Hassloch
Handball: Drittligist TSG Haßloch holt nur einen Punkt gegen Pfullingen
Tobias Job konnte sich nicht freuen. „Wenn man ständig führt und dann am Ende nicht zwei Punkte mitnehmen kann, dann überwiegt bei mir die Enttäuschung“, sagte der zweifache Familienvater. Statt den achten Zähler im vierten Spiel im Jahr 2020 verbuchen zu können, war es nach dem Abpfiff gefühlt ein verlorener Punkt. Das gefiel dem äußerst engagierten Coach überhaupt nicht.
Es waren wieder Kleinigkeiten, die letztendlich dazu führten, dass die Bären nur einen Zähler mitnehmen durften. 53 Sekunden vor dem Ende traf Christian Jabot vom Siebenmeter-Strich aus zum glücklichen Ausgleich für die Gäste. Dabei führte Haßloch noch bis zur 56. Minute mit 26:24, ehe Lars Hannes mit einer umstrittenen Zeitstrafe vom Feld musste. Die Überzahl nutzte die Mannschaft von Daniel Brack, dem Sohn des aktuellen Coaches beim Bundesligisten HC Erlangen, Rolf Brack, die Chance, mit zwei Toren in Folge noch zum 26:26 auszugleichen.
Haßlocher Passfehler
Haßloch gab sich keinesfalls geschlagen. Im Endspurt traf erneut der bärenstarke Florian Kern zum 27:26. Es war eine knifflige Angelegenheit. Pfullingen erhöhte das Tempo, setzte teilweise auf Manndeckung. Da gerieten die Angriffsbemühungen der Gastgeber ins Stocken. Es folgten Passfehler, und damit nahm das Malheur seinen Lauf. Die Partie war nichts für schwache Nerven. Die Zuschauer saßen in der letzten Minute nicht mehr auf ihren Plätzen, applaudierten stehend ihre Jungs nach vorne. Dennoch wirkten die Bären, die über die gesamte Zeit in Abwehr und Angriff meist die richtigen Lösungen fanden, nicht mehr so entschlossen, die Führung zu verteidigen.
Schlingmanns Paraden
Besonders in der ersten Hälfte zeigte die TSG viel Leidenschaft. Dazu parierte Daniel Schlingmann einige Hochkaräter der Gäste von der Außenposition. „Es hat vieles geklappt. Wir konnten unseren Lauf aus den letzten Spielen fortsetzen. Aber es waren auch umstrittene Entscheidungen der Schiedsrichter dabei, die uns aus dem Rhythmus gebracht haben“, meinte Kapitän Kevin Seelos. Linksaußen Florian Kern stimmte ihm zu: „„Auch wenn wir gegen die offensive Abwehr der Gäste stets die richtigen Lösungen gefunden haben, ist es ärgerlich, dass wir uns nur mit einem Punkt belohnt haben. Es waren in der Schlussphase umstrittene Entscheidungen der Unparteiischen, die dazu beigetragen haben, dass es nicht zum Sieg gereicht hat.“
Taktisch hatte Trainer Job seine Mannschaft auf die offensive Abwehr der Gäste bestens eingestellt, so dass die TSG immer wieder mit Einläufen von Flügelflitzer Florian Kern im letzten Drittel der Partie zu wichtigen Toren kam. Der Blondschopf war einfach nicht zu bremsen ...
So spielten sie
TSG Haßloch: Schlingmann, Pfaffmann (49.-56.) - Borodovskis (5), Götz (1), Seelos (6) - Gregori (2), Kern (7) – Röller – Zeller (1), Job (3), Hannes, Djozic (2/2), Muhovec, Hartstern.
Spielfilm: 4:2 (5.), 7:5 (13.) 7:7 (16.), 12:8 (24.), 15:12 (30.), 17:14 (35.), 17:17 (37.), 21:19 (44.), 21:21 (47.), 25:23 (54.), 26:24 (56.), 27:27 (60.) . Zeitstrafen: 5/3. Siebenmeter: 4/2 – 4/4. Beste Spieler: Kern, Seelos, Borodovskis – Schmid, Roth. Zuschauer: 470. Schiedsrichter: Haderlein/Haderlein (Nürnberg/Wendelstein).
Zitiert
„Wir haben alle gekämpft. Leider wurden wir am Ende dafür nicht mit zwei, sondern nur mit einem Punkt belohnt. Wir haben einen Punkt verloren.“
TSG-Kapitän Kevin Seelos
„Es ist schon ärgerlich, dass wir keine zwei Punkte geholt haben. Wir sind durch das Tempospiel und der Manndeckung der Gäste in der Schlussphase etwas aus dem Tritt gekommen, haben Fehler gemacht und auch unnötige Tore bekommen.“
TSG-Spielmacher Oliver Zeller
„Ich muss gestehen, bei mir überwiegt die Enttäuschung. Wenn man in einem Spiel über 60 Minuten nicht in Rückstand gerät, dann ist eben ein Punkt zu wenig. Es waren wie so oft wieder Kleinigkeiten, die den Unterschied ausgemacht haben. Wir müssen uns selbst an die Nase fassen. Wir haben es nicht geschafft, rechtzeitig die Führung über die Zeit zu bringen.
TSG-Trainer Tobias Job.