HASSLOCH
Handball: Drittligist TSG Haßloch wieder auf Trainersuche
19 der 34 erzielten Punkte hatte das Team seit dem zweiten Trainerwechsel der Saison geholt. Kontinuität auf dem Trainerstuhl scheint es bei der TSG Haßloch nicht zu geben. Genau 48 Stunden nach dem Klassenverbleib in der dritthöchsten Spielklasse haben Cheftrainer Andreas Reckenthäler und sein Cotrainer Philipp Rogawski das Angebot des Sportlichen Leiters Thomas Müller abgelehnt, ihr seit Januar bestehendes Engagements bei den Bären fortzusetzen.
Noch vor der Abschlussfahrt mit der Mannschaft nach Kroatien gaben Reckenthäler und Rogawski ihre Entscheidung sowohl den Spielern als auch den TSG-Verantwortlichen bekannt. „Wir werden jetzt eine Pause machen und sicherlich irgendwann wieder als Trainer tätig sein“, sagt Reckenthäler. Dies bestätigt auf RHEINPFALZ-Anfrage Thomas Müller. Dabei macht der umtriebige Sportchef kein Geheimnis daraus, dass er nach mehreren Gesprächen durchaus optimistisch gewesen sei, dass das Trainer-Duo auch über die abgelaufene Saison hinaus in Haßloch bleibe. Müller: „Die beiden haben einen guten Job gemacht, deshalb hätten wir auch gerne weitergemacht.“ Der 58-Jährige stellte den beiden engagierten Trainern ein gutes Zeugnis aus. „Sie waren zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Trainer, um die Mannschaft nochmals im Kampf um den Klassenverbleib voranzubringen“, betont Müller.
Erfahrungen gesammelt
„Wir sind Thomas Müller dankbar, dass er uns das Vertrauen geschenkt hatte, Dritte Liga zu trainieren und die Erfahrung zu sammeln, die wir noch nicht hatten“, sagt Reckenthäler. „Der Invest in den letzten fünf Monaten war aber schon enorm und hat uns alles abverlangt. Es war nicht einfach. Gerade bei diesem Verletzungspech, das uns begleitet hatte.“
Dass sie jetzt nicht weitermachen wollen, akzeptiert Sportchef Müller. „Wir haben viele Dinge gemeinsam besprochen und auch versucht, den Wünschen der Trainer zu entsprechen. Das war aber nicht alles umsetzbar“, sagt Müller. Als Grund für die Nichtannahme des Vertragsangebotes teilt Reckenthäler mit, „dass der Rahmen des sportlichen Konzepts zum aktuellen Zeitpunkt sich in Haßloch nicht realisieren lässt“. Es gehe einerseits um die personelle Kaderplanung, aber auch um die Rahmenbedingungen für den Drittligisten. „Unser Ziel war es, den Kader zu verjüngen, junge Spieler zu entwickeln, um die sportliche Entwicklung aktiv mitzugestalten. Das ist aktuell in Haßloch nicht so einfach. Philip und ich sind da konsequent“, sagt Reckenthäler. Dazu erklärt der TSG-Trainer, dass seine familiäre und berufliche Situation sicherlich ebenso dazu beigetragen habe, jetzt nicht weitermachen zu wollen. „Es war aber nicht der alleinige Grund“, so Reckenthäler, der „schweren Herzens“ abgesagt habe. „Die Jungs waren sehr geschockt und auch traurig. Denn sie hatten in den letzten fünf Monaten eine ganz besondere Beziehung zu uns aufgebaut. Wir sind Freunde geworden und werden es auch bleiben“, so Reckenthäler.
Viele Absagen
„Es ist sehr, sehr traurig, dass Andy und Philip nicht weitermachen. Wir hatten eine super Beziehung. Die Bindung zwischen Mannschaft und Trainern war einmalig, schon fast freundschaftlich. Es ist schade, dass sie nicht mehr dabei sind“, sagt TSG-Kapitän Kevin Seelos. Eine alleinige Übernahme des Traineramtes traut sich Philip Rogawski aufgrund seines jungen Alters nicht zu. „Es war von Beginn an klar, dass wir das bei der TSG nur gemeinsam machen“, betont er. Diese Haltung bestätigt Müller und verweist auf eine Reihe von Gesprächen mit talentierten jungen Spielern aus der Region. „Die Situation hat sich durch die Relegationsrunde nochmals erschwert, da niemand wusste, wo wir in der nächsten Saison spielen. Dementsprechend haben wir auch sehr viele Absagen erhalten.“
Müller macht darüber hinaus kein Geheimnis daraus, dass die Handballabteilung in der Corona-Pandemie auch „wirtschaftlich eine Durststrecke zu bewältigen hat“. „Es ist leider so, dass der eine oder andere Sponsor nicht mehr dabei ist. Deshalb können wir nur im Rahmen unserer Möglichkeiten tätig sein“, so Müller. „Solche Phasen gibt es. Die hatten wir schon mal, aber darauf müssen wir uns aktuell auch einstellen.“ Seine Konzentration gelte jetzt der Verpflichtung eines neuen Cheftrainers. Mit einigen Kandidaten habe er bereits Gespräche geführt. „Wir stehen da noch am Anfang. Deshalb können wir dazu noch nichts vermelden.“ Auch denkt der sportliche Leiter noch an die Verpflichtung eines weiteren Rückraumspielers nach dem Abgang von Linkshänder Elvijs Borodovskis.
