Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Hambacher ärgert sich über unbesetzte VR-Bank-Filiale

Die VR-Bank-Filiale in Hambach wird bis Januar umgebaut.
Die VR-Bank-Filiale in Hambach wird bis Januar umgebaut.

Erich Glas ärgert sich über die VR-Bank Südpfalz. Weil die Filiale in Hambach umgebaut wird, fährt er nach Maikammer. Doch auch dort ist die Geschäftsstelle nicht besetzt – während der regulären Öffnungszeit.

Erich Glas ist angefressen. Dass er seine Bankgeschäfte vorübergehend in einer anderen Filiale der VR-Bank Südpfalz als jener in Hambach erledigen muss, dafür hat er Verständnis. Die Filiale wird umgebaut. Was sein muss, muss sein. Aber dass er zuletzt auch an einem anderen Standort des Bankinstituts, konkret in Maikammer, weder Personal antreffen noch Überweisungen tätigen oder Kontoauszüge ziehen konnte, macht ihn sauer. „Eine Unverschämtheit“, findet Glas.

Fakt ist: VR-Bank-Kunden aus Hambach können derzeit die umliegenden Filialen in Lachen-Speyerdorf, Maikammer und Edenkoben ansteuern, wenn sie ihre Bankgeschäfte lieber vor Ort als im Internet erledigen möchten. Auf die Ausweichmöglichkeiten werden sie auch an der Eingangstür der Hambacher Filiale hingewiesen.

Glas fuhr nach Maikammer, weil der Ort zu seinem Wohnort am nächsten liegt. Doch dann die Enttäuschung: Zu der regulären Öffnungszeit war kein Personal da. Und der SB-Schalter funktionierte auch nicht. „Selbst an den darauffolgenden Tagen, als ich dort hingefahren bin, konnte ich ihn nicht bedienen“, erklärt Glas.

Was die Regionaldirektorin sagt

Wieso er nicht weiter Edenkoben gefahren ist? Zum einen wollte er keine weitere böse Überraschung erleben. „Zum anderen sind dort einige Sperrungen wegen Bauarbeiten“, weiß Glas. In Lachen-Speyerdorf hätte er sein Glück versuchen können. Ist dort die Filiale doch ganztags besetzt. „Wieso aber werden andere Standorte angepriesen, wenn sie öfter geschlossen als geöffnet haben und die Technik nicht funktioniert?“, fragt sich Glas.

Die VR-Bank-Filialen in Hambach und Maikammer liegen beide im Zuständigkeitsbereich von Regionaldirektorin Sabine Heil. Sie kann die Unzufriedenheit von Glas nachvollziehen und entschuldigt sich für die Unannehmlichkeiten. Für die ganze Sache gebe es aber eine Erklärung: Die Filiale in Maikammer sei gewöhnlich werktags von 9 bis 12 Uhr besetzt. Sollte die Mitarbeiterin allerdings urlaubs- oder krankheitsbedingt fehlen, ist kein personeller Ersatz da. Dann müssen sich Kunden mit Sisy begnügen.

Wer ist Sisy?

VR-Sisy nennt sich der neuwertige Service, der flächendeckend in den Filialen der VR-Bank Südpfalz eingeführt wird. Er ermöglicht Kunden, außerhalb der Öffnungszeiten Gespräche mit Bankberatern zu führen. Von Angesicht zu Angesicht, allerdings nur per Videoschalte am Bildschirm. VR-Sisy ist übrigens der Grund, weshalb die Filiale in Hambach umgebaut wird. Um Platz für die Kabine zu schaffen, werden die Räume umgestaltet. Spätestens im Januar sollen die Handwerker fertig sein.

Eben jene VR-Sisy hätte Glas in Maikammer für seine Bankgeschäfte nutzen können, wie Heil anmerkt. Für solche Fälle sei es da. Der Hambacher will davon aber nichts hören. Auch wenn ihn Außenstehende für rückständig halten sollten: „Mit meinen 72 Jahren möchte ich mit solch einer neuen Technik nichts mehr zu tun haben. Es ist mir einfach zu anonym.“ Er sei nicht der Einzige. Auch andere Kunden teilten seine Meinung.

Wieso ging der SB-Terminal nicht?

Für Sabine Heil ist es ärgerlich, wenn ausgerechnet während des Umbaus einer Filiale in einer umliegenden die Technik streikt. Am SB-Schalter hätte Glas seine Bankgeschäfte erledigen können, sodass das Problem gar nicht erst entstanden wäre. Was zusätzlich für Ärger sorgt: In dem Vehikel, das vor der Hambacher Filiale steht und das bis Ende der Umbauarbeiten die Bargeldversorgung sicherstellen soll, hat die VR-Bank ebenfalls mit technischen Problemen zu kämpfen. Weil es an einer stabilen W-Lan-Verbindung mangelt, bestehe auch dort Handlungsbedarf.

Die Regionaldirektorin der VR-Bank wirbt derweil für mehr Verständnis. Zumal Kunden sich glücklich schätzen könnten, dass die Filiale in Hambach weder geschlossen noch Serviceleistungen dort gestrichen würden. Und das in Zeiten, in denen andere Bankinstitute sich aus der Fläche zurückzögen.

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