Neustadt
Handball: Frauen der TSG Haßloch gewinnen mit 32:20
Handball: Die Frauen-Handball-Mannschaft der TSG Haßloch macht sich als Tabellendritter recht gut in der Pfalzliga. Doch die TSG will mehr. Die Oberliga sei das Ziel, verrät Trainer Peter Motz. In der Weihnachtspause hat sein Team einige Schwächen ausgemerzt.
Der Jubel ist nach dem 32:20-Erfolg im Heimspiel gegen die SG Ottersheim/Bellheim/Kuhardt/Zeiskam II groß. Zwar war der Gegner schon vor dem Anpfiff vier Plätze schlechter als Haßloch platziert. „Aber die hatten fünf, sechs Spielerinnen aus ihrem spielfreien Oberliga-Team dabei“, betont Motz. „Das war kein leichtes Spiel für uns – zum Schluss waren von denen fast alle Oberliga-Spielerinnen auf dem Feld“, ergänzt die Haßlocher Kreisläuferin Julia Spieß. Doch dass diese Oberliga-Akteurinnen beim Gastspiel im TSG-Sportzentrum so gut wie nicht aufgefallen sind, macht Peter Motz schon ein wenig stolz: „Wir haben hier gute Spielerinnen.“ Den Oberliga-Aufstieg fordert er aber noch nicht in dieser Saison ein. „Wir sind in der Entwicklung.“ In der Hinrunde habe sein Team zu oft verloren, habe große Probleme vor allem in der Abwehr gehabt.
In der Abwehr verbessert
Aber genau in der Defensive legten die Haßlocherinnen diesmal den Grundstein für den Sieg. Gleich zweimal kurz hintereinander fing Jana Laubender hinten den Ball ab, konterte zumindest einmal erfolgreich zum Tor, zum 2:1. Und auch nach Paraden von Torfrau Laura Walther ging es im schnellen Gegenstoß zum gegnerischen Gehäuse – Lena Motz erhöhte auf 9:3. „Wir haben das Training verändert, wir gucken mehr auf Kleinigkeiten, auf den Ballfluss, auf Schnelligkeit und die Tiefe im Spiel“, erklärt Peter Motz die in der Winterpause antrainierten Neuerungen.
Mitte der ersten Hälfte schlichen sich allerdings einige Fehler im Haßlocher Spiel ein: bei einem Konter ein zu langer Pass von Torfrau Laura Walther auf die sprintende Jana Laubender, Schrittfehler von Julia Spieß, dann noch ein Zeitspiel (20.) sowie eine Parade von Gästetorfrau Laura Winter bei einem Konter von Jessica Glaser. Doch nach einer Auszeit zog der Gastgeber das Tempo wieder an. „Zieh, zieh, zieh“, brüllte Peter Motz aufs Spielfeld, als sich Jessica Glaser auf der rechten Seite erst nur halbherzig nach schnellem Durchspiel versuchte durchzusetzen. Motz’ Anspornen war erfolgreich – Glaser traf zum 13:6. Auch dem 14:9 von Lena Motz im rechten Rückraum ging ein schnelles Haßlocher Angriffsspiel voraus. „Die Tiefe fehlte in den Aktionen“, erzählte Motz von Problemen in der Hinrunde. Jetzt lobte er nicht nur die spielerische Leistung seiner Schützlinge: „Wenn der Teamgeist nicht stimmen würde, würden die Mädels nicht so spielen.“
„Das war eine starke Mannschaftsleistung“, ergänzt Isabell Spieß. „Viele von uns kommen aus Kirrweiler. Mindestens acht, neun von uns spielen seit der Jugend zusammen“, kennt Julia Spieß den Grund für die gute Atmosphäre in der Mannschaft.
Geburtsjahr als Trikotnummer
Drittjüngste im Haßlocher Frauenteam ist Nathalie Jakob. Sie selbst bezeichnet sich „als einen noch relativ jungen Hüpfer“. Obwohl nur 1,56 Meter klein, fällt sie in jedem Fall auf. Sie hat die Trikotnummer 99. „Sie wollte die Nummer sieben, aber die war schon vergeben. Und die 99 ist ihr Baujahr“, erzählt Peter Motz schmunzelnd. Vor der Saison war Nathalie Jakob von der TSG Friesenheim nach Haßloch gewechselt. In Friesenheim hat sie acht Jahre lang in der Jugend-Bundesliga sowie in der Oberliga gespielt. Mit ihrer Oberliga-Erfahrung weiß sie, dass es Haßloch „von allem noch ein bisschen fehlt“, um selbst reif für die Oberliga zu sein. „Dieses Jahr ist der Aufstieg sicher nicht realistisch. Aber so in ein, zwei Jahren ...“, sagt sie. In der Oberliga werde mit Harz an den Händen gespielt, „und es geht viel über die Schnelligkeit“.
Zurück nach Haßloch
Der Wechsel nach Haßloch war für Jakob quasi ein Nachhausekommen. „Haßloch ist mein Ursprungsverein“, erzählt sie. Sie sei hier auch direkt integriert worden. Als drittjüngste Spielerin in der Mannschaft hinter Veronica Modzinski und Lara Motz hat Nathalie Jakob besondere Pflichten zu erfüllen. „Leibchendienst“, verrät sie lachend. Sie muss die Hemden immer mitbringen und ab und an auch waschen. „Die Mama wäscht die Leibchen – mehr aber auch nicht“, gibt Jakob augenzwinkernd preis.
Aber zurück zum Ziel Oberliga-Aufstieg: Nicht nur in der Abwehr und im schnellen Angriffsspiel wollen sich die Haßlocherinnen verbessern. Irgendwann in Zukunft wollten sie auch Musik in der Pause sowie in den Spielunterbrechungen und vielleicht sogar einen Hallensprecher haben, erzählt Kreisläuferin Julia Spieß schmunzelnd. „Dann ist eine ganz andere Stimmung in der Halle“, weiß sie von Heimbegegnungen der TSG-Männer, die in der Dritten Liga sowie in der Verbandsliga auf Torjagd gehen.
So spielten sie
TSG Haßloch: Walther, Modzinski (ab 50.); Artero (4), Jakob (2); Lena Motz (6), Schneider (5/1); Laubender (2); Julia Spieß (6); Glaser (3), Gärtner (1), Kripp, Isabell Spieß, Bachtler (1), Lisa Motz (2).
Spielfilm: 1:1 (2.), 8:2 (10.), 10:5 (19.), 13:8 (28.), 14:10 (30), 16:10 (33.), 23:11 (44.), 26:12 (49.), 30:15 (56.), 32:20 (60.). Beste Spieler: Julia Spieß, Jakob, Laubender - Reichling. Zeitstrafen: 2/1. Rote Karte: Silaghi (29.). Siebenmeter: 1/1 - 8/5. Zuschauer: 50. Schiedsrichter: Ohler (MSG Iggelheim/Meckenheim).