Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Handball: Frauen der TSG Haßloch hängen erneut in der Warteschleife

Peter Motz möchte auch in der Saison 2020/2021 möglichst oft über Tore der Haßlocher Handballerinnen jubeln. Doch hat der Verban
Peter Motz möchte auch in der Saison 2020/2021 möglichst oft über Tore der Haßlocher Handballerinnen jubeln. Doch hat der Verband Corona-bedingt die Spiele vorerst abgesetzt.

Die Handballerinnen der TSG Haßloch haben sich gut vier Monate lang auf die neue Saison in der Pfalzliga vorbereitet. Aber jetzt hängen sie wieder in der Warteschleife. Wie gehen Trainer Peter Motz und seine Spielerinnen damit um? Drei Neuzugänge und eine Rückkehrerin sind in der Mannschaft.

Herr Motz, vor ein paar Wochen haben Sie im Gespräch mit der RHEINPFALZ noch gesagt, Ihre größte Sorge sei, „dass wir vier Monate trainiert haben und kurz vor Saisonbeginn wegen Corona gesagt wird: Ihr müsst wieder aufhören“. Jetzt ist der fürs Wochenende geplante Rundenstart erst einmal ausgesetzt. Wie haben Sie das, wie hat es Ihre Mannschaft aufgenommen? Trainieren die TSG-Frauen noch?
Die Entwicklung war ja leider schon abzusehen. Wie allen anderen Teams auch bleibt uns nichts anderes übrig, als sich auf die neue Situation einzustellen, flexibel zu bleiben und das Beste daraus zu machen. Zum Glück darf im Moment noch trainiert werden, und man verliert sich nicht komplett aus den Augen. Aufgeben ist nicht.

Die vergangene, Mitte März Corona-bedingt vorzeitig beendete Pfalzliga-Saison hat Ihre Mannschaft auf Platz zwei abgeschlossen. Steigt die TSG Haßloch in der Runde 2020/2021 in die Oberliga auf?
Das kann ich nicht sagen. Wir müssen erst mal Pfalzmeister werden und uns dann in der Aufstiegsrunde gegen die drei anderen Verbandsmeister aus dem Saarland, Rheinhessen und dem Rheinland durchsetzen. Aus der Aufstiegsrunde steigen nur die ersten beiden Teams auf. Aber das ist ja noch lange hin ... (lacht)

In der vergangenen Runde hatte gerade das Spitzenspiel der TSG Haßloch als Tabellenzweiter gegen Spitzenreiter TV Wörth angestanden. Dann wurde die Runde vorzeitig beendet. Trauern Sie dem nach?
Wir hatten nicht mehr die Möglichkeit, unsere schlechte Vorrunde zu korrigieren. Rein rechnerisch war der Aufstieg noch drin. Doch er wäre unwahrscheinlich gewesen.

Was ist denn in der Vorrunde schief gelaufen?
Die Vorbereitung war nicht so doll. Viele waren im Urlaub, auch ich. Irgendwie hatte es nicht so gepasst. Ab November bis März haben wir dann alle Spiele gewonnen. Aber das war zu spät.

Und nun? Ist die Vorbereitung besser gelaufen?
Wir trainieren jetzt intensiver, haben Anfang Juli angefangen. Fast vier Monate reichen als Vorbereitung ... (lacht). Wir haben uns in der ersten Phase, nachdem die Sporthallen wieder geöffnet werden durften, an den Sport und die Bewegungsabläufe herangetastet. In Phase zwei haben wir ab 1. August viele Spiele gemacht und an unserer Fitness trainiert. Jetzt sind wir seit zwei, drei Wochen am Feinschliff im taktischen und bewegungstechnischen Bereich. Die Grundstimmung im Team ist besser. Die Chemie stimmt.

Kurz vor dem Spitzenspiel gegen Wörth hatte sich eine Ihrer Spielerinnen vom Training abmelden müssen, da sich einer ihrer Arbeitskollegen mit dem Coronavirus infiziert hatte. War Ihre Mannschaft in den vergangenen Wochen noch mal in einer solchen Situation?
Nein.

Und wie werden die Haßlocherinnen in Coronazeiten ihre Heimspiele austragen, vorausgesetzt, die Runde beginnt später?
Wir spielen im TSG-Sportzentrum vor Zuschauern, wenn alles so bleibt, wie es ist. Die Zuschauertribüne besteht aus drei Teilen. Auf jedem dürfen meines Wissens 40 Leute sitzen. Wir haben also maximal 120 Zuschauer. Das passt gut. Die Auswechselbänke dürfen nicht auf der Zuschauerseite stehen.

Wie sieht Ihr Team aus? Wer hat es verlassen? Wer ist neu dazugekommen?
Es hat sich ein bisschen verändert. Torfrau Veronika Modzinski ist zu den VTV Mundenheim II und spielt dort in derselben Klasse. Linksaußen Sophie Rohe macht eine Pause. Rückraum-Mitte-Spielerin Jana Laubender ist studienbedingt nach Hannover gezogen. Neu ist Marlena Schilling im linken Rückraum. Sie kommt von der HSG St. Leon-Reilingen. Neu ist auch Joanna Klein in der Rückraum-Mitte. Sie kommt von der TSG Friesenheim, ist Oberliga-erfahren und soll Jana Laubender ersetzen. Torfrau Antje Wilde war vorher bei den VTV Mundenheim I, hatte dann eine Pause eingelegt. Imke Paul ist von ihrer eineinhalb Jahren dauernden Weltreise zurückgekehrt. Sie spielt in unserem Rückraum.

Und wie sieht das Trainerteam aus?
Unverändert. Außer mir sind da noch Bruno Spieß und Peter Wingerter. Bruno ist Co- und Torwarttrainer. Peter ist ebenfalls Cotrainer und Mannschaftsverantwortlicher. Er organisiert Sponsoren und unser Hygienekonzept.

Was ist denn die Stärke Ihrer Mannschaft?
Wir sind ziemlich jung, im Schnitt 22, 23 Jahre alt. Ich denke, dass man das positiv sehen kann. Unsere Stärke ist auch unsere Ausgeglichenheit. Alle Positionen sind doppelt besetzt.

Und die Gegner? Wer sind die stärksten Konkurrenten im Titelkampf?
Mit der HSG Lingenfeld/Schwegenheim hätten wir gleich zu Beginn ein richtig schweres Spiel. Die HSG, der TuS Heiligenstein und Frankenthal sind unsere größten Konkurrenten.

Noch einmal zurück zu Corona: Glauben Sie, dass vorläufig überhaupt Kontaktsportarten möglich sind?
Auf der einen Seite hat sich beim Handballspielen, meines Wissens, bisher noch niemand infiziert. Auf der anderen Seite kann man nicht den Kontakt zu Mitmenschen verbieten oder einschränken, gleichzeitig aber völlig unabhängige Gruppen auf engem Raum gegeneinander antreten lassen. Natürlich hoffen wir alle, dass es bald losgeht. Aber wenn es um die Gesundheit geht, sollte man kein Risiko eingehen. Interview: Sabine Dean

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