HASSLOCH
Handball: Drittligist TSG Haßloch weicht in Pfalzhalle aus
Dass die neue Runde in der Dritten Liga der Handballer in knapp vier Wochen starten wird, kann sich der neue Trainer der TSG Haßloch, Thomas Müller, noch nicht so richtig vorstellen. Die steigenden Infektionszahlen in der Corona-Pandemie und die damit verbundenen behördlichen Auflagen lassen Zweifel am Saisonstart immer lauter werden. Den ersten Schritt hat die TSG bereits eingeleitet und für die kommende Spielzeit den Umzug in die Pfalzhalle vorbereitet.
Nur 70 Zuschauer?
„Dort haben wir die Möglichkeit, deutlich mehr Zuschauer unter Einhaltung des Mindestabstandes zuzulassen“, sagt Egbert Best. Der Vorsitzende der Fördergemeinschaft Handball ist zusammen mit seiner Ehefrau Rita, der Handball-Abteilungsleiterin, die treibende Kraft hinter den Kulissen des Sportbetriebes. Er hofft, dass das Land Rheinland-Pfalz die Höchstzahl an Menschen in einer Sportstätte, wie in Baden-Württemberg, noch auf 500 anheben wird. Derzeit sind nur 150 Menschen zugelassen. Nach Abzug aller am Spielbetrieb beteiligten Personen könnten die Bären bei der derzeit geltenden Regelung nur 70 Zuschauer zulassen. Eine Situation, die sich derzeit die Verantwortlichen der TSG kaum vorstellen können.
Man setze auf eine Erhöhung der Zuschauerzahlen und habe deshalb mit dem Hallenbetreiber, dem Pfälzischen Handballverband (PfHV), für alle Heimspiele sowie das zweimalige Training unter der Woche die Pfalzhalle angemietet. Dadurch entstünden der TSG zusätzliche Kosten in vierstelliger Höhe. Der Schritt erfolge vorsorglich auch wegen der geplanten Sanierung des Hallenbodens im TSG-Sportzentrum. Mit einer höheren Zuschauerkapazität erhofft sich der Verein, zumindest einen Teil der zusätzlichen Aufwendungen refinanzieren zu können. Ob es soweit kommen wird, muss abgewartet werden. Nach Bests Angaben wird am 15. September eine neue Corona-Verordnung erlassen, so dass man dann endgültig für die Saison planen kann. Die derzeit gültige zehnte Corona-Bekämpfungsverordnung ist bis zum 15. September verlängert worden.
Spiele vor Geisterkulisse?
„Wir brauchen definitiv Einnahmen, ansonsten sieht die Situation ganz düster aus“, sagt Thomas Müller. Einen Spielbetrieb vor Geisterkulisse möchte sich der umtriebige Trainer und Sportliche Leiter ebenso wie die Eheleute Best nicht vorstellen. „Wenn das so kommen wird, dann wird es einige Vereine in der Dritten Liga nicht mehr geben“, ist sich Best sicher. Eine solche Situation könnte auch die TSG Haßloch bis ins Mark treffen. „Wir haben immer noch die Hoffnung, dass wir in der Pfalzhalle deutlich mehr Zuschauer unter Einhaltung der Hygienebestimmungen zulassen können als im TSG-Sportzentrum“, sagt Best.
Mehr Zuschauer bedeuten mehr Einnahmen. Aber die genaue Zahl ist derzeit noch ungewiss. So habe die TSG auch bisher den Dauerkartenverkauf noch nicht gestartet. „Das ergibt doch keinen Sinn, wenn wir nicht wissen, wie viele Zuschauer in die Halle dürfen“, betont Egbert Best.
Ob es tatsächlich zu einer Erhöhung auf 500 Personen kommen wird, ist derzeit mehr als fraglich. Im Bereich des Pfälzischen Handballverbandes (PfHV) befinden sich mit der Stadt Ludwigshafen und dem Landkreis Bad Dürkheim auch zwei Gebietskörperschaften, die bundesweit mit ihren Infektionszahlen weit vorne stehen. „Ob wir da zum 15. September weitere Lockerungen vom Land Rheinland-Pfalz bekommen, müssen wir abwarten“, warnt Ulf Meyhöfer, der PfHV-Präsident, vor allzu hohen Erwartungen vor dem Saisonstart. Meyhöfer bringt die aktuelle Situation im Rhein-Main-Gebiet ins Gespräch, wo sich derzeit nur zehn Menschen in der Halle aufhalten dürfen und der Kontakt ganz zu vermeiden ist. Das ist derzeit aber nicht das einzige Problem.
Nur 30 Menschen
Nach den aktuellen Bestimmungen in Rheinland-Pfalz dürfen sich lediglich 30 Personen im Spielfeldraum während einer Handball-Partie aufhalten. Für TSG-Trainer Thomas Müller ein Unding. Da die beiden Mannschaften jeweils 16 Akteure im Spielberichtsbogen melden könnten, werde diese Höchstzahl schon ohne die Benennung von Trainer, Cotrainer, Physiotherapeuten, den beiden Unparteiischen sowie dem Zeitnehmer und Sekretär überschritten. Aufgrund der unklaren Situation hat Müller eine Anfrage an die spielleitende Stelle der Dritten Liga gerichtet, die noch nicht beantwortet worden ist. Somit steht fest: Die kommende Spielzeit wird nicht so verlaufen wie bisher.