Hochdorf
Handball: Drittligist Haßloch siegt im einseitigen Derby
„Wir haben uns entschlossen, diesen Weg zu gehen. Jetzt müssen wir Geduld haben und es durchziehen“, sagte HSG-Torhüter Roko Peribonio. Der hatte mit seiner Prognose vor dem Spiel gleich mehrfach richtig gelegen. Er hatte ein Spiel mit wenigen Toren vermutet. Tatsächlich waren beide Angriffsreihen in der Produktion eher sparsam. Das lag auf Seite der HSG an der fehlenden Durchschlagskraft. Die wiederum nicht nur der fehlenden Erfahrung, sondern auch den massiven Aufstellungsproblemen von Trainer Gabriel Schmiedt geschuldet war.
Malte Dorra, Marvin Gerdon und Nick Haas fehlten krank. Tim Schaller stand im Zweitligakader der Eulen – dann fiel noch Yannick Muth nach zehn Minuten mit einer Handverletzung aus. Ohne Alternativen waren Trainer Schmiedt die Hände gebunden. „Wir wollten die 6-0-Abwehr in Bewegung bringen“, verriet der HSG-Trainer das Rezept, das zu selten funktioniert hatte. „Wenn wir durchgekommen sind, haben wir unsere Chancen nicht konsequent genutzt.“
Starker Peribonio
Damit war das Spiel im Prinzip schon erklärt. Trotzdem war es im Ergebnis nicht so deutlich wie der eigentliche Verlauf. Der Grund dafür war Peribonio, der ein weiteres Mal richtig lag: „Wir brauchen eine starke Torhüterleistung, damit wir eine Chance haben.“ Mit seinen 17 Paraden hielt er seine Mannschaft in Sichtweite. Mehr aber auch nicht.
„Roko hat sicher ein paar blaue Flecken von meinen Schüssen“, sagte TSG-Rückraumschütze Kevin Seelos, der allein fünfmal am HSG-Torhüter scheiterte. Er konnte damit letztlich leben. „Wir standen in der Abwehr stabil. Das war ein gutes Spiel von uns.“ Der Routinier freute sich, dass in der Schlussphase im Tor auch Loic Modzinski noch Derbyeinsatzzeit erhielt und ebenfalls ein paar Bälle parierte, die gute Vorarbeit von Marco Bitz und seinen Vorderleuten veredelte. „Wir konnten generell noch die jungen Spieler einwechseln.“
Vorentscheidung zur Pause
Das Kräfteverhältnis stand schon zur Pause fest: Niemand in der Halle glaubte an eine Wiederauferstehung der Gastgeber – die auch nicht kam. Zur Erleichterung von TSG-Coach Andreas Reckenthäler. „Ich hatte großen Respekt vor dieser Aufgabe. Wir haben sensationell gedeckt, sind darüber ins Tempospiel gekommen“, bilanzierte er und freute sich über den perfekten Saisonstart. „8:0 Punkte hört sich wirklich nicht schlecht an.“
Bei den Gastgebern musste man sich an Kleinigkeiten erfreuen: an der Rückkehr von Yannick Polifka, der nach seiner Handverletzung wieder im Kader stand. „Wir waren zu sehr mit uns selbst beschäftigt, haben im Angriff zu undiszipliniert gespielt“, sagte er zur Niederlage.
So spielten sie
mHSG Friesenheim-Hochdorf: Peribonio, Repp (nicht eingesetzt) – Ilic (6), Winkler, Muth (1) – Friedmann (5/3), Kruse (1) – Schwarz – Sorda (1), Maier, Reis, Polifka (3), Hansen.
TSG Haßloch: Bitz (1.-54.), Modzinski (-60.), Mangold - Seelos (2), Götz (1), Triebskorn (4) – Kern (6), Zech (2) – Messerschmidt (1) – Hannes (5/3), Knöringer, Müller, Gregori (2), Herbert (1), Hartmann.
Spielfilm: 1:4 (6.), 4:7 (15.), 7:14 (30.) 13:20 (45.), 14:23 (54.), 17:24 (60.); Siebenmeter: 4/3 – 5/3; Zeitstrafen: 5/3; beste Spieler: Peribonio - Triebskorn, Hannes; Zuschauer: 300; Schiedsrichter: Kijowski/Strüder (Mainz/Koblenz).