Hassloch RHEINPFALZ Plus Artikel Handball: Drittligist TSG Haßloch beim SV 64 Zweibrücken

Er ist gefürchtet, weil er oft plötzlich aus dem Nichts auftaucht und trifft: Florian Kern, Linksaußen der TSG Haßloch (hier im
Er ist gefürchtet, weil er oft plötzlich aus dem Nichts auftaucht und trifft: Florian Kern, Linksaußen der TSG Haßloch (hier im Februar 2020 gegen Pfullingen).

Linksaußen Florian Kern spielt seit elf Jahren für die TSG Haßloch. Rechtsaußen agiert sein bester Freund Dennis Gregori. Weil beide viel gemeinsam haben, gelten sie als die Zwillinge der TSG. Ob Kern auch in der nächsten Saison für die TSG am Ball ist, steht noch nicht fest.

Nach zuletzt zwei Niederlagen vor eigenem Publikum will Handball-Drittligist TSG Haßloch jetzt „wieder den Schalter umlegen“ und die nächsten Zähler einfahren. Mit ihrem Gastgeber SV 64 Zweibrücken (Samstag, 18 Uhr, Westpfalzhalle) haben sie noch eine Rechnung offen. Das Hinspiel hatten die Haßlocher zu Hause nach einer starken ersten Hälfte (16:12) mit 27:30 verloren.

Florian Kern ist kein Mann der großen Worte. Er lässt lieber Taten sprechen. Sein Ziel ist klar: Kern, der als Sozialversicherungsfachangestellter bei der Pronova BKK, der Krankenkasse der BASF, tätig ist, will auch in der kommenden Saison mit den Bären in der dritthöchsten deutschen Spielklasse vertreten sein.

Nur auf Platz sieben

Derzeit sieht es jedoch für die TSG Haßloch nicht allzu rosig aus. Die jüngste Niederlage gegen die HG Saarlouis hat ihr den Sprung auf Platz sechs vermasselt. Die TSG ist Siebter.

Wie im August berichtet, sind in die Saison 2021/2022 bundesweit 82 Drittligisten in sieben Staffeln gestartet. Nach der Runde sollen es laut Deutschem Handball-Bund (DHB) nur noch 69 Teams sein. Nach dem vorzeitigen Abbruch der Saison 2020/2021 wegen der Corona-Pandemie musste in den Dritten Ligen ein anderer Spielmodus her. Die spielleitende Stelle des DHB hatte deshalb festgelegt, dass in jeder dieser sieben Staffeln nach der Hin- und Rückrunde die Teams ab Platz sieben in einer Abstiegsrunde antreten müssen. „Es werden fünf Gruppen à sechs und zwei Gruppen à fünf Mannschaften gebildet“, informierte der DHB. Nur die Teams auf den Plätzen eins und zwei dieser Gruppen bleiben in der Dritten Liga. Die TSG will es vermeiden, in die Abstiegsrunde zu geraten.

Seit elf Jahren bei der TSG

„Auch wenn wir das letzte Spiel verloren haben, war es ein Schritt in die richtige Richtung“, sagt Kern, der 28 Jahre alte Linksaußen der TSG. „Diesen Schwung wollen wir mit nach Zweibrücken nehmen.“ Die nächsten beiden Zähler auf dem Habenkonto will die TSG Haßloch in Zweibrücken eintüten. Kern ist klar: „Die Mannschaft, die den Sieg mehr will, wird das Spiel gewinnen.“ Knackpunkte dürften neben Zweibrückens Toptorjäger Tim Götz auch die Chancenverwertung und die technischen Fehler in den eigenen Reihen sein. „Wir dürfen nicht durch unsere Fehler den Gegner zu Gegenstößen einladen“, warnt Kern.

Der Rechtshänder trägt seit elf Jahren das TSG-Trikot und bildet mit seinem Freund Dennis Gregori die Flügelzange bei den Bären. Mit 44 erzielten Toren ist der in Maxdorf mit seiner Freundin Nathalie Scherdel lebende Außenspieler der zweiterfolgreichste TSG-Schütze. Nur Elvijs Borodovskis hat ein Tor mehr erzielt. Aber Florian Kern kann den Unterschied ausmachen. Nicht nur wegen seiner Torgefährlichkeit, sondern er gilt als Allrounder. Mit Ausnahme der Torhüter-Position ist er variabel einsetzbar. Gefürchtet sind seine Einläufe an den oder gar sein Platz am Kreis. Kern gilt als unberechenbar: Er taucht aus dem Nichts plötzlich auf und trifft.

Vertrag bis 30. Juni

Er ist einer, der über den Tellerrand hinausschaut. Die Corona-Problematik beschäftigt ihn. „Wir sind zwar alle geimpft, aber wenn man sieht, dass in Bayern und Sachsen der Amateursport eingestellt wurde, dann macht man sich schon Gedanken, wie lange wir noch das Privileg haben, spielen zu dürfen“, meint Kern. Deshalb stehen seine Vertragsgespräche nicht an oberster Stelle, obwohl sein Kontrakt zum 30. Juni ausläuft. Wie es weitergehen wird, das lässt Kern noch offen. „Ich möchte schon weiterhin Dritte Liga spielen.“ Und dies am liebsten in Haßloch, denn Kern schätzt das TSG-Umfeld, den Zusammenhalt in der Mannschaft. Auch denke er nicht daran, mit 28 Jahren schon aufzuhören. „Ich fühle mich fit, ich kann den Handball mit meinen privaten und beruflichen Interessen weiterhin vereinbaren“, betont der Spieler.

Die Zwillinge

Bei ihm dreht sich fast alles um den Sport. Seine Freundin schwingt beim TC Mutterstadt den Tennisschläger und spielt aktiv Handball in der HSG Eckbachtal. Mit seinem besten Freund Dennis Gregori spielt er Handball bei der TSG. Sie sind auch oftmals im Urlaub gemeinsam unterwegs und gelten als die Zwillinge der TSG: Gemeinsam haben sie bei der VTV Mundenheim gespielt, sind gleich alt, wechselten als Duo nach Haßloch und reisen gemeinsam zum Training und zu den Spielen.

Und sie haben ein gemeinsames Ziel: Sie wollen jetzt die Punkte holen, die ihnen bisher gegen Zweibrücken verwehrt geblieben sind. „Die zwei Punkten, die wir so leichtfertig im Hinspiel aus den Händen gegeben haben, die wollen wir jetzt mitnehmen“, so Kern. Nur so könnten sie den Anschluss zu Platz sechs in der Staffel F der Dritten Liga halten. Denn drei Tage später wartet schon der nächste Brocken auf die Haßlocher, wenn der Tabellendritte SG Leutershausen im TSG-Sportzentrum im Nachholspiel zu Gast sein wird (Mittwoch, 20 Uhr).

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