Hassloch / Erlangen
Handball: Antonio Metzner aus Haßloch für WM in Ägypten nominiert
Auf dem Rückweg von der Partie beim SC Magdeburg klingelte sein Handy. Antonio Metzner kannte die Nummer nicht, aber der 24 Jahre alte Linkshänder nahm den Anruf entgegen. Und staunte. Am anderen Ende war Bundestrainer Alfred Gislasson. Der Isländer hatte eine frohe Botschaft für den gebürtigen Pfälzer aus Haßloch. Aus dem verbliebenen und bereits beim internationalen Handballverband (IHF) gemeldeten 28-köpfigen Kader hat er seine 20 Akteure für die Handball-WM vom 13. bis 31. Januar in Ägypten auserkoren. Dazu gehört auch Antonio Metzner. Der profitierte von den Absagen einiger erfahrener Kräfte.
Er wird als Spieler für den rechten Rückraum die Reise an den Nil nach den Absagen von Steffen Weinhold (THW Kiel) und Fabian Wiede (Füchse Berlin) mitmachen. Metzner ist nicht der einzige Pfälzer im Kader von Alfred Gislasson. Auch Christian Dissinger, der Ex-Friesenheimer ist derzeit weiterhin bei Vadar Skopje in Nordmazedonien unter Vertrag, kehrt ins DHB-Team zurück. „Ich will jetzt dabei sein. Es ist das Höchste, für sein Heimatland auflaufen zu dürfen“, sagt Metzner.
22 Spiele in in U19-Nationalteam
Er kennt das Gefühl noch aus seiner Zeit in der U19-Nationalmannschaft, für die er 22 Partien bestritten und 50 Tore geworfen hat. Jetzt folgt nach der Vertragsverlängerung beim Erstligisten HC Erlangen der nächste Schritt. Zusammen mit Kai Häfner (MT Melsungen) sowie David Schmidt (Bergischer HC) soll Metzner im rechten Rückraum für Tore sorgen. Eine Aufgabe, der er sich stellen möchte. „Es ist jetzt eine Riesenchance für mich zu zeigen, was ich kann“, meint der Linkshänder, der aus der Jugend der TSG Haßloch hervorgegangen ist. Dabei macht er kein Geheimnis daraus, dass auch ihn die Corona-Pandemie beschäftigt. „Es ist sicherlich eine ganz schwierige Situation. Ich habe mich entschieden, einfach dem strengen Hygienekonzept der IHF und der Verantwortlichen in Ägypten zu vertrauen und spielen zu wollen“, erzählt Metzner. Seine Entscheidung sei auch gut überlegt, da er nach den ersten Absagen einiger Akteure sich im Stillen schon mit diesem Szenario beschäftigt habe. „Das ist eben jetzt ein sehr schönes Weihnachtsgeschenk“, stellt der 2,07 Meter große Rückraumspieler fest. Er macht sich heute Vormittag mit seiner Mannschaft per Flugzeug auf den Weg nach Flensburg.
Beim Spitzenreiter Flensburg
Am Dienstag steht die schwere Partie mit seinem Verein, dem HC Erlangen, beim Bundesliga-Spitzenreiter SG Flensburg-Handewitt an. Und am 27. Dezember erwarten die Franken den Aufsteiger HSG Nordhorn-Lingen. Deshalb wird Metzner an Weihnachten nur zu einem Kurzbesuch bei seiner Familie im Großdorf weilen. „An Heiligabend sind wir definitiv bei meiner Schwester in Haßloch. Mir ist die Familie schon sehr wichtig, sodass ich mit ihr zusammen sein will“, betont der Pfälzer. Es werden aber nur wenige Stunden sein, da er schon am 25. Dezember wieder nach Franken aufbrechen und dort auch den Jahreswechsel verbringen wird. Dann „beginnt seine DHB-Zeit“, wie er es gestern formuliert hat. Bereits am 3. Januar trifft sich die DHB-Auswahl zu einem Vorbereitungslehrgang in Neuss, ehe dann am 6. Januar noch das EM-Qualifikationsspiel gegen Österreich in Graz ansteht. Nur vier Tage nach der Partie gegen den Nachbarn folgt schon das Rückspiel in der Lanxess-Arena in Köln. Am 12. Januar werden die Handball-Nationalmannschaften aus Deutschland und Österreich gemeinsam von Düsseldorf nach Ägypten fliegen. In der WM-Vorrunde trifft das DHB-Team auf Uruguay (15. Januar), Kap Verde (17. Januar) und Ungarn (19. Januar).