Am Rande der Bande RHEINPFALZ Plus Artikel Handball: Als Bodenwischer im Spiel der TSG Haßloch im Einsatz

Putzdienst im Handballspiel: Der Haßlocher Maximilian Zech schnappte sich in der Partie gegen Dansenberg den Wischer.
Putzdienst im Handballspiel: Der Haßlocher Maximilian Zech schnappte sich in der Partie gegen Dansenberg den Wischer.

In Handballspielen wird immer wieder ein Bodenwischer benötigt. Meist eilen dafür ehrenamtliche Helfer aufs Spielfeld. Im jüngsten Heimspiel der TSG Haßloch war es ein Spieler.

„Das bisschen Haushalt macht sich von allein, sagt mein Mann. Das bisschen Haushalt kann so schlimm nicht sein.“ Die Älteren unter uns mögen sich vielleicht noch an diesen Ohrwurm von Johanna von Koczian aus dem Jahr 1977 erinnern. Aber die Zeiten haben sich längst geändert. Putzen ist schon lange keine reine Frauensache mehr. Im Zeitalter der Gleichberechtigung haben auch Männer längst die Chance erhalten, zum Beispiel den Boden zu wischen. So wie neulich im Heimspiel des Handball-Drittligisten TSG Haßloch gegen den TuS Dansenberg.

In der schweißtreibenden Partie schnappte sich nämlich TSG-Spieler Maximilian Zech den Bodenwischer und legte entschlossen los. Wer sich regelmäßig Handballspiele anschaut, weiß, dass hier immer wieder mal der Boden gewischt werden muss. Meist übernehmen dies ehrenamtliche Helfer. „Es besteht eine extrem große Verletzungsgefahr, wenn der Boden nass ist“, erklärt TSG-Trainer Andreas Reckenthäler diese Putzerei. Fällt ein verschwitzter Handballer auf den Boden oder tropft der Schweiß von seinem Körper ab, hinterlässt er Feuchtigkeit auf dem Spielfeld. Würde diese nicht weggeputzt, ist das Unglück schnell passiert. Vorsicht – Rutschgefahr. „Wenn jemand darauf ausrutscht, sind Bänder- oder Knieverletzungen programmiert“, betont der TSG-Coach.

Viel Schweiß

Im Spiel gegen Dansenberg muss der Schweiß hüben wie drüben ordentlich geflossen sein. Bis Mitte der zweiten Hälfte blieb es spannend in einer laufintensiven Begegnung, war es nicht abzusehen, dass Dansenberg am Ende mit fünf Toren Vorsprung gewinnen würde. Die 480 mitfiebernden Zuschauer trugen ebenfalls zur Hitze in der Halle bei.

Als Zech entschlossen zum Putzeinsatz schritt, waren alle bis dahin verfügbaren Wischer der ehrenamtlichen Helfer bereits komplett nass nach vielen Einsätzen auf dem Spielfeld. „Wir haben dann noch einen Wischer aus dem Geräteraum geholt. Max hat sich den schnell genommen“, beschreibt der Trainer die Situation.

Angstschweiß?

Im Training müsse ebenfalls immer mal wieder der Boden getrocknet werden, erzählt der Haßlocher Coach. „Einen Wischwart gibt es im Team nicht, im Zweifel wird ein Handtuch rausgeholt“, verrät er, wie sich die Haßlocher Männer in den Übungsstunden behelfen. Aber die Schweißmengen im Training seien kein Vergleich zu denen im Spiel. Reckenthäler: „Das ist im Spiel eine ganz andere Hausnummer.“ Ob es sich dabei auch mal um Angstschweiß handelt? Andreas Reckenthäler muss lachen. Aber gegen diese Vermutung verwahrt er sich energisch: „Auf keinen Fall.“ Was er allerdings nicht bestätigen kann: Ob seine Spieler auch zu Hause routiniert mit dem Wischmopp feudeln ...?

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