HASSLOCH
Handball: Drittligist TSG Haßloch erwartet den TV Kirchzell
Julius Herbert ist kein Mann der großen Worte. Und er ist keiner, der sich in den Vordergrund drängt. Dafür ist er einer, der gerne den Rat des anderen annimmt, daraus lernt und versucht, den nächsten Schritt zu machen. Der 24 Jahre alte Neuzugang der TSG Haßloch, der gemeinsam mit seinem Bruder Konstantin vom Handball-Oberligisten HSG Worms den Weg ins Großdorf fand, will sich bei den Bären endgültig in der Dritten Liga etablieren. Dafür hat er der TSG bereits eine Zusage für die nächsten beiden Spielzeiten gegeben.
Der Student in den Fächern Sport und Mathematik an Grundschulen an der Universität Landau ist in Sachen Handball schon viel gereist. Nach erfolgreichen Jugendjahren bei der TSG Friesenheim und mit dem vierten Platz bei der Jugend-DM ging er ins Internat des Bundesligisten TBV Lemgo, wo er bei den Youngstern seine Premiere in der Dritten Liga West feierte. „Eine Zeit, die ich nicht missen möchte, eine Zeit mit viel Erfahrung für das Leben“, sagt Herbert, der im Lipperland direkt neben dem Trainingszentrum mit Kollegen eine Wohngemeinschaft gebildet hatte. Hinzu kam noch das Training – zweimal täglich.
Neuanfang in der Badenliga
Nach drei Jahren ging es wieder in Richtung Heimat. Und direkt zur SG Nußloch in die Dritte Liga Süd. So richtig glücklich wurde er dort jedoch nicht. „Im Nachhinein betrachtet, war ich noch zu jung, noch nicht reif dafür“, blickt er zurück. Aber er gab sich keinesfalls geschlagen. Herbert, der mit seiner Freundin in seinem Heimatort Lampertheim-Hofheim lebt, setzte auf einen Neuanfang. Erst in der Badenliga beim TSV Amicitia Viernheim, dann in der Oberliga bei der HSG Worms. Jetzt ist er im Großdorf angekommen und möchte bleiben.
Dabei hat sich für ihn einiges geändert. Der Rechtshänder wechselte vom linken Rückraum an den Kreis, in der Abwehr rückte er in den Innenblock. Zunächst nur ein Versuch, zeigte sich in den Testspielen schnell, dass die Idee von TSG-Trainer Thomas Müller fruchtete. Herbert nahm die neue Rolle an. „Im linken Rückraum bestand keinen Bedarf“, ist er realistisch. In der Tat: Mit Kapitän Kevin Seelos, Theo Surblys und Konstantin Herbert sind eine Reihe von Akteuren auf dieser Position im Kader. „Auch wenn ich jetzt am Kreis spiele, im Training mache ich noch das Programm für den Rückraum mit“, erläutert Herbert. Er ist ein Spieler, der keinem Zweikampf aus dem Weg geht. „Es läuft sehr gut, ich bin mit der Entwicklung zufrieden. Aber ich sehe noch viel Potenzial nach oben“, stellt er fest.
Tempospiel verbessern
Dass die Bären zuletzt ihre Klasse besonders in der Defensive unter Beweis stellten, ist auch Herbert zu verdanken. Er brennt darauf, sich in Haßloch durchzusetzen. Dabei sieht er sich keinesfalls als Notlösung nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Stefan Job. Er ist kritisch zu sich selbst und sucht den Rat des anderen. Dazu gehört auch sein Vater Frank, der als Co-Trainer Müller unterstützt.
Dass die Bären vor Wochenfrist in Zweibrücken nicht antreten durften, sollte sie vor der kommenden Begegnung gegen den TV Kirchzell nicht aus dem Rhythmus bringen. „Wir bereiten uns wie bisher vor, wir nehmen das Spiel aber extrem ernst“, sagt Herbert. Das hat Gründe: „Kirchzell steht mit dem Rücken zur Wand, aber das macht gerade einen Gegner so gefährlich.“ So setzt Herbert neben einer starken Abwehrleistung auf eine glänzende Unterstützung zwischen den Pfosten. „Was uns noch zuletzt gefehlt hat, ist das Tempospiel nach vorne, um noch mehr zu einfachen Toren zu kommen.“