Von Jochen WillnerHassloch RHEINPFALZ Plus Artikel Handball: Drittligist Haßloch besiegt mHSG Friesenheim-Hochdorf

Rudelbildung im Derby: Sogar Zuschauer versuchten einzugreifen.
Rudelbildung im Derby: Sogar Zuschauer versuchten einzugreifen.

Im letzten Vorrundenspiel setzte sich Drittligist TSG Haßloch im pfälzischen Derby knapp gegen die HSG Friesenheim-Hochdorf durch. Es war das erwartet hitzige Derby inklusive Rudelbildung.

Das war nichts für schwache Nerven. Denn die Drittliga-Partie zwischen der TSG Haßloch und der HSG Friesenheim-Hochdorf stand in der Schlussphase auf des Messers Schneide. Nach langer Führung geriet Haßloch im TSG-Sportzentrum sechs Minuten vor dem Ende ins Hintertreffen. Dymal Kernaja glich mit seinem zweiten Treffer zum 22:22 aus. Dann gelang Stefan Corazolla per Siebenmeter sogar die 23:22-Führung für die HSG. Zudem musste TSG-Linkshänder Jan Triebskorn für zwei Minuten vom Feld.

Der Gastgeber wollte den Sieg, um mit 4:0 Zählern in die Abstiegsrunde zu starten. Es ging hin und her: Nach dem Ausgleich durch Elvijs Borodovskis sorgte Emanuel Novo für die erneute Gästeführung. Im Gegenzug glich Florian Kern nach Zuspiel von Seelos zum 24:24 aus. Dann scheiterte Yannik Muth an TSG-Keeper Kevin Bitz. Erst als Kevin Seelos mit einem sicher verwandelten Siebenmeter (58.) zum 25:24 (13:10) traf, waren die TSG-Fans erleichtert. Es war der Endstand.

Haßloch setzt sich ab

Es war die erwartete hitzige Partie. Die Gäste aus Friesenheim und Hochdorf lagen nur in den ersten zehn Minuten vorne, ehe Haßloch immer besser ins Spiel kam und sich absetzte. Dabei profitierten die Gastgeber von den oftmals „ungeduldigen Abschlüssen“ der Gäste. Das hatte zur Folge, dass HSG-Coach Gabriel Schmiedt sich für frühe Wechsel entschied. Nach einem Gegenstoß von Jan Philipp Winkler, der von Dennis Gregori ausgebremst wurde, kam es zu einer Rudelbildung (26.). Auch Zuschauer versuchten einzugreifen. Die Gemüter beruhigten sich aber schnell. Die beiden Streithähne mussten für zwei Minuten vom Feld.

Spannung bis zum Schluss

Haßloch ließ auch nach der 13:10-Führung zur Pause zunächst nichts anbrennen. Doch es reichte nur bis zur 46. Minute: Dann gelang Corazolla der Anschluss zum 18:20. Es blieb spannend. HSG-Trainer Gabriel Schmiedt überraschte damit, auf Spielmacher Marc Robin Eisel und Linkshänder Marvin Gerdon zu verzichten. Beide waren zuletzt nicht im Training. „Mir ist es wichtig, dass unsere Leistungsträger in der Abstiegsrunde dabei sind und sich nicht zuvor verletzen. Mir ist es auch wichtig, andere, die bisher weniger Spielanteile hatten, spielen zu lassen“, sagte Schmiedt. „Mir ging es nicht um Sieg oder Niederlage, sondern darum, wie die Mannschaft auftritt. Die Art und Weise, wie wir hier gekämpft haben, macht Mut für die nächsten Spiele.“

HSG ist Tabellenletzter

Erleichtert war TSG-Coach Philip Rogawski, der erneut den erkrankten Cheftrainer Andreas Reckenthäler vertrat. „Wir hatten lange das Spiel unter Kontrolle. Dann gab es zwei oder drei Pfiffe gegen uns, und plötzlich müssen wir wieder zittern. Das darf uns nicht passieren“, sagte Rogawski. „Ich bin froh, dass jetzt die Abstiegsrunde kommt und wir mit 4:0 Punkten angreifen können.“ Die mHSG Friesenheim-Hochdorf geht als Tabellenletzter mit nur zwei Zählern in diese Runde.

So spielten sie

TSG Haßloch: Bitz, Modzinski (n. e.) – Seelos (4/1), Götz (2), Borodovskis (4/1) – Kern (7), Gregori (1) – Messerschmidt (1) – Hannes, Julius Herbert (2), Surblys (2), Triebskorn (1), Zech (1), Konstantin Herbert (n. e.).

mHSG Friesenheim-Hochdorf: Peribonio (1.- 38.), Schwenken (39.- 60.) – Corazolla (4/2), Lenz (2), Waldgenbach (3/1) – Winkler, Dietz (1) – Sorda (3) – Cirac (2), Muth (2), Polifka (3), Kernaja (1), Haas (2).

Spielfilm: 2:2 (7.), 2:4 (11.), 8:5 (18.), 11:8 (24.), 13:10 (29., Hz.), 15:11 (34.), 19:15 (40.), 19:18 (45.), 22:22 (54.), 22:23 (55.), 24:24 (56.), 25:24 (58.). Siebenmeter: 6/2 – 3/3; Zeitstrafen: 4/5; Rote Karte: Winkler (38., 3. Zeitstrafe), Waldgenbach (42., Foulspiel); beste Spieler: Bitz, Kern, Seelos - Corazolla, Lenz, Sorda; Zuschauer: 420; Schiedsrichter: Bernhardt/Zick (Ludwigshafen).

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