Neustadt
Handball: Die TSG Haßloch muss den Umbruch einläuten
Die TSG Haßloch ist noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen. Die Spielzeit 2021/2022 war zum Vergessen. Zwei Trainerwechsel, dazu das Verletzungspech zahlreicher Akteure, das sich über mehrere Monate hinzog. Zudem die Ungewissheit zum Thema Corona und der ungewohnte Spielmodus mit Vorrunde und am Ende mit der „Klassenverbleibrunde“: Das sorgte nicht unbedingt für Sicherheit.
Das ist aber keine Entschuldigung für die verkorkste Saison. Die jüngsten beiden Spielzeiten haben gezeigt, dass die TSG sich neu aufstellen muss. In Haßloch wurde bisher zu lange auf Bewährtes gesetzt. Eine Entwicklung war selten zu sehen. Junge Spieler wie Julius und Konstantin Herbert, Lars Hannes oder Theo Surblys kommen von anderen Clubs, nicht aus der eigenen Jugend.
Der Nachwuchs fehlt
Die Mannschaft wird auch nicht jünger. Kevin Seelos, mit 34 Jahren der Oldie im Team, wird in ein oder zwei Jahren aufhören. Andere wie Jan Triebskorn haben die 30 bereits überschritten. Florian Kern und Dennis Gregori nähern sich dieser Zahl. Die Routiniers sind eine feste Säule im Team und notwendig. Es fehlt der frische Wind von Talenten. Da sollte schnell ein Konzept her zur Weiterentwicklung, auch unter Einbinden des eigenen Nachwuchses.
Bedenklich ist aber auch die Tatsache, dass der sportliche Teil des Drittliga-Handballs bei der TSG fast ausschließlich in den Händen von Thomas Müller liegt. Das ist unverantwortbar. Sicherlich ist Müller für viele nicht einfach: Er ist ein Hitzkopf, der sich für die TSG zerreißt und auch aneckt. Da muss er sich etwas zurücknehmen. Aber es sollte auch klar sein: Ohne ihn und der Unterstützung von Rita und Egbert Best gäbe es wahrscheinlich kein Drittliga-Handball mehr in Haßloch.
Die TSG-Fans, die so herzzerreißend am letzten Spieltag die Mannschaft zum Ligaverbleib unterstützt haben, sollten helfen, dass auf allen Ebenen der Umbruchprozess und die Erneuerung eingeläutet werden. Nur so wird die TSG mittelfristig eine feste Größe in der Dritten Liga bleiben. Die Verpflichtung des neuen Trainers könnte der erste Schritt in diese Richtung sein.
