern neben Yvonne Grün beste Akteurin beim TVK.

Die Langzeitverletzte Jessica Rohrbach verfolgte das Spiel ihres Teams Kirrweiler von der Tribüne aus. Sie hat zwar in dieser Saison noch kein Spiel absolviert, hat aber ihre jüngere Schwester Josephin als Verstärkung nach dem Aufstieg nach Kirrweiler gelotst. Die 17-jährige Josephin spielt mit einem Doppelspielrecht auch für die Bornheimer A-Jugend. „Wir sind Tabellendritter, das ist eine tolle Leistung als Aufsteiger“, betont Jessica Rohrbach.

So spielten sie

SV Meckenheim: Strauch – Geeck (3 Tore), Braun, Schleicher (2), Groth, Wieske (1), Angeletti (1), Leibrock (3), Broschat, Hoos (1), Böhl (1), Storck (6);

TV Kirrweiler: Anslinger – König, Josephin Rohrbach, Janine Fritzinger (2), Grün (11), Weisbrod (3), Michelle Fritzinger (10), Zöller, Nägle (1), Orth, Gerbershagen (5). Spielfilm: 1:1 (2.), 4:5 (8.), 6:13 (23.) 7:15 (30.), 8:20 (35.), 12:27 (45.), 17:30 (52.). Beste Spielerinnen: Strauch, Storck – Grün, Michelle Fritzinger. Siebenmeter: 3/3 - 8/7 – Zeitstrafen: 1/1. Schiedsrichter: Schalk (HSG Eppstein/Maxdorf).

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