Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Handball: Ausgleich in Schlusssekunde für Drittligisten TSG Haßloch

Der Haßlocher Coach Tobias Job war zehn Jahre lang ununterbrochen als Handball-Trainer im Einsatz.
Der Haßlocher Coach Tobias Job war zehn Jahre lang ununterbrochen als Handball-Trainer im Einsatz.

Interview: Handball-Drittligist TSG Haßloch bleibt das Überraschungsteam der Liga. Auch im fünften Spiel in Folge blieben die Schützlinge von Trainer Tobias Job ohne Niederlage. Beim Tabellenfünften TBS Heilbronn-Horkheim sicherte Nils Röller mit seinem Tor in der Schlusssekunde noch das 27:27 (14:18). Trainer Tobias Job freut sich indes auf seine Handball-Pause.

Herr Job, die Serie ohne Niederlage hält an. Hat Sie das überrascht?
Nein. Im Gegensatz zur Hinrunde haben wir nichts anderes getan. Es sind eben die Kleinigkeiten, die auf diesem Niveau entscheidend sind. Vielleicht haben wir jetzt mehr Glück und sind etwas cleverer als noch im alten Jahr, als vieles gegen uns lief.

Nach dem Sieg in Saarlouis sorgte Ihre Mannschaft erneut in der Fremde für eine Überraschung. Sind Sie mit dem 27:27-Unentschieden am Samstag in Heilbronn-Horkheim zufrieden?
Ja und Nein. Dass wir das Spiel nicht verloren haben, das freut mich schon. In Heilbronn einen Punkt zu holen, das schafft nicht jeder Gegner. Das gibt der Mannschaft viel Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben. Was mich ärgert, ist die Tatsache, dass wir wieder ein Spiel, in dem wir fast 60 Minuten geführt haben, am Ende erneut fast aus den Händen gaben. Die vier Tore in Folge der Gastgeber bei unserer 26:23-Führung ärgern mich schon. Auch hätten wir schon zur Halbzeit höher führen müssen. Zum Glück hat uns am Ende Nils Röller noch den Ausgleich beschert.

Warum ist Ihre Mannschaft aus dem Tritt gekommen?
Bei der Systemumstellung der Gastgeber von der Sechs-null- auf die Fünf-eins-Deckung hatten wir Probleme. Und wir brauchten eine Weile, bis wir uns darauf einstellten. Das müssen wir noch verbessern.

Nach dem verlorenen Punkt in Heilbronn-Horkheim dürfte die Feier im Bus ausgeblieben sein ...
Bei uns gibt es da keine allzu große Feiern auf der Heimfahrt. Das war früher noch anders. Diesmal wussten wir ja noch nicht so richtig, wie wir das Unentschieden einzuordnen haben. Der Klassenverbleib ist noch nicht in trockenen Tüchern. Jetzt brauchen wir noch fünf Punkte, dann können wir etwas entspannt sein. Ich hoffe, dass die Mannschaft am kommenden Samstag gegen Kornwestheim die nächsten beiden Punkte holt. Das wäre ein ganz großer Schritt in Richtung Klassenverbleib.

Beginnen Sie schon auf der Heimfahrt mit Ihrer Analyse der Handball-Partie?
Ich persönlich lasse mir einige Situationen nochmals durch den Kopf gehen und überlege, ob ich in diesem Fall die richtige Entscheidung getroffen habe. Aber das ist eine reine Kopfarbeit von mir. Das Video schaue ich mir erst zwei Tage später an.

Aber das eine oder andere Bier wurde schon im Bus getrunken?
Na klar, das war noch nie verboten.

Die SG Nußloch hat die Insolvenz bekannt gegeben. Wird sich die TSG aus deren Konkursmasse bedienen?
Bisher hat der Verein für die nächste Saison lediglich Marco Bitz als Nachfolger von Florian Pfaffmann verpflichtet. Für den Rest der Spielzeit sehe ich keinen Bedarf, denn ich bin immer der Meinung, dass wir einen Kader haben, der das Ziel Klassenverbleib schaffen kann. Ein neuer Spieler muss erst mal wieder in seine neue Mannschaft integriert werden. Da sehe ich aktuell keinen Handlungsbedarf.

Bleibt es bei Ihrem Nein zu einer weiteren Vertragsverlängerung bei der TSG?
Definitiv, daran wird sich nichts ändern. Ich freue mich so sehr auf die Pause. Nach dem Ende meiner aktiven Karriere hatte ich nur sechs Monate Pause, und jetzt bin ich zehn Jahre nacheinander Trainer. Da ist meine Sehnsucht nach der von mir selbst verordneten Auszeit sehr groß. Ich freue mich, diesmal den Sommer zu genießen, ohne mir Gedanken machen zu müssen, wie ich die Vorbereitung auf die Saison gestalten möchte.

Es dürfte kein Geheimnis sein, dass Sie auch Anfragen von anderen Vereinen erhalten haben ...
Ja, es gab einige Anfrage von anderen Vereinen, aber ich habe diesmal abgelehnt. Ich freue mich jetzt einfach noch mehr auf die Pause und die Zeit mit der Familie.

Interview: Jochen Willner

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